B-Videogames Part 02 “Plants vs. Zombies″ (2009, Popcap)
Ich denke, dass viele Leser bereits von der Firma “Popcap” gehört haben. “Popcap” ist nicht wirklich ein independent Label, existiert schon seit 10 Jahren und erfreute das Spielerherz seinerzeit mit dem mächtigen Titel “Bejeweled”. Im Zuge des “Casual Game Hypes” der letzten Jahre dürfte eigentlich jedem schon einmal das ein oder andere “Popcap” Spiel in die Hände gefallen sein. Meiner Meinung nach erfüllen die Spiele alle Kriterien, die ein B-Spiel ausmachen. Die Spiele sind günstig, mit wenig Aufwand produziert, relativ anspruchslos aber machen maximalen Spaß.
Aus diesem Grund möchte ich als zweites Spiel meiner dreiteiligen Review gerne “Plants vs. Zombies” vorstellen. Dieses Spiel ist quasi das krasse Gegenteil zu “Alien Shooter 2″, denn hier stimmt einfach alles.
“Wie, da stimmt alles? Bin ich hier Am Rand des Wahnsinns? Wird es etwa kein Genörgel geben?”
Keine Sorge, auch dieses Spiel weist gravierende Mängel auf, aber im Gegensatz zu anderen Titeln macht dieses Spiel einfach mächtig Spaß.
Die Handlung ist denkbar einfach gestrickt. Zombies haben die Herrschaft übernommen und man befindet sich im eigenen Haus gefangen. Offenbar haben die Zombies nichts besseres zu tun, als eben dieses zu stürmen und sich am Hirn des Spielers zu delektieren. Um dies zu verhindern, kann man verschiedene, sehr angriffslustige Pflanzen im Garten platzieren, die den Zombies dann ordentlich mit Erbsengeschützen, Maiskörnern, Wassermelonen und Ähnlichem einheizen.Um die Pflanzen zu kaufen, muss man “Sonnenlicht” einfangen. Dieses fällt einfach von Zeit zu Zeit vom Himmel und muss mit der Maus angeklickt werden. Im weiteren Verlauf des Spiels kann man sich nun immer weitere Pflanzen kaufen, oder bereits vorhandenen Pflanzen aufwerten, um mehr Feuerkraft zu haben. Im Prinzip ist das Spiel nur eine Variante der allseits beliebten “Tower Defense” Spiele.
Die Grafik ist sehr simpel gehalten, hat aber durchaus Charme. Es wird gänzlich auf 3D verzichtet und das Spiel präsentiert sich in einem netten Comicstil. Einstellungsmöglichkeiten gibt es leider keine, was auf modernen TFTs zu einer gewissen skalierungsbedingten Unschärfe führt. Alles in Allem kann man aber mit der Grafik des Spiels sehr gut leben.
Was weniger schön gelöst wurde sind die Sonderfunktionen abseits des Hauptspiels.
Das Shopsystem
Am Anfang bekommt man nach jedem geschafften Level weitere nützliche Pflanzen dazu. Das Problem ist nur, dass diese sehr spezifisch sind und immer nur in bestimmten Leveln wirklich nützlich sind. Zusätzlich kann man im Shop diverse Upgrades für die Pflanzen erwerben oder auch die Rahmenbedingungen des Spielfelds zu Gunsten des Spielers ändern. Klingt alles sehr patent, aber die meisten Sachen, die man kaufen kann sind nutzlos. Man braucht für das Spiel eigentlich nur einige wenige Pflanzen. Es werden aber insgesamt 49 verschieden Items zum Kauf angeboten. Man wird also zwangsläufig Geld für Dinge ausgeben, die sich als nutzlos erweisen. Das Geld fehlt dann aber, um die richtigen Pflanzen zu kaufen und schon spielt man das Spiel wieder von vorne. Ich habe mir mehr als einmal meine ohnehin schon spärlichen Haare aus Ärger über dieses System gerauft.
Der Zengarten
Um Geld schnell zu verdienen, bietet das Spiel irgendwann die Möglichkeit an, einen Zengarten anzulegen. Man kauft sich Pflanzen oder findet diese versteckt im Spiel und kann diese dort hegen und pflegen. In regelmäßigen Abständen werfen diese Pflanzen dann Geld ab, das man entweder mit der Maus einsammelt oder von einer kleinen Schnecke einsammeln lässt. Das Problem ist hier, dass das Pflegen der Pflanzen zu beginn mehr Geld verschlingt, als es einbringt und das ganze erst wirklich lukrativ wird wenn das Spiel ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass Geld keine große Rolle mehr spielt. Dieser Garten ist also einfach eine Zeit- und Geldverschwendung.
Die Minigames
Im Laufe des Spiels spielt man immer mehr Minigames frei. Diese eigenen sich hervorragend um Geld zu verdienen, haben aber ein dickes Problem. Sie sind einfach nicht ordentlich balanciert. Entweder sind sie so einfach, dass man sich dabei zu Tode langweilt oder sie sind so abartig schwer, dass man sich nur aufregt. So oder so ist es eine Qual diese Spiele zu absolvieren. Der Verdienst jedoch ist zwingend notwendig um die Kampagne zu schaffen. Es scheint als hätte “Popcap” hier Spaß daran den Spieler mit durchgefallenen Projekten zum Thema “Plants vs. Zombies” zu quälen.
Frei nach dem Motto: “Unsere Entwickler haben es geschrieben, wir haben es bezahlt, also muss der Spieler jetzt auch dadurch egal wie grottig es ist” Besten Dank, “Popcap”.
Der Baum der Weisheit
Der Baum der Weisheit wird vom Spieler aufgezogen und soll angeblich nützliche Tipps geben. Besonderes Augenmerk sei hier auf “angeblich” und “nützlich” gelegt. Die Tipps sind unglaublich dämlich und selbst ein behinderter Schimpanse ist in der Lage die Spielmechanik selbst zu erkunden. Nichts desto Trotz verschlingt die Aufzucht des Baums Unsummen. Ich kann nur dazu raten dieses Feature gänzlich zu ignorieren.
Trotz der mangelhaften Umsetzung der Sonderaktionen abseits des Hauptspiels ist “Plants vs. Zombies” ein großartiges Spiel. Es macht höllisch Spaß und auf die gute Art süchtig. Man kann viele kurzweilige Stunden mit der Kampagne verbringen und anschließend noch sein Können in diversen Survival – Modi unter Beweis stellen. Ich würde jedem empfehlen sich zumindest einmal die Demo auf “Popcap” anzusehen.
Ist “Plants vs. Zombies” ein schlechtes Spiel?
Absolut nicht!
Werde ich es nochmal spielen?
Auf jeden Fall!

August 29th, 2010 at 09:11
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