Ich begab mich also auf dünnes Eis. Nachdem “da Maze” so sehr von “Die Barbaren” geschwärmt hatte, dachte ich mir, na dann wird es Zeit ebenfalls einem alten Freund die Hand zu schütteln. “Sindbad – Herr der sieben Meere” mit Lou Ferrigno. “Der Hulk” hatte mir in meiner Kindheit unzählige Stunden bester und feinster Fernsehunterhaltung geliefert und ich schäme mich nicht, bis heute zu sagen : “Ich mag Lou Ferrigno!” Als er plötzlich bei “King of Queens” in das Nachbarhaus von Doug und Carry eingezogen ist, musste ich mir sogar eine kleine Freudenträne aus dem Auge wischen. Ein alter, fast vergessener Kamerad kam nach Hause. Ein unvergesslicher Moment. (schnüff)

Ich legte also frohen Mutes die DVD ein, öffnete eine Tüte Chips und machte es mir auf meiner blauen Couch gemütlich. Selbst das Cannonlogo konnte meine Vorfreude nicht trüben und ich musste feststellen, dass der Film mich sogar weiter bildete. Gleich zu Beginn erklärte eine “Off-Stimme” einige Hintergründe zu Edgar Allen Poe und der Geschichten der 1000 und zweiten Erzählung Schehrazades. Ich war sehr beeindruckt, dass man sich diese Mühe im Hause Cannon überhaupt gemacht hatte.

Aber schon sehr bald danach holte mich der Fluch der Erkenntnis leider ein. Ich hatte völlig vergessen, dass der Film nur sehr wenig Dialoge hat und die Rahmengeschichte von einer Erzählerin erzählt wird, die durch eine Mutter am Bett ihrer kleinen Tochter in Szene gesetzt wurde. (Diese Rahmeninstallation wird im weiteren Verlauf des Filmes noch sehr nützlich werden).

“Sindbad” beginnt also und es werden die Charaktere vorgestellt. Ein ziemlich multikulturell zusammengewürfelter Haufen, den es eigentlich fast wirklich gegeben haben müsste, da man sich so etwas nur schwer ausdenken kann. Wir haben einen Wikinger, einen Griechen, einen Asiaten, “Poochie” den Zwerg, Prinz Ali und natürlich Lou “Sindbad” Ferrigno, die alle fröhlich bis debil von eine Schiff aus ins Meer/in die Kamera grinsen. (Herrlich!).

Das Geschehen wechselt nach Basra und wir lernen Kalif SECAM NTSC PAL kennen, der eine unglaublich Ähnlichkeit zu dem Kalifen aus Dineys “Aladdin” aufweist. Hat Disney hier von Cannon geklaut? Nun warum nicht? Man ging wahrscheinlich davon aus, das niemals die selbe Person beide Filme sehen würde.

*

Wie dem auch, sei, es folgt der Auftritt Dschafars, der böse Wesir des Kalifen, der die wunderschöne Tochter des Kalifen heiraten und nebenbei ganz Basra in Schutt und Asche legen will. (Mal wieder einer dieser Bösewichte, die vollkommen grundlos alles zerstören wollen, um dann über die Trümmer zu herrschen, nunja ziemlich dämlich aber nicht ungewöhnlich)

Natürlich, überlistet Dschafar den Kalifen, belegt diesen mit einem Fluch, schnappt sich die Prinzessin, die nebenbei bemerkt den schönen Prinz Ali liebt, verbannt die vier magischen Steine die Basra Wohlstand, Gerechtigkeit, Glück und Frieden bringen, verwüstet halb Basra und Sindbad wird inklusive seines Gefolges bei deren Ankunft in Basra gefangen genommen.(gähn) Sindbad befreit sich aus seinem Verlies, in dem er einige der scheinbar stabilsten Schlangen der Welt an einander knotet und zu einem Seil umfunktioniert. Danach befreit er seine Freunde aus Dschafars Folterkammer. Mit viel Getöse wird den bösen Buben in bester Bud Spencer Manier in den Hintern getreten und hierbei ereignet sich eine Szene, die für die 80er Jahre Muskelfilme zwar nicht unbedingt untypisch ist, aber deren “Unterton” selbst für diese Art von Filmen beeindruckend deutlich daher kommt. Aber sehen sie selbst:

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(Nunja, jedem das Seine, sag ich mal.)

In der nächsten Szene befinden wir uns wieder auf dem Schiff der illustren Gesellschaft und ein Orakel erklärt, dass Sindbad nun die vier Steine suchen muss, die Dschafar, dank seiner unbeschreiblichen Zauberkraft, an die vier entlegensten Orte der Welt transportiert hat. Die Orte werden zwar nicht genau genannt, aber Sindbad weiß natürlich sofort, genau wo sie hin müssen (Super Verstecke Dschafar! Nicht wirklich oft gewonnen beim Versteckspiel im Kindergarten hum?)

Sinbad springt also vom Schiff und beginnt, hmmmm irgendwo (es wird in der Tat nicht erläutert) hin zu schwimmen. Er endet in einer Höhle, in der er auf einen tollen Pappsteinschurken trifft, der in mit Laserstrahlen belästigt. Fluchs wird der Kopf abgerissen, dieser als Geschütz verwendet und schon hält er den ersten Kristall in Händen. (Hmmmm das war erschütternd einfach, ich hoffe das Dschaffi noch Härteres auf Halde hat, die ganze Szene dauert nicht mal 2 Minuten).

Die zweite Etappe ist nun die Insel der Amazonen, die aber Sirenen sind. (Verwirrend? Durchaus! Verwunderlich? Nicht wirklich…) Sindbad befürchtet, dass er und seine Mannen dem Zauber der Amazonen, die er als “Gehrinvampire für Männer” bezeichnet (Ernsthaft!) erliegen könnten und beauftragt nun den Griechen und Poochie, sie nach drei Stunden zu retten. Wie? Natürlich mit einer Mischung aus Rheumasalbe, Mottenpulver und irgendwelchen Tropfen eines ägyptischen Zauberers (Dies ist kein Witz!). Den unterirdischen Kalauer, der noch zum Thema Rheumasalbe verbrochen wird, lasse ich hier bewusst aus, den sollte jeder für sich selbst entdecken.

Man begiebt sich auf die Insel und alles kommt so, wie von Sindbad vorhergesehen. Nach der Rettung durch Poochie und dem Griechen hält Sindbad also den zweiten Kristall in Händen.

Etappe drei ist nun bei weitem die merkwürdigste. Wieder geht es auf eine Insel, die aber diesmal von Geisterrittern bewacht wird. Jawohl Ritter, so wie man sie nur aus Europa kennt. Mit Vollrüstungen, Kriegspferden und allem was dazu gehört. Man prügelt sich also durch die Massen, als Dschafar plötzlich die Idee bekommt, Sindbad von seine Freunden zu trennen und diese einfach mittels Zauberkraft mitten aufs Meer zu teleportieren. Sindbad erledigt derweil den Oberritter und erhält den dritten Kristall.

Sindbad, nun allein auf der Insel gestrandet, legt sich erstmal hin und hält ein Nickerchen. (Ziemlich gewagt, dafür dass er eben noch am selben Ort gegen Horden von Geisterrittern gekämpft hat) Er wird von Kyra geweckt, einer Frau, die mit ihrem Vater vor langer Zeit auf der Insel mit einem Fluggerät abstürzte und sich seit dem in einer Höhle vor bösen Zombies versteckt. ( Ääääh…?)

Kyra wird von den Zombies verschleppt und unser frisch verliebter Sindbad macht sich auf, seine neue Liebe zu retten. Es folgt viel Geprügel und Gemetzel und am Ende hält er nicht nur Kyra, sonder auch den vierten Kristall in Händen. (Und nochmal äääääh…?) Es stellt sich heraus, dass das Fluggerät Kyras Vaters eine Art Zeppelin ist, der kurzerhand von Sindbad aufgeblasen wird. (Muss ich darüber noch Witze machen?) und man macht sich auf gen Basra. Unterwegs trifft man natürlich noch Sindbads Freunde. (Selbstverständlich, Ozeane sind ein Dorf, weiß man ja).

In Basra nimmt Dschafar all seine Kraft zusammen, beschwört einen bösen Sindbad, es kommt zum unspektakulären Endkampf, die Steine kommen wieder an ihren Platz und alle heiraten sich gegenseitig. (wie schön)

Der Film endet.

Was bleibt zu sagen über “Sindbad – Herr der sieben Meere?”

Schwierig! Ich will nichts Böses über Lou sagen, da ich ihn wirklich mag und deshalb bin ich jetzt lieber still.

Ist “Sindbad – Herr der sieben Meere” ein schlechter Film?

Siehe oben!

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Siehe oben!

Zu “Masters of the Universe”!
Zu “Die Barbaren”!
zu “Herkules in New York”
Zum Hintergrund!

*   “Aladdin” ist Eigentum von Walt Disney Home Entertainment
**”Sindbad – Herr der sieben Meere” ist Eigentum von Cannon International
“Scrubs” ist Eigentum von Buena Vista Entertainment

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