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Es ist vollbracht.

Es ist Sonntagabend, 23:00h und ich habe Poultrygeist vollständig angeschaut. Ein Freund teilte dieses Erlebnis mit mir und ich befürchte ich werde ihn sobald nicht wieder sehen. Mit den Worten „Ich weigere mich DAS als Film anzuerkennen!“ verließ er beim Abspann entrüstet meine Wohnung. Fassungslos ließ er mich zurück auf meiner blauen Couch und ich konnte meinen  Blick noch immer nicht vom Abspann lösen. Langsam kam ich aus einer Art Wachkoma wieder zu mir und versuchte innerlich zu rekapitulieren, was ich da gerade gesehen hatte. Jede einzelne Erinnerung vertiefte sich unter Schmerzen, da mein Hirn versuchte das Abspeichern zu verhindern, und dabei scheiterte.

Ich sah eine muslimische Selbstmordattentäterin/Bikinimodell, die sich zum Wohle aller, im Namen der Demokratie, mit den Worten „Für Amerika“ in die Luft sprengte. Zuvor hatte sie bereits Schweinesteroide zu sich genommen und war zu etwas wie…. „The Thing“ von Marvel mutiert bis sie platze. Drei Szenen später taucht sie mit den Worten „Keine Zeit für Erklärungen“ wieder auf.

Ich sah einen Mann der implodierte und sich selbst wieder gebar.

Ich sah ein zwei Meter großes Zombiehuhn singen und tanzen.

Ich sah einen schwulen, sprechenden, mexikanischen Burger.

Ich sah, wie sich ein Mann in ein Ei verwandelte und seine eigene Zombihuhnreinkarnation aus ihm schlüpfte.

Ich sah, wie einer Frau das Gesicht mit einer Wurstschneidemaschine abgeschnitten wurde. Stück für Stück.

Ich könnte diese Liste voller schmerzhafter Erinnerungen noch ewig weiterführen. Aber ich möchte an dieser Stelle vom Stil einer üblichen Review abweichen, da dieser Film auch kein üblicher Film ist. Auf die Handlung einzugehen ist einfach sinnlos. Es ist zwar eine zusammenhängende Story vorhanden, aber diese ist so sinnbefreit, dass es weniger Webspaceverschwendung ist, zu erklären, warum man eben nicht auf die Handlung eingeht und damit die Zeilen des Artikels füllt. Ich könnte auch einfach fünf Zeilen nur Sternchen tippen und es wäre sinnvoller, als diese Handlung wieder zu geben. Dieser Film ist nicht nur absurd, dieser Film ist eine Anomalie! Kein Satz in diesem „Werk“ macht Sinn. Dem Zuschauer wird einfach nur ein dummer Witz nach dem anderen ins Gesicht geschleudert. Man weiß die halbe Zeit nicht wer schon tot, Zombiehuhn oder noch ganz normal ist. Dieser Streifen wirft einem kontinuierlich Brocken des eigenen Verstandes vor die Füße und trampelt dann noch darauf herum!

Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass ich meinen Hinterkopf nicht mehr spüre.

Zu Beginn des Films bespannt ein Perverser die beiden Hauptdarsteller Arby und Wendy beim Sex auf einem alten Friedhof der Tromahawks. Beide flüchten und er schnüffelt an Arbies Unterwäsche. Eine Zombiehand kommt langsam aus dem Boden und greift in das Hinterteil, durch den ganzen Körper, zum Mund raus, nach der Unterhose und zieht sie ihm in den Mund, durch den ganzen Körper, zum Hintern wieder raus! Sowas muss man sich erst einmal ausdenken können!

Dieser Film hat den B-Movie-Thrill neu definiert. Man sitzt da mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Fremdschämen, Abscheu, Belustigung, Terror, Dschihad, Hunger und Zitrone auf einmal. Müsste ich ein Lexikon schreiben und ich wäre bei „Grobem Unfug“ angelangt, würde ich diesen als „Poultrygeist- Night of the Chicken Dead“ definieren.

Ich glaube sogar, ich bin jetzt etwas dümmer als zuvor.

Zur Krönung des ganzen Spektakels servieren uns Lloyd Kaufman und Michael Herz auch noch immer wieder Musicaleinlagen, die noch nicht mal synchron auf die Lippen der Darsteller gelegt wurden. Der Film ist unbeschreiblich blutrünstig, ständig bekommt irgendwer irgendwas in den After geschoben, Fäkalien fliegen in Massen herum und es wird sich unglaublich oft erbrochen.

Ich glaube ich muss mich jetzt etwas hinlegen.

Ist Poultrygeist ein schlechter Film?

……….!

Werde ich ihn mir nochmal anschauen?

Ich glaube ernsthaft, das würde ich nicht verkraften.

Anmerkung:

Der Autor dieses Artikels hat aus gesundheitlichen Gründen das Schreiben weiterer Artikel und das Ansehen weiterer Tromafilme für mindestens vier Tage zu unterlassen, da sonst die Gefahr eines Nervenzusammenbruchs und der autarken Reinkarnation als Toxic Avenger besteht.


Gez. Dr. Med. Franko Hackihnab

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