Kosmokillers – Sie fressen Alles! (1983, Fimline, Douglas McKeown)
Wollten sie schon immer mal wissen wie genau ein Dosentelefon klingt? Diese Frage kann endlich verlässlich beantwortet werden. Großzügigerweise hat “Filmline” für den geneigten Zuschauer 1983 endlich dieses Mysterium gelüftet. “The deadly Spawn” aka “Kosmokillers – Sie fressen Alles!” gibt dem Zuschauer 73 Minuten lang das Gefühl, einen Film durch genau so ein Dosentelefon zu genießen. Vergessen sie Dolby surround, vergessen sie HD-Audio, dieser Film bietet “Dolby TAE” at its best. Aber auch das Auge wird verwöhnt in diesem Machwerk. Neben hervorragendem Sound werden große Kulissen, Ausnahmeschauspieler, revolutionäre Tricktechnik und eine großartige ausgearbeitete Storyline geboten. Es gibt eigentlich nichts, was man an diesem Film wirklich bemängeln könnte, außer seiner Dauer. Ich hätte ihn mir als vierstündiges Epos gewünscht. Mit Genuss saß ich auf meiner blauen Couch und gab mich dieser wunderbaren Erfahrung hin, bis ich glücklich und zufrieden einschlummerte.
Dies passierte das erste mal nach ca. 10 Minuten. Ernsthaft, ich habe selten in meinem Leben etwas langweiligeres gesehen. Der Film versucht sicher sein Bestes, aber allein die zum abschalten animierende Handlung entwickelt sich nur so schleppend, dass man das Gefühl hat man befinde sich in einer Zeitschleife gefangen. Die Handlung ist so banal ich kann sie in drei Sätzen zusammen fassen.
1.Großes, alles fressendes Alien kommt mit Meteor auf die Erde und nistet sich im Keller eines Wohnhauses ein.
2.Es frisst alle, bis auf zwei.
3.Ein kleiner psychopatischer Junge sprengt dem Vieh den Kopf weg und rettet so den letzten überlebenden und sich selbst, aber ein riesiger bezahnter Penis ist bereits auf der Erde und frisst endlich alle und alles.
Fin!
Bereits die Eröffnungssequenz lässt keine weiteren Fragen bezüglich der Qualität dieses Filmes offen. Man hat den Eindruck man sähe ein Relikt der Tricktechnik der frühen 50er Jahre. Ich musste erst einmal kurz pausieren und mich vergewissern, dass es auch wirklich der richtige Film ist, denn so etwas erwartet man 1983 einfach nicht mehr. Nun gut, als B-Movie–Freund ist man ja einiges gewöhnt und kann über viele Dinge einfach hinwegsehen, aber das Drama geht weiter. Zwei Wanderer Camper Leute, die einfach ohne Grund mitten in der Pampa sind, finden den Meteor und entdecken ein kleines echsenartiges Wesen, welches der Zuschauer jedoch nicht zu Gesicht bekommt. Eine Sekunde später werden unsere neuen Freude aber bereits in einer Art “Schattenspiel” aus dem Leben gerissen. Wieso genau? Keine Ahnung. Anscheinend hat sich das kleine echsenartige Wesen binnen Sekunden in ein riesiges dreiköpfiges Ungetüm entwickelt, das alles frisst. Es wird nie erklärt, insofern vergessen wir es einfach.
Die Szenerie wechselt nun zu einem Wohnhaus und der Zuschauer wird 13 Minuten lang Zeuge wie zwei Menschen morgens aufstehen. Mich brachte das fast dazu ins Bett zu gehen. Es stellt sich also heraus, dass dieses Monster (welches man immer noch nicht zu Gesicht bekommen hat!) im Keller des Hauses lebt. Warum? Keine Ahnung. Es wird nie erklärt, also vergessen wir es einfach. Ich vermute jedoch, dass das offene Kellerfenster, welches der Hausherr entdeckt als er die Zeitung von den Stufen einsammelt, der ultimative Erklärungsversuch sein soll, warum das Vieh jetzt plötzlich sein Dasein in diesem Keller fristet und warum der Hausherr unbedingt in den Keller gehen will. Das Dumme ist nur, man bekommt das kaum mit, weil einem da schon die Augen zufallen oder man mit den Gedanken ohnehin schon wieder bei Poultrygeist gelandet ist. Mann und Frau sterben auf jeden Fall (und das sogar relativ blutrünstig) und es werden vier weitere Bewohner des Hauses eingeführt.
Ein kleiner “Psycho” Junge, seine Tante, sein Onkel und der erwachsene Sohn der beiden Verstorbenen. Ob der kleine Junge ebenfalls ein Kind der Verstorbenen ist, bleibt unklar, da es keine Anhaltspunkte dafür gibt. Fakt ist: Der erwachsene Sohn bezeichnet die beiden Lebenden als Tante und Onkel, die Tante kennt jedoch den Onkel kaum, schlief aber in einem Bett mit ihm. Sie scheint die Tante des kleinen „Norman Bates“ zu sein, der aber wiederum den Onkel gar nicht kennt. Dass der erwachsenen Sohn und der kleine Junge Brüder sind, wird nie gesagt und es weist auch nichts darauf hin. (Verwirrend oder? Aber sicher nichts ungewöhnliches in Udelfangen.)
Die Tante verlässt das Haus und macht sich auf den Weg zur Geburtstagsfeier ihrer Mutter. (Wir werden sie bis kurz vor Ende des Films nicht wieder sehen, was zumindest bei mir einen kurzen Moment des Schocks auslöste, als dann plötzlich das Geschehen auf diese Geburtstagsfeier wechselte und ich überhaupt nicht mehr wusste wer sich da gerade, wo auch immer, befindet.) Der erwachsene Sohn plant einen Lernzirkel im Nachmittag und der kleine Psycho stapft in den Keller. Dort findet er dann das Monster und die verstümmelten Überreste seiner Eltern(?).
Und hier muss ich kurz abweichen.
Das Monster……. Es zu sehen war, als würde man eine angeschaltete Kreissäge in den eigenen Schoss fallen lassen. Ein dreiköpfiges, penisartiges, rosa, Pappmaschee-Kunstwerk, dass es dank Animatronik in der Tat schafft, seine drei Mäuler in Zeitlupe auf und zu zu klappen, soll hier dem Zuschauer Angst einflößen! Ich saß da wie gebannt und war mir sicher: Dieser Anblick würde am Tag danach erst richtig wehtun.
Es stellt sich heraus, dass das Monster blind ist und nur auf Geräusche reagiert. (gähn!) Derweil versammeln sich allerlei Lernfreunde des erwachsenen Sohnes im Haus und 100% entbehrliche Handlungsstränge werden angefangen, schlecht umgesetzt und stümperhaft verknüpft. (Langsam beschleicht mich der Wunsch, auch von „Kosmokiller“ gefressen zu werden)
Das Monster tritt also endlich aus dem Keller und es beginnt das übliche Wegrennen, Verbarrikadieren, Schreien, Weinen, Fluchtpläne entwerfen und finale enthauptet und gefressen werden, welches man ja so in zahlreichen Filmen dieser Art schon lieb gewonnen hat. Letztendlich baut unser kleiner gestörter Freund eine Blitzlichtbombe und sprengt „Kosmokiller“ somit zurück in den Kosmos. (Die Fetzen fliegen, ich grinse, atme tief durch und greife zur Fernbedienung, um mir den Abspann zu ersparen) Doch plötzlich kommt es zur dunklen Wende. Die Kamera zoomt aus dem Geschehen heraus und zeigt ein wunderbares Panoramabild des Hauses. Und siehe da, „Kosmokillers“ großer Bruder “Weenertooth” frisst endlich alles. (Das riesen Eichhörnchen aus Class of Nuk’em high hat mir irgendwie mehr gegeben)
Was bleibt also über “Kosmokillers” zu sagen?
Eigentlich nichts, es ist alles gesagt.
Ist “Kosmokillers” ein schlechter Film?
Gott, JA!
Werde ich ihn nochmal ansehen?
Vielleicht
