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Ein kluger Mann sagte einst zu mir: „Fortsetzungen sind immer gut…“ Ist das so? Ich als Nicht-ständig-B-Movie-Schauer stehe solchen Aussagen immer recht skeptisch gegenüber. So war für mich persönlich Matrix ein guter Film, der durch seine Fortsetzungen kaputt gemacht wurde, nur um ein weitläufig bekanntes Beispiel zu nennen. Wie dem auch sei, es galt, dieser Aussage auf den Zahn zu fühlen und diesen klugen Mann zu bestätigen, oder ihn zu fragen, ob er ferm einen am Helm hat.
Nun – welcher Film (inklusive seiner Fortsetzung natürlich) könnte für dieses Vorhaben geeignet sein? Eben dieser kluge Mann, empfahl mir [REC] inklusive seiner Erweiterung [REC]² … (JU-HU! Fand ich doch den ersten Teil schon zum Brechen großartig.)
Okay, ich muss gestehen, den ersten Teil der beiden spanischen Joint Ventures aus dem Hause Balagueró / Plaza habe ich mir schon vor etwas längerer Zeit angesehen, unter der Vorankündigung, er sei einer DER Must-See Horror-Movies. Soweit ich weiss, wurde dies auch vor geraumer Zeit von „The Blair Witch Project“ behauptet. Ich persönlich teile diese Meinung nicht – dementsprechend hoch war meine Motivation, mir den ersten Part nochmals anzuschauen, um mein Gedächtnis aufzufrischen und nahtlos zum zweiten übergehen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass die Review schlussendlich doch noch zu Stande kam, konnte ich mich offensichtlich dazu durchringen, es zu tun.
Da das Hauptaugenmerk dieser Review auf dem zweiten Teil liegt, möchte ich die Geschichte des ersten Teils nur kurz zusammenfassen. In beiden Filmen wird die Kameraführung übrigens von semiprofessionellen Kameramännern übernommen, die ins Geschehen eingebunden sind. Dies soll dem Zuschauer vermitteln, er sei mittendrin, statt nur dabei. (JU-HU! Blair Witch Project lässt grüßen.)


Einen wunderschönen guten Abend, ich bin Ángela Vidal. Heute zeigen wir in der Sendung „Während Sie schlafen“ eine Feuerwehrmannschaft und diese begleiten wir auf ihrem nächtlichen Einsatz… Ich hab den Faden verloren…

Irgendwie verspüre ich jetzt schon den Drang, mit diesem Moosgummi-Mikrofon-Pömpel dieses Perlweiß-Grinsen abzudecken…
Die Einleitung ist geschafft, fassen wir im Schnelldurchlauf zusammen:
Eine alte Frau (, die in ein hübsches rosa Nachthemd gehüllt ist, fällt inmitten eines hysterischen Anfalls (hysterischer Anfall, soso) einen Polizisten an, amputiert ihm oral fünf Pfund Fleisch aus dem Nackenbereich und wirft einen Feuerwehrmann gefühlte 38 Stockwerke durchs Treppenhaus des Hauses. (Ich agiere übrigens genau so, wenn ich wegen eines schlechten Filmes einen Anfall bekomme…). Zu allem Übel taucht nun der örtliche ABC-Schutzverein auf und stellt das gesamte Haus unter Quarantäne (JU-HU! – Seitenhieb. Vgl. Triple-Feature [REC] – Quarantine – [REC]²). Verständlicherweise schürt das ein wenig den Unmut der versammelten Mietergemeinschaft – die Ereignisse überschlagen sich.
Menschen laufen in Hysterie wild durch die Gegend (ohne Menschen umherzuwerfen), Zombies erwachen zum Leben (Menschen… umherwerfen), unbescholtene Mieter, die lediglich ihre Ruhe haben wollen, werden zerfleischt und prinzipiell wird dem geneigten Zuschauer recht schnell klar, dass hier eine weitere abgekaute Story á la 28 Days Later / 28 Weeks Later / Resident Evil und deren Vorreiter über den Bildschirm flimmert. Ursache für den Ausbruch des Zombie-Aids ist der Hund eines kleinen Mädchens, der den Einsatz der örtlich ansässigen ABC-Schutztruppe zu verantworten hat. So der O-Ton eines Mitglieds der Schutztruppe, welches mutiger weise ins Haus gekommen ist, um Blutproben aller Beteiligten zu nehmen. Unterwegs stolpert der Zuschauer ein paar Mal über unsere alte Dame in rosa, die partout nicht sterben möchte.

Spult man noch etwas weiter vor, bleiben am Ende lediglich nur noch einer der Feuerwehrmänner, Ángela und ihr Kameramann übrig. Von einem Bewohner des 54-stöckigen Hochhauses erfahren die drei, dass es im Dachgeschoss einen Ausgang geben soll (natürlich – Polizisten und eine komplette ABC-Schutztruppe vor der Tür schrecken ab, aber 768 Zombie-Aids Zombies die nach Blut lechzen sind ein kalkulierbares Risiko… ein Klacks für einen Hauch von Freiheit…)
Auf dem Weg dorthin fällt der Feuerwehrmann auch noch der Quote zum Opfer und Ángela und Pablo erreichen nur noch zu zweit die Dachwohnung. In dieser befindet sich allerhand merkwürdiges Zeug: Zeitungsausschnitte, Bilder, Tonbandmitschnitte und ein Chemiebaukasten für Fortgeschrittene. Nach Sichtung des Materials stellt sich heraus, dass von einem bestimmten Mädchen, Medeiros, immer wieder die Rede ist. Dieses Mädchen wurde als besessen oder infiziert abgestempelt und in mehreren Stätten erfolglos „behandelt“. Der Besitzer der Wohnung scheint einen großen Fehler begangen zu haben, weil Ángela und Pablo in Panik ausbrechen und feststellen, dass Medeiros sich im Dachgeschosskabuff über der Wohnung befinden muss um von dort aus vermutlich die rosa Dame angefallen hat (Hasso wurde also zu Unrecht eingeschläfert?). Nachdem die Lampe an der Kamera zu Bruch geht, gipfelt der Höhepunkt des Films darin, dass man mittels Nachtsichtaufnahmen den Tod von Pablo mit verfolgen kann und Ángela ins unendliche Dunkel des 73-stöckigen Hochhauses geschleppt wird.

[To be continued…]