Diary of the Dead (2007, Artfire Films, George A. Romero)
Wenn man den Begriff “B-Movie” hört, denkt man unweigerlich an schlechte, abstruse und teilweise sogar nervtötende Filme. Ein B-Movie muss aber nicht zwangsläufig ein schlechter Film sein, was zum Beispiel die Filme von George A. Romero beweisen.
Ich muss natürlich einräumen, dass ich ein großer Fan seiner Werke bin. Die “…of the Dead” Reihe ist einfach großartig und wurde meiner Meinung nach zu Recht in den Kultstatus erhoben. Romero ist im Gegensatz zu vielen anderen ein sehr guter Regisseur, denkt sich halbwegs plausible Storylines aus, hat ein gutes Auge für Spezialeffekte und übt mit seinen Filmen unterschwellig heftige Kritik an bestehenden gesellschaftlichen Missständen.
Ende der 1960er Jahre erschuf Romero den Kultschocker “Night of the living Dead ” und legte damit den Grundstein für das, was wir heute als Zombiefilm kennen. In den 70ern drehte Romero dann den Film, der ihn international bekannt machen sollte. “Dawn of the Dead” ist noch heute einer der umstrittensten Filme aller Zeiten. In einigen Ländern der Zensur zum Opfer gefallen, in anderen gefeiert und ausgezeichnet, wurde dieser Streifen zur absoluten Referenz in Sachen Zombiehorror. Alle nachkommenden Filme dieses Genres werden sich für immer an “Dawn of the Dead” messen lassen müssen.
Es folgte noch eine minder erfolgreiche Fortsetzung “Day of the Dead” worauf hin es viele Jahre still um Romero wurde, bis er sich 2005 mit “Land of the Dead” zurück meldete.
Als also sein neuster Film ” Diary of the Dead” fertiggestellt war, freute ich mich wie ein kleines Kind endlich wieder einen neuen “Romero” zu sehen und was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden in keiner Weise enttäuscht.
Die Handlung des Films ist im Prinzip sehr schnell erzählt. Eine Gruppe von Filmstudenten wird von der Zombieapokalypse überrascht und versucht mit einem Wohnmobil in Sicherheit zu gelangen. Unterwegs werden die Studenten mit allerlei Schwierigkeiten konfrontiert, die sie immer wieder dazu zwingen, ihre Fahrt zu unterbrechen und sich dem Risiko einer direkten Konfrontation mit den Untoten auszusetzen. Hierbei werden die Reihen der Protagonisten natürlich immer weiter ausgedünnt und das Ende bleibt, für Romero typisch, offen.
Ich will an dieser Stelle auch nicht wirklich auf die Handlung des Films eingehen, sondern zeigen, warum ich denke, dass Romeros “Diary of the Dead” ein gelungener Film ist. Die Handlung kann man hierbei außer acht lassen, denn sind wir mal ehrlich, auf der Ebene des Zombie – Survival – Horror ist die Handlung ohnehin klar und auch Romero kann hier nicht mit bahnbrechenden Neuerungen aufwarten. Werfen wir also einen Blick auf die Art und Weise in der Romero dem Film sein Gesicht gibt.
Zunächst möchte ich auf die Spezialeffekte eingehen. Romero setzt seine Gewaltdarstellungen gekonnt ein und verzichtet weitestgehend auf übermäßig blutrünstige Darstellungen. Bei ihm liegt der “Splattereffekt” eher im Detail und er versucht kreative Schockeffekte einzubauen. So wird zum Beispiel ein Zombie erledigt, indem er mit einem Defibrilator “kurz geschlossen” wird. Extreme Grausamkeiten bleiben in diesem Film aus. Es wird niemand vergewaltigt, niemand wird gefoltert und Romero ergeht sich auch nicht in minutenlangen Metzelorgien. Er legt mehr Wert darauf zu zeigen, zu welchen “unmenschlichen” Taten die Protagonisten gezwungen werden, um in der von ihm kreierten “Höllenvision” zu überleben. Dabei vergisst er auch nicht auf die moralische Problematik, der sich jeder einzelne im Film stellen muss, einzugehen und die Konsequenzen, die die Protagonisten für sich daraus ziehen, darzustellen. Er verherrlicht das Töten nicht, verzichtet aber ebenfalls nicht auf pointierte, überspitzte Darstellungen von ausgeübter Gewalt.
Romero bedient sich in “Diary of the Dead” der durch “Blair Witch Project” populär gewordenen Technik, den Film als eine Art Dokumentation erscheinen zu lassen. Mit Hilfe dieses Effekts flechtet Romero eine zweite unterschwellige Handlung ein. Er wirft die frage nach der Rolle der Medien in unserer modernen Gesellschaft auf und kritisiert die umgreifende Verrohung der Menschen. Er prangert an, dass die Medien vorzugsweise Gewalt- und Sensationsmeldungen zeigen, um den voyeuristischen Trieb der Gesellschaft zu befriedigen und in keiner Weise dazu anregen, über das Gezeigten nach zu denken. Die Grausamkeiten der Realität werden auf diese Weise in leicht verdauliche Häppchen verpackt und dem Zuschauer zum Abendessen serviert. Außerdem stellt er heraus, dass es ein zunehmendes Problem ist, dass die Medien immer mehr darauf verzichten, eigenständig zu recherchieren und sich häufig von Regierungen oder Interessengruppen instrumentalisieren lassen, gewünschte Stimmungen im Volk zu produzieren. Letztendlich wirft er sogar die Frage auf, ob die Menschheit sich dadurch nicht schon soweit vom Menschsein entfernt hat, dass sie eine Rettung gar nicht mehr verdient.
Der Film schafft es mit einer gänzlich überraschungsfreien Handlung, Spannung zu erzeugen und dem Zuschauer ein beklemmendes Gefühl zu verleihen. Die subjektive Kameraführung hat hierbei eine tragende Rolle. Man sieht das meiste des Geschehens aus dem Blickwinkel eines der Protagonisten und hat so die Möglichkeit sich in die Charaktere ein zufühlen. Man mag zwar wissen, dass hinter der nächsten Ecke ein Zombie lauert, die subjektive Darstellung jedoch ermöglicht einem die Angst des betroffenen Charakters zu fühlen und sich wider besseren Wissens zu erschrecken. Die dargebotene schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg sehr gut und die Szenen sind intelligent und selbsterklärend hintereinander geschnitten. (Falls sie sich fragen warum ich dies lobend hervorhebe, lesen sie einfach eine weitere Review auf dieser Seite und sie werden es verstehen.)
Was bleibt also zu sagen über “Diary of the Dead”?
“Diary of the Dead” ist ein weiterer hervorragender Film von George A Romero und bietet Unterhaltung weit abseits des üblichen “Zombiegemetzel-Einheitsbreis”. Der Film ist professionell produziert und liefert eine schlüssige Geschichte mit Tiefgang. Trotzdem ist der Film nicht bedingungslos zu empfehlen. Eine gewisse Bereitschaft sich mit den Visionen George A. Romeros auseinander zu setzen, muss in jedem Fall im Vorfeld gegeben sein, da man ansonsten sicher nur sehr schwer einen Zugang zu diesem Film bekommt.
Ist “Diary of the Dead” ein schlechter Film?
Absolut nicht!
Werde ich ihn mir nochmal ansehen?
Mit Sicherheit.
Alt gegen neu: Dawn of the Dead
admin on Januar 31st, 2010 | File Under Reviews | No Comments -TRAILER BEYOND THE LIMITS
Olaf Ittenbachs Beyond the Limits (2002, XT Video, Olaf Ittenbach) by “da Maze”
Ja, ich mag Olaf Ittenbach und seine Filme. Irgendwie. Dennoch muss ich gestehen, dass „Beyond the Limits“ einen weiteren Drahtseilakt und eine Belastungsprobe für mein Nervenkostüm darstellt. Die Gründe dafür sind ebenso zahlreich wie verschiedenartig.
Fangen wir mit dem Plot an:
Für Ittenbachs Verhältnisse haben wir hier eine schlüssige Story vorliegen – die Geschichte vom ewigen Herzen. Unser Doc aus „Chain Reaction“ – diesmal in stylishem Schwarz anstatt Sträflingsrosa – übernimmt hier die Rolle des redseligen Totengräbers und erzählt einer jungen Reporterin zwei gänzlich unterschiedliche Geschichten. Geschichten über jene, die verstorben sind und auf seinem Friedhof beigesetzt wurden. Der erste Teil des Films ist ein Stoff, der sich ausgiebig bei „Pulp Fiction“, „From dusk til dawn“ und anderen Gangster-Filmen bedient. Es geht um Betrüger und Betrogene, Aktenkoffer, Drogen, Rache und den ganz normalen Wahnsinn, der ausbricht, wenn jemand eine Ladung Koks nach Udelfangen mitbringt. Teil zwei hingegen schickt den Zuschauer auf eine Reise ins finstere Mittelalter, wo man Zeuge einer Geschichte rund um die Selbstherrlichkeit der Inquisition wird.
Es erübrigt sich, weitere Details zu nennen, da alle Geschichten mehr denn je nur einem einzigen Zweck dienen: sie sollen die Bühne bereiten für Ittenbachs Visionen der Gewalt.
„Beyond the Limits“ – der Film der oft verschoben wurde und ohne externe Geldgeber vermutlich ganz gescheitert wäre – ist genau das, was der Titel verspricht: ein Schritt über die Grenze.
Zunächst über die Grenze des guten Geschmacks:
Ittenbachs Darstellungen von Gewalt waren seit jeher nicht in Einklang zu bringen mit dem, was man sich gemein hin unter geschmackvoller Unterhaltung vorstellt. Doch damit nicht genug. Olaf scheint sich zu Größerem berufen zu fühlen und lässt in diesem Film so richtig die Sau raus!
Auch die Grenze des schlechten Geschmacks – wie auch immer man diesen individuell definieren mag – wird mit spielerischer Sicherheit genommen:
Vorbei sind die Tage von Blut triefenden Mensch-Stacheldraht-Sofa-Konglomeraten, denn Ittenbach ergeht sich in Darstellungen der Gewalt, wie sie kaum jemand sehen möchte und nur die Wenigsten sie ertragen können.
Die Grenze, die dieser Film tatsächlich überschreitet, ist letztendlich die Grenze des Zumutbaren:
Ittenbach macht hier nicht einfach nur Splatter, er inszeniert eine Darbietung des Grauens, die kaum etwas aus lässt, was sich der menschliche Verstand ausmalen könnte. Schonungs- und völlig kompromisslos zeigt er Dinge, die man nicht sehen, die man sich nicht einmal vorstellen möchte. Hier geht es nicht um Spaß, nicht um karikierendes Überzeichnen. Hier geht es ans Eingemachte, es geht um die Wurst des Grauens und der Anarchie!
Sicher, werden die hart Gesottenen unter uns sagen, der Blumenkohl mit Tomatensauce bleibt ein Blumenkohl mit Tomatensauce, aber Ittenbach gibt sich größte Mühe, diesen Horror so real wie nur möglich erscheinen zu lassen. Hilfreich sind dabei die für seine Verhältnisse besten Schauspieler, Kulissen, Requisiten und Kamerafahrten seiner Karriere als Filmemacher. Selbst die Geschichte schafft es für kurze Momente, einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen und nicht jeder Dialogfetzen ist ein unfreiwilliger Lacher.
Vor diesem Hintergrund kann Beyond the Limits all seine Hässlichkeit entfalten und immer wieder fühlt man sich als Zuschauer mit zwei essentiellen Fragen konfrontiert: WER denkt sich so etwas aus und WARUM schaue ich mir so etwas an? Im einen Moment möchte man Hasstiraden auf den Schöpfer derartiger Geschmacklosigkeiten (ich erspare uns bewusst Beschreibungen des Gezeigten) heraus schreien, im nächsten ereilt einen die eigene Scham darüber, dass man immer noch nicht abgeschaltet hat.
„Beyond the Limits“ ist sadistisch. Er ist geschmacklos, brutal, blutrünstig, Gewalt verherrlichend und in jeder nur erdenklichen Weise falsch! Und dennoch hat er eine Daseinsberechtigung. Dieser Film ist offenkundig mit viel Mühe und Liebe zum Detail gedreht worden und er führt uns an die Grundpfeiler unserer eigenen Ethik heran. In gewissem Maße geht er in eine ähnliche Richtung wie „Postal“, spielt offensiv mit Tabubrüchen und überschreitet Grenzen und gesellschaftliche Normen. Der feine Unterschied jedoch liegt in der Art der Darstellung, die einen immer wieder auf die Frage stößt, ob der Regisseurs einfach nur anecken möchte, oder ob man tatsächlich sadistischen Phantasien beiwohnt, die man am liebsten nie zu Gesicht bekommen hätte. Ist man dem Regisseur dankbar dafür, dass er einen für gute 100 Minuten an die Hand genommen und durch die Abgründe seiner Phantasie geführt hat, oder möchte man ihn empört dafür ohrfeigen?
Die letzte Entscheidung darüber kann nur jeder Zuschauer für sich selbst fällen…
Ist Beyond the Limits ein schlechter Film?
Was ist gut und was ist schlecht – jenseits der Grenze?
Werde ich ihn mir nochmal anschauen?
Jeder soll für sich selbst entscheiden, ob und was er dem Film abgewinnen kann, aber ich verspüre keinen Antrieb, ihn mir noch einmal anzusehen.
Mehr von Olaf Ittenbach:
Premutos – Der gefallene Engel
Chain Reaction
Interview with Vince Desi on the “Postal-Movie”

Hi Vince, first I’d like to thank you for sparing some of your time to read my review on “Postal” and doing this interview with me.
As I heard of a “Postal”-Movie coming up I got a little concerned about the choice of Uwe Boll as director. His bad reputation was well known and I did not expect him to do any better in this movie than he did in others before. Although my doubts were proven wrong I still wonder why you chose Uwe Boll.
He called us. I too was aware of his reputation, but when I compared him other Hollywood people I had met, he was at least honest and it seemed to make sense that the most banned game in history would be made into a film by the most despised movie director. I like him personally, and that made my decision easy.
Cirtics often claim that the movie had too less in common with the game. Personally, I think that the movie interprets the games plot in an unusual but in fact proper way. What do you think about these critics?
I’ve always felt that critics are one of the most meaningless jobs in the history or work and careers. Why would anyone let someone else think for them. This applies to games, music, books, wine, etc. I drink a lot of wine, and sometime a bottle that is highly rated by experts blows to me, so fuck the critics.
Which character of the game do you think is adapted best in the movie?
KROTCHY. I loved being in that suit. Funny thing is on location some of the crew couldn’t believe that I, the Executive Producer, would do it, but fuck that – I thought it was a great opportunity and would be good for the movie.
During the gunfight in “Little Germany” a lot of children died. As I know from other interviews with you, violence against children is something you don`t want to show in Postal games because it never could be funny. So what do you think about this scene?
I wasn’t sure at the time but after I seen the way the reporter was concerned that she was getting a good camera angle I thought it brilliant.
How did you come up with the idea for the “Krotchydolls”?
RWS Creative Director, Steve Wik came up with it, I will let you ask him
SW: Well, the original idea behind Krotchy was to poke fun at the seasonal “must have” toy. Every year it’s something else, supplies are low and there’s frenzy as parents try to prove how much they love their kids by trying to nab some plastic Holy Grail. So instead of “Tickle Me” Elmo, we had “Bad Touch” Krotchy. He was designed to be the most retarded character franchise ever, just to make the whole situation even more absurd. In the game, there are no Krotchy dolls to be found, only his lame sidekick Larry the Crab, which no one wants. Uwe took that and ran with it, turning the dolls into a vehicle for smuggling weaponized bird flu. I thought monkey pox would’ve been funnier, but whatever…
After “Postal” and “Postal 2″ the audience is used to excperience broken taboos and weird content in your games. How do you plan to keep up with this in the upcoming “Postal 3″ videogame?
Gay biker gangs, the RWS Badger Saw, Ron Jeremy, the Village People and Playboy Postal Babes, do I have your attention?
Could you imagine to authorize a Postal movie based on “Postal 3″?
Absolutely, and I think it could be easier because POSTAL III is actually more mainstream than ever before, but have no fear, the roadmap to mainstream in POSTAL III takes you directly over the moral cliff.
Which director would be your first choice?
Clint Eastwood
What do you think about “Troma”?
I have great respect for Lloyd Kaufman, I was first introduced to him many years ago, as an example of someone who makes movies he likes for the hell of it, exactly what we do at RWS.
How do you deal with overly concerned parents, missled interest groups and censorship ?
I’m a parent, a son, a uncle, a stepfather, a friend, a former teacher, a concerned citizen-I speak the truth, honesty it the best tool for education and weapon to challenge your adversaries.
If you only could choose three adjectives to describe yourself, which would it be?
Honest, fearless, inimitable.
Any final words for the German “Postal” fans?
Have no fear, be proud , and thank you.
Thanks a lot for the interview and best wishes to the whole Running with Scissors team. Keep up your good work!
admin on Januar 28th, 2010 | File Under Interviews | 1 Comment -Kosmokillers – Sie fressen Alles! (1983, Fimline, Douglas McKeown)
Wollten sie schon immer mal wissen wie genau ein Dosentelefon klingt? Diese Frage kann endlich verlässlich beantwortet werden. Großzügigerweise hat “Filmline” für den geneigten Zuschauer 1983 endlich dieses Mysterium gelüftet. “The deadly Spawn” aka “Kosmokillers – Sie fressen Alles!” gibt dem Zuschauer 73 Minuten lang das Gefühl, einen Film durch genau so ein Dosentelefon zu genießen. Vergessen sie Dolby surround, vergessen sie HD-Audio, dieser Film bietet “Dolby TAE” at its best. Aber auch das Auge wird verwöhnt in diesem Machwerk. Neben hervorragendem Sound werden große Kulissen, Ausnahmeschauspieler, revolutionäre Tricktechnik und eine großartige ausgearbeitete Storyline geboten. Es gibt eigentlich nichts, was man an diesem Film wirklich bemängeln könnte, außer seiner Dauer. Ich hätte ihn mir als vierstündiges Epos gewünscht. Mit Genuss saß ich auf meiner blauen Couch und gab mich dieser wunderbaren Erfahrung hin, bis ich glücklich und zufrieden einschlummerte.
Dies passierte das erste mal nach ca. 10 Minuten. Ernsthaft, ich habe selten in meinem Leben etwas langweiligeres gesehen. Der Film versucht sicher sein Bestes, aber allein die zum abschalten animierende Handlung entwickelt sich nur so schleppend, dass man das Gefühl hat man befinde sich in einer Zeitschleife gefangen. Die Handlung ist so banal ich kann sie in drei Sätzen zusammen fassen.
1.Großes, alles fressendes Alien kommt mit Meteor auf die Erde und nistet sich im Keller eines Wohnhauses ein.
2.Es frisst alle, bis auf zwei.
3.Ein kleiner psychopatischer Junge sprengt dem Vieh den Kopf weg und rettet so den letzten überlebenden und sich selbst, aber ein riesiger bezahnter Penis ist bereits auf der Erde und frisst endlich alle und alles.
Fin!
Bereits die Eröffnungssequenz lässt keine weiteren Fragen bezüglich der Qualität dieses Filmes offen. Man hat den Eindruck man sähe ein Relikt der Tricktechnik der frühen 50er Jahre. Ich musste erst einmal kurz pausieren und mich vergewissern, dass es auch wirklich der richtige Film ist, denn so etwas erwartet man 1983 einfach nicht mehr. Nun gut, als B-Movie–Freund ist man ja einiges gewöhnt und kann über viele Dinge einfach hinwegsehen, aber das Drama geht weiter. Zwei Wanderer Camper Leute, die einfach ohne Grund mitten in der Pampa sind, finden den Meteor und entdecken ein kleines echsenartiges Wesen, welches der Zuschauer jedoch nicht zu Gesicht bekommt. Eine Sekunde später werden unsere neuen Freude aber bereits in einer Art “Schattenspiel” aus dem Leben gerissen. Wieso genau? Keine Ahnung. Anscheinend hat sich das kleine echsenartige Wesen binnen Sekunden in ein riesiges dreiköpfiges Ungetüm entwickelt, das alles frisst. Es wird nie erklärt, insofern vergessen wir es einfach.
Die Szenerie wechselt nun zu einem Wohnhaus und der Zuschauer wird 13 Minuten lang Zeuge wie zwei Menschen morgens aufstehen. Mich brachte das fast dazu ins Bett zu gehen. Es stellt sich also heraus, dass dieses Monster (welches man immer noch nicht zu Gesicht bekommen hat!) im Keller des Hauses lebt. Warum? Keine Ahnung. Es wird nie erklärt, also vergessen wir es einfach. Ich vermute jedoch, dass das offene Kellerfenster, welches der Hausherr entdeckt als er die Zeitung von den Stufen einsammelt, der ultimative Erklärungsversuch sein soll, warum das Vieh jetzt plötzlich sein Dasein in diesem Keller fristet und warum der Hausherr unbedingt in den Keller gehen will. Das Dumme ist nur, man bekommt das kaum mit, weil einem da schon die Augen zufallen oder man mit den Gedanken ohnehin schon wieder bei Poultrygeist gelandet ist. Mann und Frau sterben auf jeden Fall (und das sogar relativ blutrünstig) und es werden vier weitere Bewohner des Hauses eingeführt.
Ein kleiner “Psycho” Junge, seine Tante, sein Onkel und der erwachsene Sohn der beiden Verstorbenen. Ob der kleine Junge ebenfalls ein Kind der Verstorbenen ist, bleibt unklar, da es keine Anhaltspunkte dafür gibt. Fakt ist: Der erwachsene Sohn bezeichnet die beiden Lebenden als Tante und Onkel, die Tante kennt jedoch den Onkel kaum, schlief aber in einem Bett mit ihm. Sie scheint die Tante des kleinen „Norman Bates“ zu sein, der aber wiederum den Onkel gar nicht kennt. Dass der erwachsenen Sohn und der kleine Junge Brüder sind, wird nie gesagt und es weist auch nichts darauf hin. (Verwirrend oder? Aber sicher nichts ungewöhnliches in Udelfangen.)
Die Tante verlässt das Haus und macht sich auf den Weg zur Geburtstagsfeier ihrer Mutter. (Wir werden sie bis kurz vor Ende des Films nicht wieder sehen, was zumindest bei mir einen kurzen Moment des Schocks auslöste, als dann plötzlich das Geschehen auf diese Geburtstagsfeier wechselte und ich überhaupt nicht mehr wusste wer sich da gerade, wo auch immer, befindet.) Der erwachsene Sohn plant einen Lernzirkel im Nachmittag und der kleine Psycho stapft in den Keller. Dort findet er dann das Monster und die verstümmelten Überreste seiner Eltern(?).
Und hier muss ich kurz abweichen.
Das Monster……. Es zu sehen war, als würde man eine angeschaltete Kreissäge in den eigenen Schoss fallen lassen. Ein dreiköpfiges, penisartiges, rosa, Pappmaschee-Kunstwerk, dass es dank Animatronik in der Tat schafft, seine drei Mäuler in Zeitlupe auf und zu zu klappen, soll hier dem Zuschauer Angst einflößen! Ich saß da wie gebannt und war mir sicher: Dieser Anblick würde am Tag danach erst richtig wehtun.
Es stellt sich heraus, dass das Monster blind ist und nur auf Geräusche reagiert. (gähn!) Derweil versammeln sich allerlei Lernfreunde des erwachsenen Sohnes im Haus und 100% entbehrliche Handlungsstränge werden angefangen, schlecht umgesetzt und stümperhaft verknüpft. (Langsam beschleicht mich der Wunsch, auch von „Kosmokiller“ gefressen zu werden)
Das Monster tritt also endlich aus dem Keller und es beginnt das übliche Wegrennen, Verbarrikadieren, Schreien, Weinen, Fluchtpläne entwerfen und finale enthauptet und gefressen werden, welches man ja so in zahlreichen Filmen dieser Art schon lieb gewonnen hat. Letztendlich baut unser kleiner gestörter Freund eine Blitzlichtbombe und sprengt „Kosmokiller“ somit zurück in den Kosmos. (Die Fetzen fliegen, ich grinse, atme tief durch und greife zur Fernbedienung, um mir den Abspann zu ersparen) Doch plötzlich kommt es zur dunklen Wende. Die Kamera zoomt aus dem Geschehen heraus und zeigt ein wunderbares Panoramabild des Hauses. Und siehe da, „Kosmokillers“ großer Bruder “Weenertooth” frisst endlich alles. (Das riesen Eichhörnchen aus Class of Nuk’em high hat mir irgendwie mehr gegeben)
Was bleibt also über “Kosmokillers” zu sagen?
Eigentlich nichts, es ist alles gesagt.
Ist “Kosmokillers” ein schlechter Film?
Gott, JA!
Werde ich ihn nochmal ansehen?
Vielleicht
**Special** Am Rand des Wahnsinns featuring “Ricola” mit Blair Witch Project (1999, Kinowelt, Daniel Myrick & Eduardo Sánchez)
Bereits seit einigen Jahren hörte ich immer wieder hysterische Erzählungen aus meinem Umfeld. Ständig fielen die Worte „Project“… oder auch „Blair“… aber erst bei dem Wort „Witch“ wurde ich hellhörig. Als ich nachfragte worum es denn geht, blickte ich meist nur in bleiche, erschrockene Gesichter, die Münder vor Entsetzen weit aufgerissen. Niemand wollte sich so recht dazu äußern. Auf energische Nachfrage wurde mir dann aber erklärt, „Blair Witch Projekt“ sei der erschreckendste, fürchterlichste Film aller Zeiten. Ein Freund erzählte sogar, er konnte danach nächtelang nicht mehr ruhig schlafen, geschweige denn durch einen Wald spazieren.. Da ich ja von mir selbst behaupte, ich sei ein unerschrockener Filmeschauer, wollte ich auch vor dieser Herausforderung nicht zurück schrecken. Also fasste ich den folgenschweren Entschluss mir diesen Film anzusehen. Ganz wohl war mir dabei allerdings nicht und so nahm ich vorsorglich eine Woche Urlaub, deckte mich für diesen Zeitraum mit allem Überlebenswichtigen ein und meldete mich in einer Selbsthilfegruppe an. Ich besorgte mir die DVD und starrte ängstlich auf das, was auf dem Bildschirm passierte…
“Im Oktober 1994 verschwanden drei Studenten in den Wäldern von Burkittsville, Maryland, beim Dreh eines Dokumentarfilms. Ein Jahr später wurden ihre Filmaufnahmen gefunden.” So beginnt der Film Blair Witch Project. Und schon in dieser ersten Szene des Films stellt sich mir die Frage: Wusste niemand wo sie hin wollten? Hat niemand nach ihnen gesucht? Haben sie keine Familie? Aber am meisten schockt mich: den ganzen Film über wird erwähnt, dass die Kamera (mit der alles dokumentiert wird) sehr wertvoll und nur geliehen ist. Interessiert sich dann nicht wenigstens der Kameraverleiher dafür wo sein kostbares Teil abgeblieben ist?
Nun aber der Reihe nach, erst mal zur Handlung des Films:
Die drei selbsternannten Protagonisten des Films, Heather (die unangefochtene Schönheit des Films), Josh (der Hobbykiffer) und Mike (das stubenhockende Muttersöhnchen) machen sich auf nach Burkittsville, einem verschlafenen Örtchen in Maryland. Wie der Name des Films schon sagt, versuchen sie die Hexe von Blair zu finden. Diese soll einem Mythos zufolge für mehrere Morde verantwortlich sein (Ob sie es getan hat oder nicht: Zu ihrer Verteidigung muss man allerdings sagen, dass sie in den 1758 Jahren der Hexerei beschuldigt und mitten im eiskalten Winter in den Wald getrieben wurde). Ebenso sollen Kinder von einem Einsiedler getötet worden sein – eines soll dabei mit dem Gesicht zur Wand gestanden haben, während das andere getötet wurde. Also mehrere Dramen in einem Wald?
Unsere drei selbsternannten Helden führen nun zuerst etliche Interviews mit den Einwohnern von Burkittsville. Hierbei bekommen sie die verschiedensten Antworten: Einige glauben an die Hexe von Blair (klar, Merchandise-Artikel sichern so manchen Lebensunterhalt), andere wiederum nicht. Eine spezielle Bewohnerin aber, Mary Brown hat die Blair-Hexe sogar selbst gesehen! (Das dachte ich auch, war allerdings doch nur Mary Brown. Ich finde die Maskenbildnerin hat einen Oskar verdient!)
Nachdem das selbsternannte Filmteam also keine weiterbringenden Erkenntnisse erworben hat, machen sie sich selbst auf nach „Black Hills Forest“ (ohja, klingt ja schon so tierisch mysteriös!) Dort angekommen beginnen sie eine Wanderung zu irgendwelchen Steinen, die wohl Schauplatz einer Tragödie wurden. Den Namen werde ich hier nicht erwähnen, es ist es einfach nicht wert.. Als sie sie erreicht haben wirft sich Heather (wie immer übrigens) vor die Kamera und zitiert irgendwelche Stellen aus fragwürdigen Büchern. Das alles trägt natürlich zu einer fürchterlich geheimnisvollen Stimmung bei. (ich warte immer noch gespannt auf den „richtigen“ Beginn des Films…).
Die drei selbsternannten Überlebenskünstler schlagen also schließlich ihr Nachtlager auf und begeben sich in ihre Schlafsäcke. Selbstverständlich hören sie komische Geräusche (gut dass sie darüber sprechen, ICH hätte sie nicht gehört), finden aber doch irgendwann ihren Schlaf.
Es folgen tragische Szenen in denen die drei selbsternannten Intelligenzbolzen versuchen unverrichteter Dinge (von der Hexe fehlt jede Spur) zurück zu ihrem Auto zu gelangen. Da das Superweib Heather aber offensichtlich unfähig ist die Karte zu lesen und auch Mike und Josh nicht survival-erprobt sind, müssen sie es irgendwann aufgeben und schlagen wieder einmal ihr Zelt auf . (Und ich warte immer noch auf den Beginn des Gruselschockers des Jahrtausends!)
Die drei selbsternannten Freunde beginnen immer mehr zu streiten und Heather, unsere beste Schauspielern versucht sich an Tränen um ihre Verzweiflung auszudrücken. Die Jungs allerdings täuschen uns Aggressionen vor. Alles in Allem eine sehr arme Vorstellung aller Beteiligten.
Auch die geheimnisvollen, morgens vor dem Zelt liegenden Steinhaufen können mich nun nicht mehr aufheitern. Die drei selbsternannten Schauspieler tun nun also überrascht als sie aus dem Zelt kommen und versuchen sich das Geschehene zu erklären. Ja, da liegen Steinhaufen – na und? Jeder Kleine-Jungen-Streich ist gruseliger als Steinhaufen! Schon mal auf die Idee gekommen, dass es auch einer von euch gewesen sein könnte?
Der Augenblick ist gekommen: Ich löse mich von dem Gedanken in diesem Film meinen Meister gefunden zu haben.
Nach diversen Tagen und Nächten in denen unsere drei selbsternannten Schwachmaten ratlos durch die Wildnis irren, passiert endlich das Unerwartete! Josh ist verschwunden! Oh nein, oh nein, wo ist Josh nur hin? Heather und Mike suchen ihren treuen Freund, allerdings – natürlich – ohne Erfolg. Hier soll der Zuschauer wohl mit den unendlichen Weiten eines Waldes konfrontiert werden. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass man nicht mitbekommt wenn jemand das Zelt verlässt/betritt, wo man ja nur nachts immer komische Geräusche hört, da schläft man sehr tief!
Josh taucht jedenfalls nicht mehr auf, wohl aber ein kleines, blutiges Bündel! Darin: Zähne und Finger! Klar, die KÖNNEN nur zu Josh gehören. Hier also ganz neuer Aspekt des Films. Sowas hat man noch nie gesehen! (Also ehrlich, hätte es nicht wenigstens was Anderes sein können, als diese 0-8-15-Zähne und Finger?)
Heather und Mike brechen also in pure Panik aus und irren durch die Wälder. (Mein Blick wandert immer wieder auf die Zeitanzeige des DVD-Players und mir drängt sich der Gedanke auf: „So lang kann er doch nicht mehr dauern!!“) Eines Nachts hören sie Schreie. Die selbstverständlich nur von Josh, ihrem verschollenen, selbsternannten zahn- und fingerlosen Freund stammen können! Also hechten die Beiden los, selbstverständlich wie immer mit der Kamera aufnehmend durch die Dunkelheit. Heather gibt wieder alles an Schnappatmung und hetzt Mike, von dem man nur hin und wieder einen Schuh zu sehen bekommt hinterher. Ich will mich ja mal über die Kameraführung gar nicht auslassen. Schlimm genug, dass alles dokumentiert wird. Aber: wenn ich doch Angst um mein Leben habe und mich fürchte – geht meine erste Handbewegung dann an den rec-Knopf der Kamera? Oder höre ich doch eher auf meine Fight-or-Flight-Instinkt? Ganz klar, ich greife zur Kamera und halte meinen Tod auf Band fest, in der Hoffnung, irgendjemand findet ein Jahr später diese Aufnahmen und ich werde berühmt! (Wind und Wetter zum Trotz, Technik ist unkaputtbar!)
Zurück zum Film, auch wenn es schwer fällt: Heather und Mike gelangen zu einem alten Gemäuer, aus dem unverkennbar Joshs Schreie kamen. Dies haben die beiden selbsternannten Scouts herausgefunden, obwohl sie laut geschrien, geweint, geatmet und getrampelt haben. Hut ab! In dem Gemäuer eilen die Beiden erst ziellos umher, bis Mike in den Keller rennt. Heather folgt ihm, dicht auf den Fersen, man sieht wie Mike regungslos mit dem Gesicht zur Wand steht. Kurz darauf stürzt die Kamera zu Boden und die Aufnahme bricht (endlich) ab.
Siehe da: der Kreis… naja… das Malen nach Zahlen schließt sich… irgendwie?
Was bleibt zu sagen über „Blair Witch Project“? Anfangs dachte ich wirklich, das könntenoch was werden, aber nach und nach wurde ich einfach nur bitter enttäuscht. Was bitte ist so gruselig daran einen ganzen Film lang irgendwem in die Nase zu schauen? Genau dazu wird man nämlich genötigt wenn Leute versuchen sich selbst zu filmen! Das gruseligste daran war wirklich, dass man Angst haben musste gleich Schnodder zu sehen! Besonders bei Heather (die mit der schönsten Nase, die man nämlich STÄNDIG sieht), die ihre Nase ständig hochziehen muss! Wenn ich daran zurück denke wird mir übel und ich verspüren den starken Drang ihr die Nase zu brechen!

Ebenso kann ich nicht nachvollziehen warum man bei dem Film nicht zwischen Angst-Stöhnern und Orgasmus-Stöhnern unterscheiden kann? Vielleicht hätten unsere selbsternannten Superstars doch eher bei American-Pie mitspielen sollen? Und NOCH weniger kann ich verstehen wie diese Zusammenkunft von billigsten Filmtricks, gepaart mit pietätloser Irreführung des Publikums auch nur auf eine arme, hilflose DVD gebrannt werden konnte.
Mittlerweile denke ich, die Meinung des Films, er sei „soooo fürchterlich“ ist nur daraus entstanden, dass alle Angst davor hatten und niemand den Film wirklich gesehen hat. Denn wer ihn gesehen hat fühlt sich nun genau so wie ich:
Absolut verarscht und um 78 wertvolle Minuten seines Lebens betrogen
Ist Blair Witch Project ein schlechter Film?
Ich finde das Wort „Film“ hat er nicht verdient
Werde ich ihn mir nochmal ansehen?
Ich habe die DVD zerbrochen!
Weitere Reviews von “Ricola”:
Cube Zero
TRAILER BLAIR WITCH PROJECT
Voller Stolz präsentiert am Rand des Wahnsinns morgen Ricolas Abrechnung mit dem selbsternannten Schocker “The Blair Witch Project”!
admin on Januar 24th, 2010 | File Under Trailer | No Comments -TRAILER KOSMOKILLERS – SIE FRESSEN ALLES!
My Name Is Bruce (2007, Dark Horse Entertainment, Bruce Campbell)
“(…)Bruce Campbell, who is so cool, everytime someone mentions his name, a man is cured of impotence” – (Doug Walker in “Congo”, www.thatguywiththeglasses.com)
Eigentlich würde ich diesen Satz gerne so stehen lassen, da ich ein großer Fan der “Evil Dead” Reihe bin. Wie könnte man Bruce in diesen Filmen nicht lieben? Ash ist der B-Movie Charakter schlechthin. Er wurde bekannt als die männliche “Scream-Queen” die mit kernigen “one-linern” und einem Kinn, das jeglicher Beschreibung spottet, reihenweise Dämonen, bösen Geistern und Zombies in den Allerwertesten tritt. Kompromisslos, hart und unglaublich witzig.
Die glanzvollen Tage der “Evil Dead” Filme sind nun doch schon lange vorbei und man fragt sich, was ist eigentlich aus Bruce geworden? Sicher, er hatte hier und da noch einige Auftritte in “Mainstream” Filmen, aber so richtig viel hat man nicht mehr von ihm gehört Nach etwas Recherche wurde mir auch klar wieso. Die Liste seiner Filme ist unbeschreiblich. B-Movies niederster Qualität, die es wirklich nicht wert sind, angesehen zu werden. Sicher ist Campbell kein schlechter Schauspieler, (für B-Movie Standards) aber bei Titeln wie “Maniac Cop” oder “Alien Apocalypse” jagen mir bereits eisige Schauer über den Rücken und mein Magen rotiert im Kreis. Nichts desto trotz habe ich mir seinen neusten Film mal genauer angeschaut. “My name is Bruce”. Ehrlich gesagt, obwohl ich die lange Liste der Peinlichkeiten bereits gesehen und innerlich abgelehnt hatte, bin ich trotzdem noch mit einer gewissen Erwartungshaltung an diesen Film herangetreten. Er hat nicht die schlechtesten Kritiken, scheint eine Horrorkomödie zu sein und naja Bruce Campbell spielt Bruce Campbell. Eigentlich kann nicht so viel schief gehen, will man meinen.
Also werfen wir doch mal einen Blick auf Bruce Campbells “My name is Bruce”.
Innovativ und kreativ beginnt der Film mit zwei männlichen und zwei weiblichen Teenagern, die auf einem alten Friedhof herumstolpern. Einer der beiden Jungs wurde schon im Vorfeld als leicht verstört wirkender Bruce Campbell Fan vorgestellt, dessen ganzer Lebensinhalt anscheinend aus Bruces Filme besteht. So weit so gut, die Jungs versuchen die Mädels zu verführen und schon drängt sich mir die Frage auf, wie oft ich mir noch korpulierende Teenager auf Friedhöfen ansehen muss. Also mal ehrlich hat es in Amerika keine Betten? Haben alle amerikanischen Teenager irgendwie einen Friedhofsfetisch? Ernsthaft, was ist da los? “Hey ich hab hier mal was vorbereitet, lass es uns doch hier auf diesem modrigen nassen Grab tun.” Irgendwie zweifle ich dass ich so jemals meine Unschuld verloren hätte.
Aber ignorieren wir das merkwürdige Paarungsverhalten fast geschlechtsreifer amerikanischer Kleinstädter und wenden uns wieder der “Handlung” zu. Der psychologisch zumindest bedenklich wirkende Campbell Fan wird von seiner Flamme angespuckt und sie läuft weg (Zu Recht!). Es beginnt ein heiteres Versteckspiel, in dem er von einem, hmmmmm “Bretterverschlag”, der wohl irgendwie eine Art Mausoleum verkörpern soll, ein Siegel entfernt und somit Bandais neuste Actionfigur “Bösewicht Guan Di” zum Leben erweckt.
(Go, go Power Rangers!
Go, go Power Rangers!
Go, go Power Rangers!
Mighty Morphin Power Rangers! )
Es folgen drei minderspektakuläre Tötungen und unser Campbell-Freak entkommt gerade so dem sicheren Tod.
Das Geschehen wechselt zu einem Filmset, an welchem gerade die Dreharbeiten zu “Cave Alien 2″ stattfinden. Bruce Campbell, sichtlich gealtert, spielt dort die Hauptrolle und man begreift schnell, dass er in diesem Film sicher kein Sympathieträger werden wird. Er kommt arrogant, großkotzig und dumm daher und ich bin beeindruckt dass er sich selbst so darstellt. Ein derartiges Maß an Selbstkritik und Selbstironie könnte einigen anderen Schauspielern oder Regisseuren sicher nicht schaden. (*mit dem nackten Finger auf Uwe Boll zeig*). Nachdem er zahlreiche Fans beleidigt und einen Rollstuhlfahrer mit einem dieser kernigen one-linern, für die wir ihn so lieben, aus dem Bild getreten hat (Ich liebe es, wenn Filme politisch korrekt sind…) stellt sich heraus, dass es Bruces Geburtstag ist und er trifft sich mit seinem Manager in einer abgewrackten Bar. Ein Langweiliger Dialog findet statt, der aber eine essenzielle Information beinhaltet. Offenbar plant der Manager etwas Besonderes zu Bruces Geburtstag. Anschließend begibt sich Bruce zu einem Trailer, in dem er sein Dasein fristet (Wow, und wieder eine brandneue Idee). Er teilt sich mit seinem Hund eine Flasche Schnaps ( *please insert random PETA joke here*) und mitten in der Nacht steht plötzlich unser Campbell Fan vom Anfang vor seiner Tür. Er erklärt das Bandai ihre neuste Actionfigur nach Udelfangen schickte und nur Bruce, der Held der Welt, diesen bösen dämonischen Plastikgeist besiegen könne. Bruce reagiert, wie jeder es würde, und hält unseren kleinen Buben für nicht mehr ganz dicht. Jeff, trickst Bruce allerdings aus und verschleppt ihn im Kofferraum nach Udelfangen, wo aus dem nichts die Hillbilly Jodelburschen auftauchen und die Handlung bis dahin noch einmal in einem Lied zusammenfassen. (Toll! Hätte ich das gewusst, hätte ich gleich bis hierhin vorgespult). Es folgt eine weitere Schlüsselszene in der man erfährt, dass Guan Di irgendwie niemanden töten kann der eine Packung Tofu in der Hand hält. (Keine Ahnung, bitte nicht fragen, es ist mir selbst ein Rätsel)
In Udelfangen angekommen, wird Bruce vom johlenden Mob frenetisch begrüßt und plötzlich bekommt er die Idee, dass dies wohl das besondere Geburtstagsevent seines Managers sein muss und sicher die Handlung eines mega Blockbusters ist, in dem er mitspielen soll. (Natürlich! Wie naheliegend! Was sonst??? Die Tatsache das nichts, aber auch gar nichts einen Anhaltspunkt liefert, dass dies der Fall sein könnte, macht diesen Schluss um so glaubwürdiger) Es folgt eine Stadtversammlung, in welcher erst ein paar Hintergrundinfos auf den Tisch kommen wieso Guan Di ausgerechnet Udelfangen heimsucht und ein alter Mann taucht auf, erklärt, dass Hitler und Eva Braun und auch der ganze Rest der Familie eigentlich Ghouls sind und im getöteten Zustand noch viel gefährlicher ..hoppla da bin ich wohl in der Review verrutscht aber ernsthaft, so langsam kommts mir vor, als würde ich einfach die bereits reviewten Film noch einmal zusammenfassen. Hat dieser Film irgend eine eigenständige Handlung zu bieten oder reicht es Campbell wirklich aus, eine Clipshow aus anderen Filmen, mit ihm in der Hauptrolle, zu produzieren?
Es stellt sich auf jeden Fall heraus, dass Guan Di nicht nur ein böser Geist, sondern auch der Beschützer des Tofus ist. (DAS erklärt Einiges). Es folgen langweilige Minuten in denen Bruce einige peinlich Albernheiten durchmacht, eine Frau kennen lernt, die ihn TOTAL ablehnt (ja ist klar , wird die Mutter seiner Kinder am Ende, wollen wir wetten?) und sich für die Schlacht mit Guan Di vorbereitet. (Gähn!).
Zu seinen Gunsten muss man sagen, dass doch einige ganz witzige Sprüche und Anspielungen auf seine älteren Filme vorkommen. Ich würde aber nicht so weit gehen die Szenen als unterhaltsam oder überhaupt notwendig zu bezeichnen. Mit dem Mob im Schlepptau bricht man also in den nahe gelegenen Wald auf, um Guan Di das Handwerk zu legen. Langsam dämmert Bruce allerdings, dass das ganze eventuell doch kein Film sondern Realität ist. Als dann einige Stadtbewohner niedergemetzelt werden, verliert er schlussendlich ganz die Nerven und läuft, wild um sich schießend, wieder nach Hause in seinen Trailer. Dass er hierbei gut ein Dutzend Stadtbewohnern das Leben nimmt scheint niemanden wirklich zu stören. Aber, es kommt wie es kommen muss, sein schlechtes Gewissen packt ihn und die Liebe zu der Frau die er kaum kennt treibt ihn zurück nach Udelfangen, um Guan Di doch endlich zu besiegen. Hier stößt er nun zwar auf prinzipielle Ablehnung, aber es stört immernoch keinen, dass er auf seiner Flucht halb Udelfangen über den Haufen knallte. (Für den Fall, dass dieser Film jetzt NOCH langweiliger und belangloser wird, schau ich mir noch mal Hard Rock Zombies an) Er bricht also mit der besagten Frau und dem leicht gestörten Jeff wieder auf, um Guan Di zu suchen. Man findet ihn, lockt ihn in eine Höhle und sprengt diese in die Luft. Alle sind gerettet es folgt noch ein wirklich unwitziger kleiner “Sketch” als Intermezzo und sie leben wahrscheinlich glücklich bis ans Ende ihrer Tage weiter.
Was bleibt zu sagen über “My name is Bruce”? Für ein B-Movie ist die Qualität des Films gar nicht so übel und wenn man ihn als Parodie anderer B-Movies wahrnimmt, hat er sogar einen gewissen Charme. Dass es sich um eine Parodie handelt ist allerdings streckenweise leider einfach nicht erkennbar und somit wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung geklauter Klischees und Storyblöcke. Campbell spielt seine Rolle wirklich gut, aber dem Film gelingt es einfach nicht wirklich zu fesseln. Man langweilt sich und man ist eigentlich auch nicht interessiert wie es weitergehen könnte, da der Film schon zu Beginn den Zuschauer permanent in seinen Erwartungen enttäuscht. Nach 15 Minuten hatte ich das Interesse eigentlich weitestgehends verloren und ich schaute nur noch Bruce Campbells wegen weiter. Es ist definitiv ein Film, den man nicht gesehen haben muss.
Ist “My name is Bruce” ein schlechter Film?
Er ist nicht wirklich schlecht aber belanglos, fade und größten Teils unwitzig.
Werde ich ihn mir nochmal ansehen?
Ich wüsste nicht wieso.
admin on Januar 23rd, 2010 | File Under Reviews | No Comments -