B-Videogames Part 02 “Plants vs. Zombies″ (2009, Popcap)

Ich denke, dass viele Leser bereits von der Firma “Popcap” gehört haben. “Popcap” ist nicht wirklich ein independent Label, existiert schon seit 10 Jahren und erfreute das Spielerherz seinerzeit mit dem mächtigen Titel “Bejeweled”. Im Zuge des “Casual Game Hypes” der letzten Jahre dürfte eigentlich jedem schon einmal das ein oder andere “Popcap” Spiel in die Hände gefallen sein. Meiner Meinung nach erfüllen die Spiele alle Kriterien, die ein B-Spiel ausmachen. Die Spiele sind günstig, mit wenig Aufwand produziert, relativ anspruchslos aber machen maximalen Spaß.

Aus diesem Grund möchte ich als zweites Spiel meiner dreiteiligen Review gerne “Plants vs. Zombies” vorstellen. Dieses Spiel ist quasi das krasse Gegenteil zu “Alien Shooter 2″, denn hier stimmt einfach alles.

“Wie, da stimmt alles? Bin ich hier Am Rand des Wahnsinns? Wird es etwa kein Genörgel geben?”

Keine Sorge, auch dieses Spiel weist gravierende Mängel auf, aber im Gegensatz zu anderen Titeln macht dieses Spiel einfach mächtig Spaß.

Die Handlung ist denkbar einfach gestrickt. Zombies haben die Herrschaft übernommen und man befindet sich im eigenen Haus gefangen. Offenbar haben die Zombies nichts besseres zu tun, als eben dieses zu stürmen und sich am Hirn des Spielers zu delektieren. Um dies zu verhindern, kann man verschiedene, sehr angriffslustige Pflanzen im Garten platzieren, die den Zombies dann ordentlich mit Erbsengeschützen, Maiskörnern, Wassermelonen und Ähnlichem einheizen.Um die Pflanzen zu kaufen, muss man “Sonnenlicht” einfangen. Dieses fällt einfach von Zeit zu Zeit vom Himmel und muss mit der Maus angeklickt werden. Im weiteren Verlauf des Spiels kann man sich nun immer weitere Pflanzen kaufen, oder bereits vorhandenen Pflanzen aufwerten, um mehr Feuerkraft zu haben. Im Prinzip ist das Spiel nur eine Variante der allseits beliebten “Tower Defense” Spiele.

Die Grafik ist sehr simpel gehalten, hat aber durchaus Charme. Es wird gänzlich auf 3D verzichtet und das Spiel präsentiert sich in einem netten Comicstil. Einstellungsmöglichkeiten gibt es leider keine, was auf modernen TFTs zu einer gewissen skalierungsbedingten Unschärfe führt. Alles in Allem kann man aber mit der Grafik des Spiels sehr gut leben.

Was weniger schön gelöst wurde sind die Sonderfunktionen abseits des Hauptspiels.

Das Shopsystem

Am Anfang bekommt man nach jedem geschafften Level weitere nützliche Pflanzen dazu. Das Problem ist nur, dass diese sehr spezifisch sind und immer nur in bestimmten Leveln wirklich nützlich sind. Zusätzlich kann man im Shop diverse Upgrades für die Pflanzen erwerben oder auch die Rahmenbedingungen des Spielfelds zu Gunsten des Spielers ändern. Klingt alles sehr patent, aber die meisten Sachen, die man kaufen kann sind nutzlos. Man braucht für das Spiel eigentlich nur einige wenige Pflanzen. Es werden aber insgesamt 49 verschieden Items zum Kauf angeboten. Man wird also zwangsläufig Geld für Dinge ausgeben, die sich als nutzlos erweisen. Das Geld fehlt dann aber, um die richtigen Pflanzen zu kaufen und schon spielt man das Spiel wieder von vorne. Ich habe mir mehr als einmal meine ohnehin schon spärlichen Haare aus Ärger über dieses System gerauft.

Der Zengarten

Um Geld schnell zu verdienen, bietet das Spiel irgendwann die Möglichkeit an, einen Zengarten anzulegen. Man kauft sich Pflanzen oder findet diese versteckt im Spiel und kann diese dort hegen und pflegen. In regelmäßigen Abständen werfen diese Pflanzen dann Geld ab, das man entweder mit der Maus einsammelt oder von einer kleinen Schnecke einsammeln lässt. Das Problem ist hier, dass das Pflegen der Pflanzen zu beginn mehr Geld verschlingt, als es einbringt und das ganze erst wirklich lukrativ wird wenn das Spiel ohnehin schon so weit fortgeschritten ist, dass Geld keine große Rolle mehr spielt. Dieser Garten ist also einfach eine Zeit- und Geldverschwendung.

Die Minigames

Im Laufe des Spiels spielt man immer mehr Minigames frei. Diese eigenen sich hervorragend um Geld zu verdienen, haben aber ein dickes Problem. Sie sind einfach nicht ordentlich balanciert. Entweder sind sie so einfach, dass man sich dabei zu Tode langweilt oder sie sind so abartig schwer, dass man sich nur aufregt. So oder so ist es eine Qual diese Spiele zu absolvieren. Der Verdienst jedoch ist zwingend notwendig um die Kampagne zu schaffen. Es scheint als hätte “Popcap” hier Spaß daran den Spieler mit durchgefallenen Projekten zum Thema “Plants vs. Zombies” zu quälen.
Frei nach dem Motto: “Unsere Entwickler haben es geschrieben, wir haben es bezahlt, also muss der Spieler jetzt auch dadurch egal wie grottig es ist” Besten Dank, “Popcap”.

Der Baum der Weisheit

Der Baum der Weisheit wird vom Spieler aufgezogen und soll angeblich nützliche Tipps geben. Besonderes Augenmerk sei hier auf “angeblich” und “nützlich” gelegt. Die Tipps sind unglaublich dämlich und selbst ein behinderter Schimpanse ist in der Lage die Spielmechanik selbst zu erkunden. Nichts desto Trotz verschlingt die Aufzucht des Baums Unsummen. Ich kann nur dazu raten dieses Feature gänzlich zu ignorieren.

Trotz der mangelhaften Umsetzung der Sonderaktionen abseits des Hauptspiels ist “Plants vs. Zombies” ein großartiges Spiel. Es macht höllisch Spaß und auf die gute Art süchtig. Man kann viele kurzweilige Stunden mit der Kampagne verbringen und anschließend noch sein Können in diversen Survival – Modi unter Beweis stellen. Ich würde jedem empfehlen sich zumindest einmal die Demo auf “Popcap” anzusehen.

Ist “Plants vs. Zombies” ein schlechtes Spiel?

Absolut nicht!

Werde ich es nochmal spielen?

Auf jeden Fall!

Zu Part 01 “Alien Shooter 2″!
Zu Part 03 “Zombie Driver”!

admin on Februar 28th, 2010 | File Under Reviews | 1 Comment -

B-Videogames Part 01 “Alien Shooter 2″ (2006, Sigma Team)


In den letzten Tagen war mir einfach nicht wirklich danach Filme zu schauen. Ich hatte in meiner Freizeit einen anderen tollen Spass entdeckt: B-Videogames. “B-Videogames? So etwas gibt es?” fragt man sich und “JA” es gibt sie. Ich habe drei Spiele herausgesucht und möchte diese, mit all ihren Stärken und Schwächen, in drei Sonderreviews vorstellen.

Zuerst möchte ich mein Augenmerk auf den ältesten mir vorliegenden Vertreter dieses bizarren Genres richten und “Alien Shooter 2″ der Firma “Sigma Team” präsentieren.

Im Jahre 2006 veröffentlicht, ist das Erste was bei diesem Spiel auffällt, dass es keinen ersten Teil zu geben scheint. Nach etwas Recherche allerdings stieß ich doch noch auf den ersten Teil. Dieser scheint aber noch aus prähistorischen PC-Game-Zeiten zu stammen und deshalb ignorieren wir ihn einfach mal.

“Alien Shooter 2″ ist ein absolutes “no brain” Game. Zur Handlung gibt es wenig zu sagen. Eine ominöse Firma öffnet ein Tor zu einer anderen Dimension und eine Horde von Aliens stürmt daraufhin das Firmengebäude. Man ist nun der einsame Held, der alle Aliens zurück in ihre Dimension ballern muss. Serviert wird das Ganze mit jeder Menge Splatter, dem “Versuch” ein RPG -Feeling zu etablieren und einer Spielmechanik der Marke “Diablo”. Klingt gar nicht schlecht, oder?

Nun, so malerisch und verführerisch die Beschreibung bis dahin klingt, so abartig schlecht und dümmlich präsentiert sich dann das Spiel. Die Auflösung ist das erste dicke Problem. Man kann nur zwischen 800*600 und 1024*786 wählen. Ich fühle mich umgehend wirklich in “Diablo” – Zeiten zurückversetzt, jedoch ist dieses Spiel von 2006 und benötigt sogar DX 9c! Ok, ich wähle also die “hohe” 1024*768er Auflösung, bete, dass mein TFT dabei nicht den Skalier- Dienst verweigert, aktiviere die Funktion “Schatten” und setze die Details auf “hoch”. Damit haben sich auch bereits alle Grafikoptionen erschöpft und ich starte das Spiel.

Was sich mir da offenbart treibt mir fast die Tränen in die Augen. Wir befinden uns anscheinend außerhalb der Firma auf einer offenen Straße. Es regnet. Die Farben des Spiels sind sehr blass und eigentlich mehr oder weniger nur “grau in grau”, was dem ganzen wohl ein gewisses Flair verleihen soll, aber einfach nur schlimm aussieht.

Mein Held, mit 100 Kugeln und einer kleinen Knarre bewaffnet, steht regungslos da und wartet auf meine Befehle. Also lege ich mein Hände an Pfeiltasten und Maus und beginne die Umgebung zu erkunden. Natürlich stößt man hierbei sofort an die Begrenzungen der Spielwelt. Kam Diablo mit einer gewissen Illusion einer freien Spielwelt daher, bringt dieses Spiel einem das Gefühl näher, wie es sein muss, in einem engen Schlauch fest zu stecken und sich nur noch in eine Richtung bewegen zu können. Da sonst auch nichts passiert in diesem ersten Level, schieße ich mal ein wenig um mich und stelle fest, dass man wenigstens große Teile der Umgebung zerstören kann, Fässer in lächerlich übertriebenen Explosionen zerplatzen und braune Holzkisten voller Supplies stecken.

Die Steuerung des Charakters ist unterirdisch schlecht umgesetzt. Man läuft ständig Gefahr in einer der Begrenzungen hängen zu bleiben und das Spiel neu starten zu müssen. Es gibt jede Menge “Secret Areas” in diesem Spiel , allerdings gestaltet sich die Suche nach diesen aus diesem Grund sehr gefährlich und ist es eigentlich nicht wert.

Ich wandere also herum, schieße auf Fässer und Kisten und irgendwann begegnen mir auch die ersten Aliens. Die Aliens sehen irgendwie wie Spinnen und Insekten aus, haben noch nie etwas von KI gehört und zerplatzen in hell roten Bröckchen oder alternativ in sehr schlechten Sterbeanimationen. Im weiteren Verlauf des Spiels werden die Gegnermodelle wenigstens noch um Dinosaurier ergänzt. Das Mündungsfeuer meiner Waffe ist ein einziges Sprite! In Zeiten großer Licht – und Explosionseffekte präsentiert uns “Sigma Team” in der Tat ein Sprite als Mündungsfeuer. Jetzt wird mir langsam wirklich übel, aber ich spiele weiter. Mein Charakter steigt das erste mal auf. Ich bekomme fünf Skillpunkte und darf diese auf verschiedene Eigenschaften aufteilen.

Nun, dies sieht ganz nett aus, aber im weiteren Verlauf des Spiels wird sich recht schnell herausstellen, dass man diese Punkte eigentlich nur braucht, um bessere Waffen zu kaufen, etwas mehr im Inventar aufnehmen zu können und sich schneller zu bewegen. Das klingt jetzt eventuell nützlicher, als es im Endeffekt ist, denn zu Beginn steigt man auch noch relativ zügig auf und man hat die Illusion, dass man den Charakter wirklich sehr gut ausbauen kann, aber bereits ab Level 5 wird es nahezu unmöglich weiter aufzusteigen, da man dafür solch utopische Mengen an Aliens massakrieren müsste, dass der Abzugsfinger zu krampfen beginnt. Einen nennenswerten Vorteil im Gameplay konnte ich durch das “Skillen” ehrlich gesagt ohnehin nicht feststellen.

Die Verwendung einiger ungelenker Fahrzeuge und Stand-MGs lockert das stupide Gameplay, welches sich eigentlich nur auf Rumballerei beschränkt, zwar etwas auf, kann aber auch nicht die unglaubliche Monotonie des Spiels abstellen. Vor allem da es nahezu unmöglich ist die “verbugte“ Steuerung der Fahrzeuge zu meistern und diese wirklich effektiv einzusetzen.

Immerhin versucht das “Sigma Team” irgendwie eine Story zu etablieren, indem man zu Beginn jeder Mission ein klein wenig Dialogkost vorgesetzt bekommt. Die Story hat aber keine wirkliche Relevanz im Spiel, die Missionen sind dümmliche Aufgaben in denen man in der Regel immer nur Teil A zu Punkt B bringen muss und sich dabei den Weg durch unzählige Aliens schießt, die sich aus vier oder fünf verschiedenen Modellen zusammensetzen. Man kann also sicher behaupten das Spiel ist so abwechslungsreich wie das Zählen von Sandkörnern an einem Strand.

Das Schlimmste ist allerdings, dass man trotz der unglaublichen Monotonie des Ganzen, der unterirdischen Spielmechanik, der absurd schlechten Grafik und der absoluten Primitivität dieses Spiels einfach nicht aufhören kann zu spielen. Es macht absolut süchtig! Aber nicht auf die gute Art, die wir von vielen anderen Spielen kennen, sondern auf eine Art, für die man sich schämt. Man ertappt sich regelmäßig dabei, dass man sich über sich ärgert und nicht verstehen kann, wieso man das Drama, das sich Spiel nennt, überhaupt noch weiter spielt. Man fragt sich unweigerlich ob man schon so verblödet ist, dass man seine Zeit mit diesem Spiel verschwendet, aber hört einfach nicht damit auf. Dieses Spiel bietet einfach nichts und sogar die absolut versaute Grafikengine des Spiels schafft es noch in sich zu ruckeln!

Alien Shooter 2 ist einfach eine Katastrophe und hätte besser nie das Licht der digitalen Welt erblickt. Ich wünsche niemandem etwas Böses aber wenn es einen Gott gibt, wird er hoffentlich dafür sorgen, dass das “Sigma Team” seine gerechte Strafe für dieses Produkt erhält.

Ist “Alien Shooter 2“ ein schlechtes Spiel?

Es ist kein Spiel! Es ist eine suchterregende, ruckelnde, primitive und hässliche Beleidigung menschlicher Intelligenz.

Werde ich es nochmal spielen?

Bleibt mir eine Wahl?

Zu Part 02 “Plants vs. Zombies”!
Zu Part 03 “Zombie Driver”!

admin on Februar 27th, 2010 | File Under Reviews | 1 Comment -

Herkules in New York (1969, Lionsgate, Arthur A. Seidelman)

Hauptrolle: Arnold Strong. Ich hab ungefähr 20 Minuten gebraucht, um mich von meinem mittelschweren Lachinfarkt zu erholen. Arnold Strong, ich hatte es vergessen, möglicherweise sogar verdrängt. Arnold Strong: Gouverneur Californiens, gefeierter Actionstar, Multimillionär, Republikaner verheiratet mit einer Kennedy, Herkules in New York.

So sureal die Figur Arnold Strongs erscheint, so grotesk auch der Film, der mir hier vorliegt. Der Bildschirm ist schwarz, Herkules in New York abgelaufen und meine Kindheit ist vorbei. Noch immer klingt, die rudimentär an griechische Musik erinnernde Musik des Films für die sich selbst Costa Cordalis schämen würde, in meinen Ohren. Nie wieder werde ich der Selbe sein. Nie wieder…

Was soll ich sagen über “Herkules in New York”? Die Handlung ist schnell erzählt, jeder kennt sie sowieso und die Kritikpunkte sind alle schon zig mal durchgekaut. Also reisen wir zurück in der Zeit und versuchen uns vorzustellen wie es gewesen sein könnte, als Aubrey Wisberg und Arthur A. Seidelmann damals 1969 Drogen für sich entdeckt haben, den jungen Arni sahen und beschlossen, einen Film zu machen. So, oder so ähnlich, könnte es sich zugetragen haben….

Wir schreiben das Jahr 1969 und wir befinden uns in New York City. Zwei talentlose Filmemacher stehen an einer Straßenecke und kaufen sich an einem schäbigen Hotdogstand ein heißes Würstchen. Der Hotdogverkäufer, nennen wir ihn Bill James, ist genervt von den beiden. Jeden Tag kommen sie an seinen Stand, teilen sich eine heiße Wurst und erzählen ihm von ihren großen Filmplänen und ihren großen Karrieren in Hollywood. Tagein, tagaus die gleiche Leier. Bill ist es leid den beiden, bereits in die Jahre gekommenen, Hippies zu zu hören und beschließt ab morgen woanders seine Würstchen zu verkaufen, doch kommt er nicht umher, das wirre Gespräch der beiden mitanzuhören.

Aubrey: “Ey Alter, gestern hab ich im Fernsehen diesen jungen Bodybuilder aus Europa gesehen. Weisst du, ich sass da war gerade genüßlich Hendrix am hören und nen Joint am rauchen, als sich mein Fernseher von allein anschaltete und mir den Typ da zeigte.” Arthur: “Ey knorke, ey! Was meinste was dein Fernseher dir damit sagen wollte ey?” Aubrey:”Ja voll kein Plan ey aber der Typ war echt hart drauf, Arme wie Schenkel, voll der Herkules Typ, voll stark und voll häßlich. Hast du noch Kleingeld?”

Sie bezahlen den guten Bill und schlurfen weiter in Richtung Central Park. Aubrey beißt in seine Hälfte der Wurst und heißes Fett spritz auf sein knallbuntes Batikshirt. “Ey scheiße! Jetzt muss ich mein Shirt wieder waschen. Wieso müssen wir eigentlich immer Hemden tragen? Die jucken, die kratzen, die werden dreckig, ey voll nutzlos ey!” “Ja Mann, wenn es nach mir ginge, würde keiner mehr ‘n Hemd tragen, ey. In meinem nächsten Film mach ich echt mal ‘n Statemant ey. So gegen Hemden, da darf der Hauptdarsdteller kein Hemd anziehen ey, der muss voll nackig sein obenrum” erwiderte Arthur. “Dufte Idee Arthy! Ey nur in so ner kurzen Short ey und um die ganze Aussage noch plakativer zu machen, ziehen wir dem vorher kurz voll die herben Hochwasserhosen an, die bis zum Nippel hochgezogen werden, weisste so voll antitextilär.”

Arthur verschlingt mit einem Biss das letzte Stückchen Wurst und Aubrey erkennt in Arthurs Gesicht, dass dieser gerade eine riesige Idee hat. “Alter, was geht? Hast ne Idee oder was?” “Ja Mann schau mal hier das Tor, hier beim Central Park ey das is voll römisch! Ey und die Römer sind immer voll nackt, die tragen keine Hemden. Lass uns nen Film über Römer machen, weißte so mit Zeus und Caesar und so.”

Aubrey bleibt verdutzt stehen, schaut Arthur an und verschlingt ebenfalls seinen letzten Wurstrest. “Das ist Die Idee! Ey, Herkules, der is voll hart drauf! Voll der fiese Römerheld und Halbgott.” “Ja genau, aber der is glaub ich Grieche” erwiedert Arthur. Aubrey fühlt sich leicht verwirrt und schaut schweigend, nachdenklich auf den Boden. “Ey hast du dir mal deine Hand angeschaut?” fragte Arthur, “Is schon voll krass, so ‘ne Hand, mit den Fingern und so…und dann der Daumen, is das ‘n Finger oder n Zeh?” “Arthur, ich hab’s!” wirft Aubrey plötzlich freudestralend ein, ” Die Römer und die Griechen sind doch fast das Selbe ey! Ich glaub das is nur ‘n anderer Name, weißte so Künstlername mäßig. So offiziell hießen die alle Griechen aber wenn se was dreckiges gemacht haben, haben se sich Römer genannt.” Arthur klatscht freudig in die Hände. “Ja super, dann können wir das ja hier im Central Park drehen, ey hier bei dem römischen Tor.” “Nee ey Thor war Germane” erwiedert Aubrey. “Deutscher oder was?” fragt Arthur und reißt dabei die Augen weit auf.

Die beiden betreten den Central Park und philosophieren weiter über den Sinn und Unsinn von Kleidung, als ihnen ein Bretzelverkäufer begegnet. “Bretzeln sind voll lecker.” sagt Arthur. “Ja ey das stimmt, ich könnte den ganzen Tag nichts anderes futtern. Und der Verkäufer is auch voll nett ey. Sieht aus wie Jimminie Grille ey, aber voll nett. “Ja mann nett, ey. Man sollte ihm ne Hauptrolle geben irgendwann.”

Arthur und Aubrey schlendern weiter durch den Park, als sie an eine größer Wiese gelangen. Zahlreiche Hobbysportler gehen hier ihrer Leidenschaft nach und trainieren für kommende Wettkämpfe. Aubrey zieht einen Joint aus seiner Tasche, steckt sich diesen an und meint: “Ey weißte die sind alle voll gut hier. So mit Werfen und Laufen und so und alle fast nackt ey. Die sind voll auf unserer Wellenlänge ey, voll alternativ und so. Mann die sind voll Pro-Sport ey und Contra-Hemden ey. Vielleicht sollten wir hier einen suchen, der in unserem Film die Hauptrolle spielt ey, weißte hier Jupiter ey” “Ey Jupiter? Wer sollen das sein?” fragt Arthur. “Ja man der Held ey!” ” Ey nee das is Herkules du. So voll der Muskelmann ey.” “Siehste den da hinten?” Aubrey zeigt mit seinem Finger auf einen der Sportler. “Ey das is der Typ ausem Fernsehn ey, komma mit ey, der is voll krass!” Beide wandern über die Wiese zu dem Typ aus dem Fernsehen.

“Ey Alter, was geht? Hab dich im TV gesehen, schlag ein ey, krasser Muskelberg!” Aubrey bereitet sich innerlich bereits auf ein kerniges “High five” vor, aber der Muskelberg steht einfach nur ratlos vor ihm. “Schwarzenegger mein Name, I komm aus Austria.” ” Boah Australien, wie hart! Alter gibts da echt so viele Spinnen?” fragt Arthur beeindruckt. “Naaaaa nur Germknödel und Anabolika, gibts in der Steiermark. Wie kann ich Ihnen behilflich sein meine Herren?” Schwarzenegger zuckt mit seinen Brustmusklen und legt ein paranoides Grinsen auf. “Alter, kannst du das 90 Minuten am Stück?” fragt Arthur. “Wos?” fragt Arnold. “Na das Zucken! Alter das is’ krass ey.”wirft Aubrey zur Erklärung ein. “Na klar, seit ich als Kind auf den Kopf gefallen bin passiert das von alleine. Ich kann’s gar nicht kontrollieren, wollt ihr mal sehen was meine Pobacken alles können?” “Nein Alter danke, viel zu krass …Brust reicht echt mal. Aber hast du vielleicht Lust in unserem neusten Film mitzuspielen? Wie sind große Filmemacher weisste?” fragt Aubrey hoffnungsvoll. “Jo mei, I hab noch nie geschauspielert. Is’ da schwer? Muss man da nicht viel Text können?” fragt Arnold besorgt. “Keine Sorge , Alter, wenn man so aussieht wie du, muss man keine Texte lernen ey, ich sag’s dir, du machst Karriere und in deinen ersten vier Filmen wirst du kaum ein Wort sprechen. In unserem Film halten wir einfach Tafeln hoch, da kannste von ablesen ey. Nix lernen.” erklärt Arthur. “Jo mei, da bin I dabei!” Arnold strahlt die beiden an. ” Na dann gib mal deine Adresse und alles ey!” sagt Aubrey und zückt einen Zettel und einen Stift aus seiner Tasche. “Arnold Schwarzenegger, 27th Avenue…” beginnt Arnold. “Ey was? Ey? Schwarzen was? Nee ey, der Name geht gar nicht. Arnold Strong ey das is fett.” “Yeah!” wirft Arthur ein “Strong is voll krass ey”.

Man tauscht Adressen aus und verabschiedet sich höflich. Arthur und Aubrey wandern weiter als plötzlich eine Frau mit einem vierjährigen Jungen auf Arthur zu kommt. “Arthur Allen Seidelmann!” ruft die Frau schon aus der Ferne. “Ey Alter, wer issen das da?” fragt Aubrey. “Oh Mann, das is’ Eva, sone kleine Deutsche die ich mal genagelt hab, komm wir hauen ab…” Arthur und Aubrey drehen sich um und versuchen in die Büsche zu entkommen aber Eva ist schneller und schleift den kleinen Jungen hinter sich her. “Arthur bleib stehen!” ruft sie und Arthur entschließt sich, sich seinen Dämonen zu stellen. “Eva, wie schön dich zu sehen. Na, was hast du so getrieben in den letzten Jahren?” “Ich wollte dir deinen Sohn vorstellen, Arthur. Nachdem du mich vernascht hast war ich schwanger und habe dieses kind geboren.” “Hi Alter!”, sagt Aubrey. “Bist du mein Papa?” fragt das Kind. Arthur beginnt zu schwitzen und versucht sich irgendwie aus der Nummer rauszureden. “Nein Uwe, das ist nicht dein Papa, nur dein Erzeuger, dein Papa ist zu Hause” sagt Eva. “Oh du hast geheiratet?” fragt Arthur, der sich schon von Unterhaltszahlungen befreit sieht. “Ja Arthur, ich konnte nicht ewig auf deine Wiederkehr warten. Ich bin glücklich verheiratet, und stolz heute Frau Eva Boll zu sein.”

Ist “Herkules in New York” ein schlechter Film?

Nun, Gegenfrage: Ist Arnold Schwarzenegger ein schlechter Schauspieler?

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Solange Californien in steiermarkscher Hand ist, sicher nicht.

Zu “Masters of the Universe”!
Zu “Die Barbaren”!
Zu “Sindbad – Herr der sieben Meere”!
Zum Hintergrund!

admin on Februar 19th, 2010 | File Under Reviews | No Comments -

TRAILER “STREET TRASH”

admin on Februar 17th, 2010 | File Under Trailer | No Comments -

Sindbad – Herr der sieben Meere (1989, Cannon International, Enzo G. Castellari)

Ich begab mich also auf dünnes Eis. Nachdem “da Maze” so sehr von “Die Barbaren” geschwärmt hatte, dachte ich mir, na dann wird es Zeit ebenfalls einem alten Freund die Hand zu schütteln. “Sindbad – Herr der sieben Meere” mit Lou Ferrigno. “Der Hulk” hatte mir in meiner Kindheit unzählige Stunden bester und feinster Fernsehunterhaltung geliefert und ich schäme mich nicht, bis heute zu sagen : “Ich mag Lou Ferrigno!” Als er plötzlich bei “King of Queens” in das Nachbarhaus von Doug und Carry eingezogen ist, musste ich mir sogar eine kleine Freudenträne aus dem Auge wischen. Ein alter, fast vergessener Kamerad kam nach Hause. Ein unvergesslicher Moment. (schnüff)

Ich legte also frohen Mutes die DVD ein, öffnete eine Tüte Chips und machte es mir auf meiner blauen Couch gemütlich. Selbst das Cannonlogo konnte meine Vorfreude nicht trüben und ich musste feststellen, dass der Film mich sogar weiter bildete. Gleich zu Beginn erklärte eine “Off-Stimme” einige Hintergründe zu Edgar Allen Poe und der Geschichten der 1000 und zweiten Erzählung Schehrazades. Ich war sehr beeindruckt, dass man sich diese Mühe im Hause Cannon überhaupt gemacht hatte.

Aber schon sehr bald danach holte mich der Fluch der Erkenntnis leider ein. Ich hatte völlig vergessen, dass der Film nur sehr wenig Dialoge hat und die Rahmengeschichte von einer Erzählerin erzählt wird, die durch eine Mutter am Bett ihrer kleinen Tochter in Szene gesetzt wurde. (Diese Rahmeninstallation wird im weiteren Verlauf des Filmes noch sehr nützlich werden).

“Sindbad” beginnt also und es werden die Charaktere vorgestellt. Ein ziemlich multikulturell zusammengewürfelter Haufen, den es eigentlich fast wirklich gegeben haben müsste, da man sich so etwas nur schwer ausdenken kann. Wir haben einen Wikinger, einen Griechen, einen Asiaten, “Poochie” den Zwerg, Prinz Ali und natürlich Lou “Sindbad” Ferrigno, die alle fröhlich bis debil von eine Schiff aus ins Meer/in die Kamera grinsen. (Herrlich!).

Das Geschehen wechselt nach Basra und wir lernen Kalif SECAM NTSC PAL kennen, der eine unglaublich Ähnlichkeit zu dem Kalifen aus Dineys “Aladdin” aufweist. Hat Disney hier von Cannon geklaut? Nun warum nicht? Man ging wahrscheinlich davon aus, das niemals die selbe Person beide Filme sehen würde.

*

Wie dem auch, sei, es folgt der Auftritt Dschafars, der böse Wesir des Kalifen, der die wunderschöne Tochter des Kalifen heiraten und nebenbei ganz Basra in Schutt und Asche legen will. (Mal wieder einer dieser Bösewichte, die vollkommen grundlos alles zerstören wollen, um dann über die Trümmer zu herrschen, nunja ziemlich dämlich aber nicht ungewöhnlich)

Natürlich, überlistet Dschafar den Kalifen, belegt diesen mit einem Fluch, schnappt sich die Prinzessin, die nebenbei bemerkt den schönen Prinz Ali liebt, verbannt die vier magischen Steine die Basra Wohlstand, Gerechtigkeit, Glück und Frieden bringen, verwüstet halb Basra und Sindbad wird inklusive seines Gefolges bei deren Ankunft in Basra gefangen genommen.(gähn) Sindbad befreit sich aus seinem Verlies, in dem er einige der scheinbar stabilsten Schlangen der Welt an einander knotet und zu einem Seil umfunktioniert. Danach befreit er seine Freunde aus Dschafars Folterkammer. Mit viel Getöse wird den bösen Buben in bester Bud Spencer Manier in den Hintern getreten und hierbei ereignet sich eine Szene, die für die 80er Jahre Muskelfilme zwar nicht unbedingt untypisch ist, aber deren “Unterton” selbst für diese Art von Filmen beeindruckend deutlich daher kommt. Aber sehen sie selbst:

**

(Nunja, jedem das Seine, sag ich mal.)

In der nächsten Szene befinden wir uns wieder auf dem Schiff der illustren Gesellschaft und ein Orakel erklärt, dass Sindbad nun die vier Steine suchen muss, die Dschafar, dank seiner unbeschreiblichen Zauberkraft, an die vier entlegensten Orte der Welt transportiert hat. Die Orte werden zwar nicht genau genannt, aber Sindbad weiß natürlich sofort, genau wo sie hin müssen (Super Verstecke Dschafar! Nicht wirklich oft gewonnen beim Versteckspiel im Kindergarten hum?)

Sinbad springt also vom Schiff und beginnt, hmmmm irgendwo (es wird in der Tat nicht erläutert) hin zu schwimmen. Er endet in einer Höhle, in der er auf einen tollen Pappsteinschurken trifft, der in mit Laserstrahlen belästigt. Fluchs wird der Kopf abgerissen, dieser als Geschütz verwendet und schon hält er den ersten Kristall in Händen. (Hmmmm das war erschütternd einfach, ich hoffe das Dschaffi noch Härteres auf Halde hat, die ganze Szene dauert nicht mal 2 Minuten).

Die zweite Etappe ist nun die Insel der Amazonen, die aber Sirenen sind. (Verwirrend? Durchaus! Verwunderlich? Nicht wirklich…) Sindbad befürchtet, dass er und seine Mannen dem Zauber der Amazonen, die er als “Gehrinvampire für Männer” bezeichnet (Ernsthaft!) erliegen könnten und beauftragt nun den Griechen und Poochie, sie nach drei Stunden zu retten. Wie? Natürlich mit einer Mischung aus Rheumasalbe, Mottenpulver und irgendwelchen Tropfen eines ägyptischen Zauberers (Dies ist kein Witz!). Den unterirdischen Kalauer, der noch zum Thema Rheumasalbe verbrochen wird, lasse ich hier bewusst aus, den sollte jeder für sich selbst entdecken.

Man begiebt sich auf die Insel und alles kommt so, wie von Sindbad vorhergesehen. Nach der Rettung durch Poochie und dem Griechen hält Sindbad also den zweiten Kristall in Händen.

Etappe drei ist nun bei weitem die merkwürdigste. Wieder geht es auf eine Insel, die aber diesmal von Geisterrittern bewacht wird. Jawohl Ritter, so wie man sie nur aus Europa kennt. Mit Vollrüstungen, Kriegspferden und allem was dazu gehört. Man prügelt sich also durch die Massen, als Dschafar plötzlich die Idee bekommt, Sindbad von seine Freunden zu trennen und diese einfach mittels Zauberkraft mitten aufs Meer zu teleportieren. Sindbad erledigt derweil den Oberritter und erhält den dritten Kristall.

Sindbad, nun allein auf der Insel gestrandet, legt sich erstmal hin und hält ein Nickerchen. (Ziemlich gewagt, dafür dass er eben noch am selben Ort gegen Horden von Geisterrittern gekämpft hat) Er wird von Kyra geweckt, einer Frau, die mit ihrem Vater vor langer Zeit auf der Insel mit einem Fluggerät abstürzte und sich seit dem in einer Höhle vor bösen Zombies versteckt. ( Ääääh…?)

Kyra wird von den Zombies verschleppt und unser frisch verliebter Sindbad macht sich auf, seine neue Liebe zu retten. Es folgt viel Geprügel und Gemetzel und am Ende hält er nicht nur Kyra, sonder auch den vierten Kristall in Händen. (Und nochmal äääääh…?) Es stellt sich heraus, dass das Fluggerät Kyras Vaters eine Art Zeppelin ist, der kurzerhand von Sindbad aufgeblasen wird. (Muss ich darüber noch Witze machen?) und man macht sich auf gen Basra. Unterwegs trifft man natürlich noch Sindbads Freunde. (Selbstverständlich, Ozeane sind ein Dorf, weiß man ja).

In Basra nimmt Dschafar all seine Kraft zusammen, beschwört einen bösen Sindbad, es kommt zum unspektakulären Endkampf, die Steine kommen wieder an ihren Platz und alle heiraten sich gegenseitig. (wie schön)

Der Film endet.

Was bleibt zu sagen über “Sindbad – Herr der sieben Meere?”

Schwierig! Ich will nichts Böses über Lou sagen, da ich ihn wirklich mag und deshalb bin ich jetzt lieber still.

Ist “Sindbad – Herr der sieben Meere” ein schlechter Film?

Siehe oben!

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Siehe oben!

Zu “Masters of the Universe”!
Zu “Die Barbaren”!
zu “Herkules in New York”
Zum Hintergrund!

*   “Aladdin” ist Eigentum von Walt Disney Home Entertainment
**”Sindbad – Herr der sieben Meere” ist Eigentum von Cannon International
“Scrubs” ist Eigentum von Buena Vista Entertainment

admin on Februar 16th, 2010 | File Under Reviews | No Comments -

Die Barbaren (1987, Cannon Productions, Ruggero Deodato) by “da Maze”

In einer Zeit, prachtvoll, wild und herrlich, wurden die Menschen alleine durch das Schwert regiert. Es war eine Zeit der Abenteuer, eine Zeit der Dunkelheit, der Dämonen und der Zauberei…

Mist! Beinahe hätte der Vorspann funktioniert!

Eine Landschaft mit Fantasy-Deko-Elementen, welche zu spärlich sind, um ihren Pappmaché-Charakter allzu deutlich zu offenbaren, ein kunstvoll eingefärbter Himmel, episch fauchender Wind und dazu ein heroischer Erzähler. So weit so gut, denken Sie sich. Hat ja bei Herr der Ringe auch geklappt. Leider gibt es jedoch oben drauf noch Musik, wie sie bei einem Endgegner von „Mega Man“ auf einer alten Nintendo-Konsole erklingen könnte und gleich drei Filmtitel – „The Barbarian Brothers“ aka. „I Fratelli Barbari“ aka. „Die Barbaren und Co.“ – werden dem Zuschauer um die Ohren gehauen. Also bitte…

Ich ignoriere diese Irritation und schaue weiter. Es ist eben ein Cannon Film, denke ich mir.

Wir erfahren im weiteren Verlauf der einsetzenden Handlung, dass die offensichtlich von einem Farbenblinden geschminkten Leute auf ihren fahrenden Wagenburgen keine Hippies von La Gomera, sondern die „Ragnicks“ sind, ein Stamm von Gauklern, der überall auf dieser archaischen Welt freies Geleit genießt.

Die Ragnicks, welche offenbar trotz ihres pazifistischen Freifahrtscheins Ärger mit Attilla und seinen ungewaschenen und schlecht kostümierten Schergen haben, sind auch das Volk von Kutchek und Gore, zwei muskelbepackten Dummbroten, die leider bereits als Kinder in die Sklaverei gerieten. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gerät auch noch das Heiligtum ihres Volkes – ein blutroter Rubin – in die Hände des Feindes und ihre Königin wird ebenfalls versklavt.

Klingt so weit wie Dorfgeschichten aus Udelfangen, finden Sie nicht auch?

Das personifizierte Böse ist in diesem Fall übrigens ein brutaler Herrscher namens Kadar (Richard Lynch), der wie eine Kreuzung aus David Bowie und sämtlichen James Bond-Schurken, vereint in einer Person, rüberkommt. Doch sehen Sie selbst:

*

Ein böser Tyrann braucht natürlich auch Spießgesellen und so hat unsere blonde Löwenmähne unter anderem den Mann-mit-dem-Horn-auf-der-Stirn (aka. Der Kerkermeister) und die Frau-mit-der-Ankh-förmigen-Fickpalme (aka. Die Zauberin) um sich geschart. Für die Ragnicks hingegen sieht es ohne Königin reichlich schlecht aus.

Doch zum Glück treten unsere Protagonisten nach für nach auf den Plan, während Kadar zunehmend mit einem Autoritätsproblem zu kämpfen hat: Bisher nur kurz als fingerfressende Rotzblagen dargestellt, sind Kutchek und Gore (David & Peter Paul) mittlerweile zu zwei stattlichen Primaten heran gereift, die – frisch eingeölt und vollgepumpt mit Steroiden – durchaus mit einem 80er-Jahre-Arnie mithalten können. Und sobald die beiden Herren mit dem Intellekt einer herunter gebrannten Kerze festgestellt haben, dass sie Brüder sind und zusammen arbeiten sollten, anstatt sich gegenseitig in einer Arena zu zerfleischen, geht es Schritt für Schritt bergauf:

Da wird mit den Elchen um die Wette geröhrt, Henkersknoten werden mit der bloßen Halsmuskulatur gesprengt und reichlich Schergen des Bösen in handliche Stücke gehackt. Der Film spart nicht mit 80er-Jahre-Brutalität der trashigen Sorte und irgend wie ertappe ich mich immer wieder dabei, dass dieses Machwerk trotz zwei Protagonisten, die zu Recht für die goldene Himbeere in der Kategorie „Worst New Star“ nominiert wurden, anfängt, Spaß zu machen.

Die zwei freiwilligen Gehirnspender machen sich also auf, um wie üblich die Welt/ihren Stamm/den guten Geschmack zu retten und müssen dabei reichlich Hintern treten, Monster bezwingen und in finstere Verliese eindringen, bis es letztendlich zum Showdown gegen David Bowie kommt. Selbst ein grausiger Drache aus dem Räumungsverkauf einer 70er-Jahre-Geisterbahn muss vorher noch bezwungen werden.

Dreimal dürfen Sie raten, ob der Rubin in die richtigen Hände geraten, die Ragnick eine neue Königin erhalten und Udelfangen gerettet werden wird.

Es fällt mir ab diesem Punkt schwer, wirklich gemein zu dem Film zu sein, denn irgendwie gibt es nichts Erfrischenderes, als zwei tumben Barbaren bei dem zuzusehen, was sie am besten können: draufhauen und dummes Zeug reden. Und so kläglich die beiden Protagonisten auf einer Theaterbühne in der Rolle des Hamlet wirken dürften, so überzeugend spielen sie hier ihre Alter Egos aus der Heimsonderschule.

Rekapituieren wir also in Ruhe:

Die Story von „die Barbaren“ ist zwar – vorsichtig formuliert – blass, aber es gibt in diesem Genre weitaus Schlimmeres und wenigstens ist sie in sich weitgehend frei von gröberen Logikfehlern. Die Schauspieler sind klassische B-Ware und dennoch erfüllen sie ihren Zweck. Die Kulissen und Requisiten sind von Kaliber „Geisterbahn im Phantasialand Brühl“ und über die Monster und Special Effects verlieren wir besser keine Worte. Letztendlich spielt das aber auch alles gar keine Rolle mehr.

Irgendwie hat sich dieser Film auf plumpe Art und Weise in mein Herz gespielt und ich komme nicht umhin, ihn jedem B-Movie-Freund zu empfehlen, der Fantasy mag und sich von der tölpelhaften Machart der meisten Cannon Filme nicht abschrecken lässt.

Ist „Die Barbaren“ ein schlechter Film?

Ja, aber er ist ein absolutes Highlight der Muskelfilmwochen.

Werde ich ihn mir noch einmal ansehen?

Einmal ist keinmal.

Zu “Masters of the Universe”!
Zum Hintergrund!
zu “Herkules in New York”
Zu Sindbad!
* “Die Barbaren” ist Eigentum von Cannon Productions

admin on Februar 15th, 2010 | File Under Reviews | No Comments -

Let’s get ready to rumble! – Erste Halbzeit*


In Ordnung “da Maze”! Möge der schlechter Film und der härtere Reviewer gewinnen.” Die Feuerwalze” scheint mir ein würdiger Gegner zu sein, dem ich allerdings mit Wonne die Stirn bieten werde. “Bonesickness”, der filmische Genickschuss des guten Geschmacks wird die “Feuerwalze” zermalmen und deine Worte wie Kinderlieder erscheinen lassen. Mach dich bereit für meinen ersten Schlag.

Runde 1: **gong**

“Bonesickness” ist so schlecht, dass sich die Handlung in 44 Worten zusammenfassen lässt:

Alex ist knochenkrank und bekommt von einem Freund Leichenknochen implantiert. Dadurch verwandelt er sich in einen Zombie. Dies passt einem bösen Oberzombie nicht und dieser sendet seine Zombieschergen aus, erst Alex Bekanntenkreis ab zu schlachten, dann Alex und schließlich die ganze Welt zu erobern.

Ha, den Punkt hol ich!

In “Feuerwalze” jagen Max und Leo einem Aztekenschatz in Südamerika hinterher, wobei ihnen ein Schurke namens “El Coyote”, der selber auf das Gold aus ist, immer wieder Steine in den Weg legt. 44 zu 32 – Punkt für mich und das wäre noch kürzer gegangen. Die Story von Feuerwalze ist so dünn, dagegen wirkt Zwirn wie Schiffstau.

Runde 2: **gong**

“Feuerwalze” quält dich bereits in den ersten 2 Minuten bis aufs Mark:

Der Film beginnt mit einer Kamerafahrt durch die Wüste. Bei 00:45 tauchen die Protagonisten in einem Jeep auf und werden zur völligen Verblüffung des Zuschauers von Arabern in Sandbuggies durch die Dünen gejagd und mit Handgranaten beworfen, weil sie beim Pokern beschissen haben. In den ersten 2 Minuten fallen bereits 5 “Witze”, für die sich selbst Fips Asmussen geschämt hätte. Kostprobe gefällig? Max: “Wir hätten beim Pokern nicht bescheissen sollen.” Leo: “Ich hab noch nie beim Pokern geschissen.” Wenn das so weiter geht, bin ich in 20 Minuten tot!

Auch dieser Punkt soll deiner sein “da Maze”. “Bonnesickness” ist zwar so langatmig, dass in den ersten zwei Minuten einfach gar nichts passiert, außer der Präsentation einer formschönen Schaufel, die in grünem Nebel ein Grab (?) aushebt. Trotzdem können diese malerisch-betäubenden Bilder nicht mit den Schmerzen, die diese Art von Humor einbringen, mithalten. Punkt für Dich.

Runde 3: **gong**

“Bonesickness” ist das Werk eines einzigen Mannes:

Regie, Drehbuch, Spezialeffekte und Musik sind von ein und der selben Person. Dies muss ja nicht zwangsläufig schlimm sein aber diese Person ist “Brian Paulin”, ein in die Jahre gekommener, abgehalfteter Grindcore-Fan, der hier seine irrationalsten, blutrünstigsten und dümmsten Fantasien auslebt. Nimm diesen Sampel des “Soundtracks”, und interpretiere es als akustischen Nierenhaken!

uiuiui **

Regisseur J.Lee Thompson zeigt sich nicht nur für Hits wie “Feuerwalze”, sondern auch für unsterbliche Klassiker wie “Ein Alligator namens Daisy” (What the… ??) verantwortlich. Drehbuch, Musik und Spezialeffekte haben andere namhafte Business-Fachleute übernommen. Leider bekommt Thompson eine Eins mit Sternchen für “Quatermain auf der Suche nach dem Schatz der Könige” und über Tote (der Regisseur verstarb in 2002) sollte man ja bekanntlich auch nur Gutes sagen.

Über den Sounddreck sage ich nichts, sonst würdest du gleich 2 Punkte bekommen.

Die Runde geht an dich!

Runde 4: **gong**

Rassissmus spielt in “Feuerwalze” kaum eine Rolle:

Nach einem Szenenwechsel sehen wir Max und Leo angepflockt im Wüstensand liegen. Der Afroamerikaner hat dazu keinen passenderen Spruch auf den Lippen als: “So gerne ich braun werde, aber das hier, das finde ich übertrieben.” (Max kontert mit “Dass Sand so sandig sein kann.”, aber das nur am Rande.)

Rassismus begegne ich mit Sexismus! Jede “Schauspielerin” in “Bonesickness” sieht aus wie ein Pornostar und ist auch mindestens einmal in voller frontaler Nacktheit zu bewundern!

????????????

Ok, Punkt an Dich…

Runde 5: **gong**

Brian Paulin ist der Meister der Langatmigkeit:

Der Film ist im normalen Handlungsverlauf schon dermaßen langweilig und fade, dass man sich das Ganze nur mit Fernbedienung in der Hand anschauen kann. Die Schnellvorlauftaste wird in diesem Film mehr beansprucht, als in jedem anderen Film zuvor. Nicht nur, dass die Installation einer überflüssigen “Subplot” um zwei Polizisten die Handlung nicht um einen Iota vorantreibt, er Quält den Zuschauer in der Mitte seines Filmes auch noch mit einer Zombieauferstehung, die insgesamt sechs Minuten beansprucht. Dabei sind primär ein Pappgrabstein und grüner Nebel im Bild. Alle paar Sekunden taumeln mal die Beine von Zombies vorbei, aber im Großen und Ganzen wars das!

J. Lee Thompson versucht mit einer minutenlangen Höhlenschiesserei zwischen den zwei “Helden” und einem Rudel federbeschmückter Indios zu kontern. Wenn nicht geschossen wird, kauern Max und Leo hinter Pappmaché-Felsbrocken und käuen prähistorische Kalauer wieder. Die Szene ist absurd und voller bitterer Langeweile, aber im Vergleich zu dem von dir beschriebenen Setting harmlos.

Erneut, Punkt für dich.

Runde 6: **gong**

Der Schreiberling stattet seine Protagonisten mit allem aus, was man als echter Hauptcharakter eines Films braucht:

Ich spreche natürlich nicht von spielerischem Tiefgang, Wandlungsfähigkeit und das Talent, den Zuschauer gut zu unterhalten, sondern von gepresster Krümelkacke – Zauberkraft aus dem Medizinmann-Discount!

Wie du schon in deiner Antwort auf meine Herausforderung so treffend bemerkt hast, kotzt einem Herr Paulin die widerlichsten Spezialeffekte der Welt um die Ohren. Wolltest du schon immer mal sehen wie ein Mensch LEBENDE Würmer erbricht nur um sie sofort wieder zu verspeisen? Also ich hätte auf diese Erfahrung dankend verzichten können. Aber damit nicht genug, auch Mehlwürmer und Maden haben ihren verdienten Auftritt und ich möchte hier wirklich nicht weiter ins Detail gehen, um den Leser nicht für immer über den Rand des Wahnsinns zu stoßen und zu verhindern, dass ich mich ebenfalls übergeben muß. Hmmm, ich habe am Ende wirklich den Hinweis vermisst, dass keine lebenden Tieren Schaden zugefügt wurde…

Dieser Punkt geht definitiv an mich mein Freund!

Dem habe ich in der Tat nichts entgegen zu setzen. Die Szenen, die du andeutest sind dermaßen zum kotzen, dass ich sie bereits wieder verdrängt hatte.

Somit geht es mit einem wohlverdienten Zwischenstand von 3:3 in die Halbzeitpause.

to be continued…

Zur Kampfansage!
Zur Kampfzusage!


* “Bonesickness”  (2004, Morbid Vision Films, Brian Paulin)
“Die Feuerwalze” (1986, Cannonfilms, Jack Lee Thompson)

** “Bonesickness” ist Eigentum von “Morbid Vison Films”

admin on Februar 14th, 2010 | File Under Reviews | No Comments -

Demnächst in diesem Theater…”Sindbad – Herr der sieben Meere”

admin on Februar 13th, 2010 | File Under Trailer | No Comments -

Ein Blick zurück…

Als Kind der 80er Jahre, wuchs ich mit relativ bizarren Heldenbildern auf. Stallone, Schwarzenegger, Van Damme, Dudikoff, Ferrigno und viele andere “Schauspieler” dieser oder ähnlicher Qualität, galten bei mir und meinen Freunden als das “non plus ultra“ der männlichen Filmunterhaltung. Ihre Charaktere, so eindimensional sie auch waren, entsprachen unserer Idealvorstellung eines perfekten Mannes. Die Filme, da häufig erst ab 18 freigegeben, wurden wie Gold gehandelt und man lud lieber seine Freunde alle zu einem VHS Nachmittag ein, als sie auch nur für einen einzigen Tag zu verleihen und sich dem Risiko eines Verlustes auszusetzen. An fernsehfreien Nachmittagen spielten wir gerne die Filme nach und dann war einer halt ein imaginäres Ebenbild zu “Rambo”, ein anderer der “Terminator” in klein und ein dritter eventuell “der Hulk”, nur ohne Muskeln, 10 Jahre alt und nicht grün.

Die riesigen, steroidgefütterten Muskeln beeindruckten uns weit mehr als die eher alltäglichen Figuren unserer Väter und somit stand ein “Terminator” oder “Universal Soldier” uns oftmals weit näher als unsere eigentlichen Erzeuger.

Schaut man heute auf viele der Filme, die man damals gesehen hat zurück, bleibt immer noch ein wohliges “hier bin ich zu Hause” Gefühl aber mit steigendem Alter stieg auch der Grad dessen, was ich hier gerne den “Fluch der Erkenntnis” nennen will.

Die Erkenntnis, dass nur die Naivität eines Kindes es ermöglichen konnte, diese Filme und diese Schauspieler in den Olymp der TV-Unterhaltung zu erheben. Schmerzhaft und bitter bleibt die Erkenntnis und unter Tränen lösten sich meine Kindheitsidole auf, als ich feststellte, dass meine Götzen nichts anderes als drittklassige möchtegern Schauspieler sind und die Filme, in denen sie ihre ach so wundervollen Rollen spielten, einfach nur ausgemachter Schwachsinn sind.

Die schlimmsten und billigsten dieser Meisterwerke möchte ich nun hier Am Rand des Wahnsinns in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und einen finalen Schlussstrich unter die schöne Zeit setzen, die wir  Kindheit nennen.

Es ist Zeit erwachsen zu werden und deshalb, gehen wir es an!

Muskelfilme:
Die Barbaren
Herkules in New York
Masters of the Universe
Sindbad – Herr der sieben Meere

admin on Februar 12th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

**Special** Am Rand des Wahnsinns featuring “Ricola” mit Cube Zero (2004, Lionsgate, Ernie Barbarash)


Es ist soweit. Nach Blair Witch Project und einer erfolgreich abgeschlossenen Antiaggressionstherapie traue ich mich wieder an einen neuen Film heran.

Cube Zero soll es sein! Da ich Cube I und II wirklich grandios gelungen fand, freute ich mich riesig auf einen weiteren Film aus dieser Reihe. Würfelförmige Räume, von denen einige mit tödlichen Fallen ausgestattet sind, machen ja auch wirklich Lust auf mehr.

Dementsprechend motiviert und voller Vorfreude startete ich Cube Zero!

Bereits die erste Szene zeigt sich in gewohnter Manier: Ein, nur noch mit einem Schuh bekleideter Mann, (diese „Raumsicherheitstest-Technik“ kennen wir bereits aus Teil I und II) klettert von einem Raum in den anderen. Doch schon im zweiten Raum wird er mit einer Flüssigkeit besprüht, die ihn auflöst. Mich hat die Darstellung, wie er auseinanderfliesst/-fällt sehr an eine Lasagne erinnert, nur ohne Käse. Etwas perplex von dieser überraschend billigen Darstellung einer Todesvariante entschuldige ich mich beinahe bei mir selbst und tue es als „Einstiegsschocker“ ab.

Es erfolgt ein Szenenwechsel zu einem Kontrollraum in dem sich zwei Männer befinden. Wynn, der scheinbar superintelligente Neuling und Dodd, der alte Hase, der immer wieder deutlich macht, dass Wynn nicht alles hinterfragen, sondern einfach nur „funktionieren“ soll.

(An dieser Stelle frage ich mich das erste Mal ob ich den Hintergrund für den „Cube“ überhaupt erfahren möchte.) Wir erfahren durch ein Gespräch zwischen Wynn und Dodd, dass sie in diesem Kontrollraum leben und sich nicht erinnern können wann sie zuletzt draussen gewesen sind (sie scheinen langsam Haarwuchs zu haben, die Frisuren sind top in Form und super trendig).

Der nächste Szenenwechsel führt uns zu einer Insassin namens Rains. Sie erwacht langsam in einem der Würfelräume und schaut sich wütend um. Sie beginnt zu einem der Ausgänge zu klettern und trifft im nächsten Raum auf vier Personen:

Haskell, den sie als Söldner beschimpft und bespuckt (weil er das selbe Tattoo wie einer ihrer Entführer hat, wie sie meint). Jellico die verzweifelt versucht wie Tomb Raider zu agieren. Bartok, der sich wie ein Hobbypriester benimmt und zu guter letzt Meyerhold, ein etwas dicklicher Kamerad.

Rains, völlig ausser sich wegen der bizarren Situation, möchte in einen weiteren Raum klettern. Da sie noch nichts von den tödlichen Fallen weiss, wird sie von den anderen darüber aufgeklärt.

Als würde es zur Demonstration dienen, steigt Bartok in einen, nach der Stiefelmethode, sicheren Raum und lässt sich von Drahtseilen zerschneiden. Dieses Mal muss ich an Pizza denken, diesmal mit Käse. (Ich ärgere mich fast über mich selbst, dass ich diesen Film schon jetzt nicht mehr ernst nehmen kann. Zerflossene und zerschnittene Personen? Gibt’s da nichts Neues mehr? Wenigstens mal mehr Schmerzens- oder Verzweiflungsschreie? Nein, man sieht tagein tagaus wie Leute zerschnitten werden… Grund genug für ein einfaches „Oh mein Gott“ und zurück zur Tagesordnung. Drehbuch, gibt es dich wirklich?!)

Unsere Insassen lassen also von der Stiefeltechnik ab und entdecken stattdessen Buchstabenfolgen an den Eingängen der Räume. Rains, dich sich ganz zum Trotz von Jellico zu Tomb Raider entwickelt, beginnt die „Codes“ auf ihr Hemd zu notieren, um sich so einen Lageplan zu erstellen (selbstverständlich absolut stylisch mit Haarnadel und Schuhcreme. Auf die IDEE muss man erst mal kommen! Was ein Dreck….).

In der Zwischenzeit streiten Wynn und Dodd wieder einmal über das ganze System des „Cubes“. Schließlich klingelt das Telefon und Dodd, unser alte Hase, bekommt die Information, dass sich jemand am Ausgang befindet.

Bei diesem jemand handelt es sich um niemand anderes als ihren verschollenen Arbeitskollegen Owen. Offensichtlich gezeichnet von den Fallen der Räume befindet sich Owen also in Raum der letzten Prüfung. Bei dieser wird ihm die Frage gestellt ob er an Gott glaubt. Er beantwortet die Frage mit nein und Wynn drückt auf den „Nein-Knopf“ einer sehr fragwürdig aussehenden Maschine. (Mich persönlich erinnert sie eher an einen schrottreifen Servierwagen aus einem altmodischen Café, aber das sei dahin gestellt..). Das hat zur Folge, dass Owen verbrannt wird. (Also mal ehrlich, es gibt doch nun wirklich genug Jobs und jedes Milchbrötchen ist doch gut genug für irgendeinen! Wie kann man sich freiwillig für so eine gehirnamputierte Scheisse wie diesen Film verpflichten?)

Ausser sich vor Entsetzen und Wut (ich bin mal so frei und interpretiere das irgendwie hinein um mir das Gesehene zu erklären), entschliesst Wynn, selbst in den Cube zu gehen und die Insassen zu retten. Er ist der Ansicht, dass im Cube nicht nur zum Tode verurteile Straftäter hier die Möglichkeit haben doch noch dem Tod zu entkommen, (Running-Man?) sondern die Regierung Störenfriede auf diese Art beseitigen möchte (Ich fühle mich in die deutsche TV-Serie „Bitte melde dich“ mit und von Jörg Wontorra versetzt und warte insgeheim auf die Telefonnummer um Hinweise zu melden…!).

Da Wynn das Koordinatensystem mit den Buchstaben kennt, werden diese unkenntlich gemacht. Der Raum wird mit Fallen umstellt und alle hoffen auf ein schnelles Ende (ich übrigens auch….).

Da sich Dodd nun allerdings dazu entschliesst doch noch nen Arsch in der Hose zu haben, hilft der den Insassen, in dem er die Technik langsam aber sicher zerstört. Er verschluckt sogar heldenhaft eine Sicherung! Was ein Mann! Oder wie wir zu sagen pflegen:“En rächte Ma!“

Durch diesen Systemausfall wird alles neu gestartet, was für die Insassen bedeutet, dass sie 10 Minuten haben den Ausgang zu finden und alle Fallen deaktiviert sind. Wynn, das Superhirn löst das Problem selbstverständlich in einer absolut plausiblen Erklärung. (Ich persönlich hab sie nicht wirklich verstanden, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nur noch mit einem halben Ohr zuhören kann. Warum unnötige Ressourcen verschwenden für einen Film dessen Daseinsberechtigung ich extremst in Frage stelle?)

Also schleppen wir uns Richtung Ende:

Dodd wird der Bauch aufgeschnitten, ist nur gelähmt, spürt aber noch Schmerzen. Ich muss traurig feststellen: Diese Szene kenne ich aus SAW. Von einem so dermassen schlechten Film werden Szenen geklaut? Ich bin bitter enttäuscht, dass Cube Zero anderen Filmen gute Szenen vorweggreift! Szenen die in anderen Filmen sinnvoll eingesetzt werden und Teil einer guten Story sind! Und nicht einfach nur sinnlose, hirnrissige hintereinander gereihte Sequenzen. Unter Wuttränen hoffe ich stärker denn je auf ein baldiges Ende!!

Der Bösewicht macht mir Mut! „In 5 Minuten setzt die Reinigung ein“. Prima, dann kann die Volksverdummung  ja nicht mehr lange dauern! Ich packe schon mal meine Strickarbeit, die ich währenddessen begonnen habe, zur Seite und freue mich, bald wieder am realen Leben teil zu nehmen!

Haskell fällt weit in die Tiefe und Wynn und Rains erklären ihn für tot und gehen ohne ihn weiter (Geht ohne mich weiter.. Die Mission zählt.. Ich bin nur Balast!). Haskell Dank eines Chips im Hirn zum Superhelden mutiert, springt locker mal von einem Würfel senkrecht in den nächsten. Dort angekommen, werden wir Zeuge eines amüsanten Kampfes (ein Stahlrohr auf den Kopf setzt ihn nicht ausser Gefecht, wohl aber ein Tritt in die Weichteile – kein “rächte Ma“!). Hin und her, hipp und hopp… Die Beiden entkommen, er wird aber wieder einkassiert. Sie kann fliehen, er ist also nun der Held, wird lobotomiert und wieder in den Cube gesetzt.

Was bleibst noch über diesen Rotz zu sagen?

Ich kann nur jedem davon abraten! Ganz besonders wenn einem Cube I und II gefallen hat! Cube Zero ist einfach nur ein billiger Abklatsch, alles ist vorhersehbar und einfach nur mies gemacht. Wie können die Schauspieler morgens noch in den Spiegel schauen? Wer bitte finanziert diesen Dreck auf Band? Wie kann so ein „Film“ Preise gewinnen? Welcher Filmkritiker überlebt denn das? Und noch viel schlimmer: Wieso gibt es diesen Film überhaupt noch? Es würde mich wundern wenn für die Produktion mehr als 100 sfr ausgegeben wurden. Und falls doch: Hättet ihr sie mir gegeben, ich hätte euch wenigstens ein Drehbuch dafür geschrieben.

Es war ein netter Versuch. Bitte versucht es nie wieder.

Ist Cube Zero ein schlechter Film?

Ich möchte diese Frage überspringen!

Werde ich ihn mir nochmal anschauen?

Soviel Selbsthass kann man gar nicht besitzen…



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Blair Witch Project

admin on Februar 11th, 2010 | File Under Gastreviews | No Comments -