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Es gibt Filme, die schaut man so im Vorbeigehen. Man sucht einen leichten Zeitvertreib, stellt geringe bis keine Erwartungen an das was man da im DVD Player hat und erledigt gleichzeitig etwas Hausarbeit. Ich nenne diese Art von Film immer gerne „Junk Food Movie“. Sie sind im Grunde genommen widerlich, geben einem aber ein kurzes Gefühl der Zufriedenheit und alles endet in Blähungen und Sodbrennen.

Mitte der 80er Jahre entstanden eine Reihe von guten Lovecraft Verfilmungen über den „Re-Animator“. Wer diese Filme kennt weiß, dass ich hier von Kult-Klassikern des Horrorgenres spreche. Der erste Teil blieb zwar ungeschlagen und die Qualität nahm mit jedem Sequel ab, trotzdem wurde dem Zuschauer eine nette, gruselige Reihe von Filmen präsentiert, die mit liebevoll blutrünstigen Effekten das Herz erwärmte.

Sieht man nun den Trailer zu Frank Hennelotters „Frankenhooker“ fühlt man sich zu Recht an „Re-Animator“ erinnert. Der Film erscheint wie eine Mischung aus eben diesem, Frankenstein und der typischen frühen 90er Jahre Kinderkomödien der Marke „Einstein junior“. Ich dachte also, dass man diesem Film mal eine Chance geben könnte und dass er im schlimmsten Fall ein „Junk Food Movie“ sei. Nun, es wurde in der Tat ein „Junk Food Movie“. Allerdings die Art von Junk Food die man an einer alten, verkommenen, speckigen Frittenbude bekommt, in der eine Köchin mit Vollbart, Zigarre und gelben Flecken unter den Armen arbeitet. Ein solches Mahl endet nicht in Sodbrennen oder Blähungen, sondern in einer mittelschweren Lebensmittelvergiftung, Salmonellen und einer Blinddarmentzündung! Sollte der Leser bereits jetzt ein gewisses Maß an Übelkeit und Bauchschmerzen verspüren, willkommen bei „Frankenhooker“!

Der Film beginnt und zeigt uns gleich den Hauptdarsteller Jeffrey Franken wie er an einem Gehirn bastelt, auf welches er ein Auge geklebt hat. Schon in dieser ersten Szene wird dem Zuschauer klar, dass dieser Film nicht nur hervorragend von Dreijährigen synchronisiert wurde, keine Schauspieler jenseits der Amateurliga liefert, die Spezialeffekte zum Himmel schreiend billig sind, sondern obendrein noch mit einer Bildqualität aufwartet, die sich marginal oberhalb der Heimpornogrenze bewegt. (Qualität auf GANZER Linie und ich verspüre bereits ein Zucken in meinem Appendix)

In der nächsten Szene lernen wir Jeffreys Freundin Elizabeth kennen, die man in einen entsetzlichen “Fatsuite“ gesteckt hat und die in Bälde plant, den guten Jeffrey zu heiraten. Ihre Liebe ist so groß, dass sie sich sogar bereits von ihm hat operieren lassen. Ist Jeffrey also Arzt? Nein, natürlich nicht, er ist Elektriker, der in seiner Freizeit gern mit Körperteilen bastelt, aber sie vertraut ihm, da sie ihn ja liebt. (Hach, muss Liebe blöd machen) Die ganze Szene spielt auf der Geburtstagsfeier von Elizabeths Vater, der einen tollen Rasenmäher geschenkt bekommt. Es kommt zu einem Unfall und Liz wird vom Mäher in Stücke gerissen. (Verzeihung, aber wie genau es dazu kommt, habe ich leider nicht verstanden. Fakt ist, Liz ist am Ende der Szene Geschnetzeltes, ich habe es hingenommen, so sollte es jeder tun)

Es folgen einige Szene, in denen Jeffrey Franken etwas genauer vorgestellt wird und der Zuschauer erfährt, dass Jeff den Kopf von Liz eingelagert hat und nun versuchen wird ihr einen neuen Körper zu stricken. Seine fabulösen Ideen hat Jeff anscheinend dadurch, dass er sich gerne hier und da mal zur Entspannung mit einer Bohrmaschine in den Schädel bohrt. (Na selbstverständlich! Ich persönlich ziehe es ja vor mir mit einer Käsereibe die Nippel runter zu schreddern, aber jeder sollte so entspannen wie er möchte.)

Zur Verwirklichung seines genialen Plans fehlen allerdings leider die Materialien und er beschließt, sich die besten Teile verschiedener Prostituierter zu besorgen. Um dies zu bewerkstelligen erfindet er eine neue Version von „Crack“, die nach dem Genuss zur leicht explosivem Verhalten tendiert. (Ok, Ich fasse zusammen, Jeff plant also einen Haufen Nutten mit Crack in Stücke zu sprengen. Ich fühle mich milde unbeeindruckt von dieser Handlungsentwicklung, aber warten wir mal ab, was da noch kommen wird.)

Jeff organisiert sich also einen Haufen Bordsteinschwalben, fährt mit ihnen in ein billiges Motel und beginnt gleich ihre Körper zu begutachten. Glücklicherweise gewährt Frank Hennelotter dem Zuschauer ebenfalls einen Blick auf jede Menge nacktes Fleisch und der Film rutscht auf der Qualitätsskala für einen kurzen Moment eine winzige Stufe höher, um dann aber gnadenlos in den tiefsten Abgründen der billigen Effekthascherei zu versinken. Die Prostituierten machen sich über das Crack her und dem Zuschauer wird die unspektakulärste Schaufensterpuppen-Explosionsorgie aller Zeiten serviert. Hennelotter versucht noch nicht einmal, mit Hilfe geschickter Kameraführung und/oder guter Regie das Ganze irgendwie realistisch oder zumindest nicht offenkundig getrickst aussehen zu lassen. Die ganze Szene wirkt wie der Niedergang der Arcandorgruppe, live übertragen aus einer Karstadtfiliale, die gerade gesprengt wird.

Jeffrey sammelt also die Körperteile ein und begibt sich in sein Labor, um dort einen neuen Körper für Liz zusammen zu schweißen. (In der Tat, SCHWEIßEN!) In guter alter Frankenstein Manier wird Liz mit einem Blitz ins Leben zurück gerufen. Dummerweise hat dies nur mäßig funktioniert, da sie nun permanent einen Gesichtsausdruck aufgelegt hat, als bekäme sie einen mittelschweren Schlaganfall nach dem anderen. (Denke so ähnlich sah ich auch aus, als ich auf meiner blauen Couch saß und diesen Unfilm anschaute.)

Offenbar leben nun die verschiedenen Nutten in Liz weiter und somit beginnt sie anzuschaffen. Ihre Freier jedoch, explodieren, sobald sie in „näheren“ Kontakt mit Liz treten. ( äh…wieso?….äh…egal…..äh…ok!) Jeff kann das natürlich nicht akzeptieren und fängt Liz wieder ein, um mittels Elektroschocktherapie die gute Dame wieder zur Vernunft zu brutzeln. Erstaunlicherweise gelingt dies sogar und Liz ist wieder Liz. (Mal davon abgesehen, dass ihr Körper aus verschiedenen Bauteilen verschiedener anderer Frauen besteht) Endlich wieder vereint, wird die Szene jedoch vom Zuhälter der Nutten jäh gestört. Er hätte gerne sein Eigentum wieder und enthauptet Jeff wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft. (Hach, diese Ironie….) Im großen Finale erwachen jedoch die übrig gebliebenen Körperteile zu neuem, verschmolzenem Leben und gehen ihrem ehemaligen Peiniger an den Kragen. (Ich glaube dies passiert weil irgendwann vorher ein Blitz in die Kühltruhe eingeschlagen ist, in denen die Körperteile gelagert waren. Wem das als Begründung zu fadenscheinig ist, hat zwar Recht, aber auch Pech.) Aber keine Sorge Jeff ist nicht tot! Liz liest seine Aufzeichnungen und montiert seinen Kopf auf einen Frauenkörper. (Fantastisch!)
Der Film endet.

Was bleibt zu sagen über „Frankenhooker“?

Das ist eine gute Frage. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Der Film hat einen gewissen Charme und ist stellenweise wirklich lustig. (sowohl unfreiwillig, als auch freiwillig) Die schlechte Regie, das lückenhafte Drehbuch und die minderwertige Gesamtqualität jedoch zerstören den Film total. Letztlich bleibt noch festzustellen, dass der Film wenigstens keine zu derben Filmfehler hat. Man kann ihn eigentlich ganz gut ansehen, wenn man sein Gehirn für 80 Minuten abschaltet.

Ist „Frankenhooker“ ein schlechter Film?

Ist ein zwei Tage alter Big Mac ein schlechter Burger?

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Eventuell, beim Abwaschen.