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Premutos erschien im Jahr 1997 und schaffte es innerhalb kürzester Zeit zum Kultfim zu werden. Dies liegt jedoch nicht daran, dass der Film durch eine ausgereifte Storyline oder durch gute schauspielerische Leistungen aus der großen Masse der B-Movies heraus sticht sondern viel mehr daran, dass in diesem Film das Wort „blutrünstig“ völlig neu definiert wird. Nähme man ein Pfund Rinderhack und spielte es in einem DVD Player ab, würde sich das Geschehen auf dem Bildschirm sicher nur marginal von Olaf Ittenbachs Meisterwerk unterscheiden. Die Story an sich macht über weite Strecken keinen Sinn und die Schauspieler scheinen Freunde und Bekannte von Olaf persönlich zu sein.

Die Geschichte beginnt mit einer Mischung aus blutigen Rückblenden und einem bunten Pottpourrie aus Alltagsalbernheiten einer Familie, die irgendwo in einer bayrischen Kleinstadt wohnt. Durch die Rückblenden erfahren wir von der Existenz eines alten bösen Buches, das wohl die Fähigkeit hat den bösen Zwilling von Jesus auf die Erde zu rufen, Premutos – Satans Sohn. Das Buch reist durch die Zeit und landet aus irgendwelchen, nicht näher erklärten Gründen, im Garten unserer Familie. Der Vater Walter (nicht nur, dass der Name sehr klangvoll ist, nein man kann auch auf keinen Falle erkennen, dass Walter ca. Mitte 20 ist und nur auf alt geschminkt wurde) findet es bei der Gartenarbeit und hält das Buch für Hitlers Tagebücher. (das Naheliegendste halt) Er gibt es an seinen Sohn Matthias, gespielt von Olaf Ittenbach „himself“, weiter. Dieser beginnt darin zu schmökern und es folgen einige weitere Rückblendungen bis er plötzlich von seiner Couch angegriffen wird und mit dieser zu einer unbeschreiblichen, kunstblutspuckenden „Stacheldraht–Couch-Antijesus–Reinkarnation“ verschmilzt.. (kreativ ist er ja, unser Olaf).

Fluchs werden einige hundert Zombies zu neuem Leben erweckt und Walters Geburtstagsfeier gestürmt. Die Familie kämpft sich durch Kilo weise marinierten Blumenkohl und allerlei anderes, in Keramikköpfe eingebautes Grillgut und am Ende vernichtet Hugo, der stille Held des Films, die ganze Horde mit einem Panzer, der aus dem Nichts auftaucht. Um das ganze Spektakel abzurunden informiert uns ein „Bodycount“ darüber, dass wir gerade Zeuge wurden, wie 138 Menschen, Zombies oder was auch immer, in 108 Minuten niedergemetzelt wurden. (FANTASTISCH).

Der Film wurde mit einem unglaublichen Budget von 200.000 DM produziert, was bei der verwendeten Menge an Kunstblut und zerschmetterten Lebensmitteln wirklich eine reife Leistung ist. Bei den heutigen Gemüsepreisen wäre dies sicher nicht mehr möglich.

Was bleibt zu sagen über Premutos? Die Story ist abgründig und unschlüssig aber der Spaßfaktor gigantisch. Olafs Spezialeffekte sind sehr kreativ und professionell umgesetzt. Man muss schon ganz genau hinschauen um den „Blumenkohl–Hirn-Ersatz“ als solchen zu identifizieren. Ebenso wirkt das verwendete Kunstblut erstaunlich echt. Hätte man nun etwas mehr Budget gehabt, die Story besser ausgebaut und entwickelt, dazu echte Schauspieler verpflichtet, wäre Premutos Im Horrorgenre sicher ein herausragender Film geworden. Man kann nicht sagen, dass Olaf Ittenbach kein Talent oder keinen Sinn für das Filmemachen hatte, als er Premutos erschuf, aber das mangelnde Kleingeld und die fehlende Erfahrung trüben den Gesamteindruck doch sehr.

Alles in allem ist Premutos ein riesen Spaß für Jung und Alt und ist es wert, gesetzt den Fall man hat etwas übrig für übertriebenes Gemetzel und Zombiehorror, gesehen zu werden.

Ist Premutos ein schlechter Film?

Nicht wirklich, aber ich würde ihn auch nicht gut nennen.

Werde ich ihn mir noch einmal ansehen?

Auf jeden Fall!!!

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