Das B-Genre ist ein Genre im Film, welches, vielleicht zu Recht, von vielen Menschen ignoriert bis verleugnet wird. Die bewegten Bilder werden selten bis nie beworben, haben ein minimales Budget und manchmal weiß man gar nicht so genau worum es in diesen Machwerken eigentlich geht. Schauspielerische Leistungen sind kaum vorhanden und Synchronisationen sind oft auf dem Niveau eines von 4 Jährigen auswendig vorgetragenen Gedichtes unter dem Weihnachtbaum. Die Hintergründe kann man nur mit viel gutem Willen überhaupt als Kulissen bezeichnen und die Regisseure tun ihr Bestes Uwe Boll wie einen zweiten Martin Scorsese ausehen zu lassen.

Man wundert sich also, wie diese Filme auf lange Sicht überhaupt bestehen konnten.

Eigentlich ist es ganz einfach, viele Menschen haben zu viel Zeit, keinen Geschmack oder leben in ihren eigenen anarchistischen Realitäten. Man ist gelangweilt von Hollywoods Einheitsbrei und großen Bildern. Man sehnt sich zurück zum puristischen Kern der Filmemacherei. Gewalt, Sex, Handlungsstränge, die sich selbst der überzeugteste LSD Junkie an einem wirklich harten Abend nicht zusammen fantasieren könnte, und eine Art von Humor die eigentlich nur betrunken zu ertragen ist, sind hier die Zutaten.

Spass für die ganze Familie also.

Kennen sie folgende Situation? Es ist 2 Uhr morgens, sie können nicht schlafen und zappen sich durch das Fernsehprogramm. Plötzlich halten sie inne und schauen auf den Bildschirm. Sie haben den Spätfilm auf Arte erreicht. Eine bosnische Produktion mit Untertiteln. Man starrt gebannt auf das was da passiert ohne auch nur im Ansatz zu verstehen worum es gerade geht. Eine merkwürdige Szene reiht sich an die nächste und es gipfelt im großen Finale wenn die Protagonsiten plötzlich nackt in einem Hausflur liegen und im Vordergrund ein Esel ein Telefon frisst.

Das Gefühl, das sie in diesem Moment spüren ist der B-Movie Thrill. Man taucht ein und hat die Ehre sich 70-90 Minuten am Stück genau so zu fühlen.

…und nun…viel Spass und viel Glück!