Masters of the Universe (1987,Gary Goddard, Cannon) By “da Maze”

Bevor ich beginne, dieses Review zu schreiben, zunächst ein kurzes Brainstorming. Das kennt man ja aus der Schule (oder spätestens aus der Uni, wenn man zuvor eine derart qualifizierte Bildungsanstalt besuchen durfte wie ich): Assoziationen, Erwartungen und Fragmente von Erinnerungen werden dem unvorbereiteten Unterbewusstsein entlockt… alles geht, nichts muss… nur raus damit aufs wehrlose Papier:

Dunkelheit, Licht, Eternia, Masters of the Universe, He-Man, Skeletor, Man at Arms, goldene Kindheitserinnerungen, Castle Greyskull, alte Helden … billige Plastikfiguren, karges Taschengeld, die Cannon Group, Dolph Lundgren, Muskelfilmwochen, Schmerzen, Brechreiz, Hirnblutungen, Schlaganfall, Rollstuhl, Koma, Tod.

Irgendwo zwischen diesen Polen sollte sich etwas Wahrheit über den mir vorliegenden „Film“ finden lassen. Lange ist es her, dass ich den Streifen sah, ich tippe auf 20 Jahre. Überhaupt nicht lange ist es hingegen her, dass mich die Cannon Group einer schönen Kindheitserinnerung beraubte. Die Cannon Group, ihres Zeichens berüchtigter Lieferant drittklassiger Action-Filme, katapultierte sich laut Internetquellen mit diesem Film selbst in die Insolvenz und das, obwohl es praktisch gar kein Budget gab. Sogar die Requisiten und Kulissen des Filmes stammten aus Restbeständen von Bladerunner & Ghost Busters. Sisyphos hätte über diese gesamtwirtschaftliche Glanzleistung Tränen gelacht, davon bin ich überzeugt! Wo kein Geld, da kein Schauspieler und deswegen dürfen wir heute nicht Sly Stallone in der Rolle des He-Man bewundern, sondern Dolph Lundgren. Dieser wiederum bezeichnete den Film im Nachhinein als den Tiefpunkt seiner Karriere. Na prost Mahlzeit! Manchmal frage ich mich, warum ich mir das hier antue?

Aber gut, ich sah den „American Fighter“ sterben und überlebte die „Feuerwalze“, also werde ich auch „Masters of the Universe“ bezwingen. Mal ernsthaft, ich habe schon Schlimmeres durchgestanden – und damit meine ich nicht den Schnitt mit der Rasierklinge in die Brustwarze!

Bei der Macht von Greyskull, bitte gib mir Mut, Kraft und einen stabilen Verdauungstrakt…

Phase 1: Ich nehme vor dem Spiegel Aufstellung und sage zehn mal laut und deutlich „Ich werde dem folgenden Film neutral und wohl gesonnen gegenüber treten.“, dabei versuche ich zu lächeln. Ich ergänze zur Sicherheit lieber noch zehn mal „Ich habe nichts zu befürchten.“, mache es mir auf meiner Couch bequem, starte die DVD und stürze mich ins Fernsehvergnügen. Nach 6:42 Minuten muss ich zum ersten Mal abbrechen. Ich sah eine fremde Welt – Eternia – weite Landschaften, entfernt an den Grand Canyon erinnernd, darüber ein fremdartiger Nachthimmel. Castle Greyskull, Sturmtruppen, futuristische Maschinengewehre, Krieg, …

Moment, Sturmtruppen???

Ich sehe näher hin und tatsächlich, die Schergen Skeletors ™, welche ich unschwer anhand der schwarzen Farbe identifizieren kann, erinnern frappierend an Darth Vader und seine imperialen Jungs. Na ja, es waren eben die 80er und über Geschmack lässt sich streiten. Es folgt unvermittelt der Auftritt des bösen Buben “himself“ in seinem Palast der Geschmacklosigkeiten. Zwei dutzend martialische Sprüche später ist das Setting geklärt, es geht mal wieder um die Wurst, äh, Welt… pardon. Die völlig selig bekifft wirkende Zauberin, welche im Film auf den wundervollen und höchst originellen Namen “Zauberin“ hört, ist die Herrin von Greyskull und zum Entsetzen des unbedarften Zuschauers Skeletors ™ Gefangene. Trotzdem scheint ihr die Sonne dermaßen aus dem Arsch, dass der Herr des Bösen ihr erst einmal einen voll krass magischen Dämpfer verpassen muss. Ihre Reaktion darauf lässt zunächst einen Spontanorgasmus vermuten, doch schläft sie unvermittelt ein und man erfährt später, dass sie von nun an in einem magischen Kraftfeld gefangen ist. Die Szene in Kombination mit den Kulissen lässt mich das erste mal an psychoaktive Substanzen denken.

Als Nächstes sehen wir He-Man ™ in heroischer Pose auf einer Klippe stehen. Na ja, eigentlich ist es nur Dolph. Den fand ich sogar als Kind schon scheisse, während all die Chucks, Michaels, Jean-Claudes und Stevens noch das Prädikat „Helden“ in meinem naiven Kopf trugen. Aber gut, ich wollte fair bleiben. Wenigstens ist sein Outfit von vergleichbarer Qualität wie das von Skeletor (von vergleichbar schlechter, aber das lassen wir mal unter den Tisch fallen). Unvermittelt folgt der erste Kampf unseres Helden gegen die Schergen des Bösen. Sogar Man at Arms ™ und seine Ziehtochter Teela ™, ihres Zeichens ein Klon der Zauberin von Greyskull (fragen Sie nicht…), sind mit von der Partie! Spaceballs! Sturmtruppen!! Lasergewehrfeuer! Kampfstern Galactica!! Assoziationen wirbeln in meinem Kopf umher. Irgend etwas stimmt hier nicht. Spüre wie Fähigkeit zu Sprache nachlässt. Was ist das da im Netz, wo Böse verschleppen wollten? Gnom aus irischer Mythologie? Lepraschaum? Unvermittelt kommt es mir in den Sinn, dass möglicherweise jemand den Roman Illuminatus gelesen und in die Tat umgesetzt hat. LSD im Grundwasser ist definitiv kein Scherz, also Finger weg, liebe Kinder! Vorsorglich kippe ich mein Wasserglas in den Ausguss und lege mich ins Bett. Die über den Kopf gezogene Decke vermittelt einen Hauch von Sicherheit, dann schlafe ich völlig überreizt ein.

Phase 2: Als ich nach mehreren Stunden erwache, geht es mir eigentlich wieder recht gut. Ich murmele testweise einige Worte und bin erfreut darüber, scheinbar mein Sprachvermögen zurück erlangt zu haben. Ziemlich genau 20 Sekunden lang hält dieser Zustand an, dann erscheint unvermittelt wieder der Gnom vor meinem inneren Auge. Stöhnend taste ich nach der Fernbedienung, denn es muss eine Erklärung für die voran gegangenen Geschehnisse auf dem Bildschirm geben. Mit dem unermüdlichen Ansporn eines Proktologen bei der Arbeit dringe ich also tiefer in die krude Handlung ein und zu meiner Erleichterung nehme ich in den nächsten Minuten tatsächlich die Grundzüge einer solchen zur Kenntnis. Der Gnom ist kein Leprechaun, sondern „Gwyldor von Tenor, Schlüsselschmied und Erfinder“ – [insert random flaming]! Die kleine, nervtötende Plastikvisage hat zum Leidwesen aller Beteiligten einen kosmischen Schlüssel erfunden, mit dem sich jeder beliebige Ort des Universums zu jeder beliebigen Zeit erreichen lässt und zwar auf Basis der Berechnung gavatonischer (?) Töne.

Haben sie auch schon wieder dieses stechende Gefühl im Hinterkopf, liebe Leser?

Langer Rede schwacher Sinn: Skeletor hat seinen Truppen mit Hilfe des Schlüssels einen Zugang zu Castle Greyskull verschafft und die Zauberin namens Zauberin gefangen genommen. Zum Glück für He-Man ™ jedoch besitzt der Gnom einen zweites Exemplar, mit dem die Helden flugs in die Festung reisen, um die magisch begabte Lady zu befreien. Es kommt wie es kommen muss, Skeletor taucht auf, bevor die Gefangene befreit werden kann und He-Man and Friends ™ müssen mitsamt dem beschädigten Schlüssel an einen zufällig gewählten Ort im Universum fliehen, um nicht selbst in Gefangenschaft zu geraten.

Liebe Leser, bitte halten Sie sich an dieser Stelle fest für den großen, sensationellen, grenzenlos genialen Coup der Drehbuchautoren. Vergessen Sie „Lost“. Vergessen sie jede überraschende oder vermeintlich geniale Wendung irgend eines Films, der Sie jemals beeindruckt hat: die Helden landen im Jahre 1987 (!) in den Vereinigten Staaten von Amerika (!!).

Ich lasse an dieser Stelle etwas Raum, damit dieser bahnbrechende Einfall seine ganze Wirkung entfalten kann (Zusammenhänge zwischen dieser überraschenden Wendung und dem zur Verfügung stehenden Budget des Films drängen sich an dieser Stelle übrigens nur zufällig auf und wer etwas anderes behauptet, lügt). Kehren Sie also in Ruhe ihren Blick nach Innen. Beten Sie. Meditieren Sie. Danken Sie dem Schöpfer (oder woran auch immer sie glauben) für dieses wundervolle, unvergleichliche Werk von barocker Schönheit.

Mal ernsthaft: dieser Streifen hat den Cannon Leuten den Gar aus gemacht? Das könnte man meiner Meinung nach fast als Gottesbeweis durchgehen lassen!

Phase 3: Man ist also auf der Erde. Nun gut. Lassen wir uns drauf ein. Überraschenderweise ist diese Passage nicht nur die längste, sondern auch „unterhaltsamste“ des Films. Der „erste Kontakt“ mit einer außerirdischen Lebensform (einer Kuh) und diverse Konflikte mit deren Gebräuchen sind zwar trashig, aber tun nicht wirklich weh. Manchmal hab ich wohl sogar geschmunzelt. Zusammenfassend kann ich berichten, dass Skeletor weitere urheberrechtliche geschützte Actionfiguren durch Raum und Zeit entsendet, um He-Man und den Schlüssel zurück zu bringen. Letzterer ist dummerweise in die Hände zweier amerikanischer Teenager gefallen (die aus „Friends“ bekannte Courtney Cox begeht hier eine Jugendsünde). Das Teenager-Männchen hält den Schlüssel in einem Anflug geistiger Totalfinsternis zunächst für einen dieser neuen japanischen Synthesizer und klimpert munter darauf herum, was Skeletor wiederum eine Peilung des kosmischen Geräts ermöglicht. Skeletors Monster jagen nun Teenager, He-Man taucht auf und vermöbelt Monster, Teenager-Weibchen frohlockt, Skeletor zürnt, mehr Monster und mehr Vermöbeln folgen – Stop!

Verdammt, es geht schon wieder los. Ich reiße mich zusammen, versprochen!

Also: es beginnt ein Katz- und Maus-Spiel zwischen He-Man und Skeletors Schergen, an deren Ende unser Held dank des reparierten Schlüssels mitsamt den beiden Teenagern nach Greyskull zurück kehren kann. Dort kommt es zum Showdown, an dessen Ende das Gute triumphiert. Alle sind glücklich mit Ausnahme von Skeletor. Ende. Danke.

Ich bitte an dieser Stelle um Verständnis, denn ich weigere mich auf weitere Details des Films einzugehen. Die Tricktechnik, das schauspielerische Vermögen, die Qualität des Plots oder die Ansammlung von Logikfehlern sind letztendlich auch allesamt unerheblich. Es ist das Gesamtkunstwerk, welches zählt. Kommen wir daher umgehend zum Fazit. (Und wer behauptet, ich würde mich hier nur aus der Affäre ziehen, um zum Ende zu kommen, lügt selbstverständlich schamlos).

Ist Masters of the Universe ein schlechter Film?

Er tat beim Anschauen weh wie keiner seiner Vorgänger. Ich denke, das bedeutet ja.

Werde ich ihn mir noch einmal anschauen?

Papercuts, Wassertropfenfolter, Wasabi im Auge… bitte lasst mich eine dieser gnädigen Freizeitaktivitäten auswählen, doch zwingt mich nicht, mir Masters of the Universe noch einmal anzuschauen! Bitte!

Zum Hintergrund!
Zu “Die Barbaren”!
Zu “Sindbad – Herr der sieben Meere”!
Zu “Herkules in New York”

admin on Juli 20th, 2010 | File Under Reviews | 2 Comments -

End of the line (2007, Maurice Deveraux, Maurice Deveraux Productions)

Eigentlich sollte an dieser Stelle ja eine Review des Monumentalfilms “Hollywood Chainsaw Hookers“ erscheinen, aus aktuellem Anlass möchte ich aber des Zeitplan etwas abändern und zuerst die Besprechung eines etwas moderneren Films voran schicken.

Nach einer langen Zeit der Abstinenz habe ich gestern Abend mal wieder einen Film der Kategorie “Horror“ gesehen. Der kanadische Film “End of the line“ von 2007 versprach gruselige 95 Minuten, die Handlung klang sehr ansprechend und unterm Strich waren die Kritiken auch gar nicht mal so übel. Was ich dann zu sehen bekam war aber leider eher ein Film aus der Kategorie „geistige Endstation“. Für B-Movie Verhältnisse war der Film hervorragend produziert, die Kameraführung angenehm, und die schauspielerischen Leistungen allesamt mittelmäßig, aber unterm Strich in Ordnung. Es ist das immer wiederkehrende Problem bei B-Movies, dass sehr selten alle Abteilungen eines Films mit adäquaten Köpfen besetzt werden. Ich vermute, dass es einfach ein pekuniäres Problem ist, welches in letzter Konsequenz zu derartigen Ausfällen auf Zelluloid führt, denn in „End of the line“ hat es einfach nicht mehr für ein gutes Script und einen talentierten Regisseur gereicht.

Die Zutaten dieses schwerverdaulichen Film-Menus klingen dabei gar nicht mal so übel. Wir haben das Ende der Welt, eine durchgeknallte Christensekte, U-Bahntunnel für eine beklemmende Stimmung und hektoliterweise Kunstblut. Würde man dies alles nun mit einer Priese Spannung und Originalität abschmecken, hätten wir doch ein hervorragendes Horror-Menu. Dummerweise schmeckte man hier allerdings mit Filmfehlern, geistiger Umnachtung, Ungereimtheiten und Unglaubwürdigkeit ab, was das ganze eher zu einem Horror Big Mac von Vorgestern vollendet. Aus diesem Grund würde ich schon allein für die Lektüre dieser Review empfehlen, Alka Seltzer griffbereit zu halten.

Der Film beginnt mit einigen malerischen Bildern eines U-Bahntunnels, während die Credits und eine Musik, die eine erstaunliche Ähnlichkeit zur Leitmelodie von „Der Pate“ aufweist, abgespult werden. In den ersten 10 Minuten Film erfahren wir, wer unsere Hauptdarstellerin sein wird und das offenbar alle Menschen in diesem Film stark halluzinieren und deshalb gefahrlaufen sich vor fahrende U-Bahnen zu werfen. Karen, unsere Hauptdarstellerin, arbeitet offenbar als Krankenschwester in einem Irrenhaus und hat selbst ebenfalls schon einen mächtigen Dachschaden davongetragen, der sie von einer bluttriefenden psychotischen Episode in die nächste stürzt. Nachdem sich eine ihrer Patienten erfolgreich vor eine U-Bahn wirft, sich die Emotionen zu einem schauspielerischen Fettbrand entwickeln und diverse Irre das Ende der Welt herbeifaseln, macht Karen endlich Feierabend und bricht auf gen U-Bahnschacht.
Dort angekommen wird sie von einem “Ich-säh-gerne-aus-wie-Quentin-Tarantino“ – Typ belästigt und Mike tritt auf, unser nächster Hauptdarsteller, der Karen von unseren “Tarantino-Ripp-off“ befreit.

Der Zug kommt an, alle steigen ein und der Regisseur entscheidet sich in den nächsten 20 Minuten Christopher Nolans Konzept der nicht linearen Handlungsstränge zu kopieren. Im Gegensatz zu “Memento“ ist “End of the line“ allerdings kein intelligentes, meisterhaftes Verwirrspiel mit “Aha-Effekt“, sondern viel mehr der gescheiterte, plumpe Versuch als solches zu wirken. Aus diesem Grund erspare ich mir die Beschreibung der Technik und fasse nur kurz die Handlung zusammen. Im Zug befindet sich eine geistig geforderte Christensekte, die von ihrem Anführer per SMS informiert wird, dass der jüngste Tag angebrochen ist und dass sie nun mit ihren Kreuz-Dolchen so viele Menschen wie möglich abstechen sollen, um diese zu erlösen. Klingt komisch, ist aber so. Es beginnt ein fröhliches Metzelspiel und am Ende verschanzen sich Karen. Mike und einige Überlebende, in einem Kontrollraum der U-Bahn. An diesem Punkt wäre dann auch Maurice Deverauxs Idee, ein B-Movie mit künstlerischen Anspruch zu erschaffen, kläglich gescheitert und abgehakt.

Die nun zusammengewürfelten Charaktere sind wirklich keiner weiteren Beschreibung oder Namensgebung wert. Aus diesem Grund erspare ich mir die DVD noch einmal anzuschalten und mir die unwichtigen Personen zu merken. Man beratschlagt nun im Kontrollraum was wohl zu tun sei. Manche glauben an die Apokalypse, manche nicht. Manche wollen fliehen, manche wollen bleiben. Das Fernsehen sendet nur noch Blut und einen durchgefeuerten Sektenboss, der weiter zu Mord und Totschlag aufruft. Nach gefühlten 3 Wochen ist die Entscheidung gefallen: Keiner weiß was los ist, manche bleiben im Kontrollraum und manche versuchen zu fliehen. (Um Himmelswillen!!! 20 Minuten Diskussion und am Ende resultiert es dann doch wieder in der Ausgangssituation!) Natürlich werden die im Kontrollraum zurück gebliebenen von den Sektenmitgliedern gefunden und abgeschlachtet. Hierbei kommt es zu einer sehr unschönen Szene, in der eine schwangere ermordet wird und ihr der Fötus aus dem Leib gerissen und in die sterbenden Arme gelegt wird. Diese Szene passt überhaupt nicht in den Film und ist unnötig grausam und blutrünstig. Die Sektenmitglieder sind zwar durchgeknallt, handeln aber im Namen Gottes und versuchen eigentlich die Menschen zu erlösen. Dieser Akt absoluter Grausamkeit passt also im Endeffekt überhaupt nicht zur Handlung und rückt den Film plötzlich in ein ganz anderes, ekliges Licht.
Derweil werden die Reihen der Fliehenden immer weiter ausgedünnt und unser “Tarantino-Look-Alike“ entpuppt sich als oberfieser Offizier der Sekte, der sogar auf deren abgedrehte Anarchoregeln pfeift und sein ganz persönliches Armageddon ausruft. Er wird dabei allerdings so übertrieben bösartig dargestellt, dass der Charakter jegliche Glaubwürdigkeit verliert und man für die Beschreibung der Figur ein neues Wort wie “Überunfreundfeinddämon“ erfinden müsste.

Und damit war es das dann auch an Handlung. Zum Ende hin sterben immer mehr Charaktere in mehr oder minder blutrünstigen Aktionen, bis letztlich nur noch Karen am leben ist und im direkten Kampf, Mann gegen Krankenschwester, Tarantinos unehelichen kleinen Bruder abmurkst.
Dummerweise ist aber wirklich Armageddon und aus den herumliegenden Leichen schlüpfen aus unerfindlichen Gründen plötzlich kleine blaue Kobolde, die dann auch Karen fertig machen. Klappe zu, alle tot, habe fertig – Danke!

Was bleibt zu sagen über „End of the line“? Eigentlich nicht mehr viel. Das äußere Erscheinungsbild des Films ist gut. Und das war’s auch. Gute Bildqualität, angenehme Kameraführung, mittelmäßige Schauspielkunst, und jede menge Gore können leider nicht über das miese Drehbuch und die schlechte Regie hinwegtäuschen. Die Story ist unglaubwürdig, entwickelt sich schlecht und in stümperhafter Regie umgesetzt. Auf Filmfehler bin ich in dieser Review noch nicht einmal eingegangen, da dies den Rahmen gesprengt hätte. Außerdem möchte ich nicht dieses „Häh!?-Gefühl“ im Überraschungsmoment verderben, für den Fall, dass sich der ein oder andere durch meine Review berufen sieht sich diesen Film anzutun.

Ist „End of the line“ ein schlechter Film?

Das kann man wohl so sagen, ja.

Werde ich ihn mir nochmal ansehen.

Ganz sicher nicht in diesem Leben.

admin on Juli 15th, 2010 | File Under Reviews | No Comments -