[REC I+II] (2007, 2009, Castelao Producciones, Jaume Balagueró, Paco Plaza) by bartWichtel PART II
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Der zweite Teil steigt ungefähr dort ein, wo der Erste sein Ende fand. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt keine hysterische Reporterin mit ihrem leibeigenen Kameramann für den geneigten Zuschauer unterwegs ist, sondern ein, bis unter die Zähne bewaffnetes S.W.A.T.-Team, das offensichtlich auch genügend Durchsetzungsvermögen hat, nicht ständig gegen Leute anlaufen zu müssen, die Ihnen vorschreiben, die Kamera aus zu machen. Diese harten Jungs filmen sich lieber gegenseitig und freuen sich einen Ast, endlich irgendwelchen hochgradig infizierten Hausbewohnern den Allerwertesten aufzureißen.
Das S.W.A.T.-Team betritt also das 85-stöckige Haus zusammen mit einem… nun ja… speziell ausgebildeten Honolulu-Mediziner, der nachdem er die erstbeste Blutlache begrabbelt hat direkt beurteilen kann, dass das Virus definitiv nie nicht niemals über die Luft, sondern nur durch Speichel übertragen werden kann. Dem versierten Zuschauer war dies, selbst ohne den ersten Teil gesehen zu haben, natürlich schon klar, schließlich lernt man aus Filmen wie 28 Days Later / 28 Weeks Later (oh wartet… eine Fortsetzungsgeschichte…) oder Breakout, dass diese Tatsache STÄNDIG der Fall ist.
Nach exakt 13 Minuten und 40 Sekunden stirbt dann endlich der erste unserer mutigen Kamera-S.W.A.T.‘ler. Nicht im Dachgeschosskabuff, wo Teil eins endete, sondern in der Wohnung darunter (hat eigentlich jemand mitgezählt, wie viele Stockwerke dieses Gebäude hat?), um dann 20 Sekunden später seine Rookie-Kollegen anzufallen. Zum ersten Mal tritt Verwirrung bei mir auf, weil der anwesende Honolulu-Mediziner anfängt, Gebete zu sprechen, auf die der „Infizierte“ reagiert. Das ist definitiv neu! Die Erklärung folgt prompt von der wandelnden Symbiose aus Mediziner und Priester: Wir haben es mit einer neuen Gattung von Zombie-Aids zu tun. Zombie-Aids gepaart mit (*beliebigen dramatischen Soundeffekt einfügen*) SAAAAAATAAAAAAN! Ein weiteres Mal frohlocke ich: JU-HU! Gerne hätte ich mir eine ähnliche Reaktion wie die, des S.W.A.T.‘lers gewünscht. Einer der Guten lacht den Honolulu-Priester geschmeidig aus, als dieser erklärt, es handle sich um „Besessene“. Mir konnte diese Feststellung leider nur ein leichtes Nase-rümpfen entlocken.
Die folgenden Ereignisse fasse kurz und schmerzlos zusammen: Diverse Schießereien, diverse Zombies mit Zombie-Satan-Aids kommen und gehen (manche mehr, manche weniger blutig), diverse S.W.A.T.-Mitglieder segnen das Zeitliche und generell wirkt das Drehbuch wieder Mal, als wäre es aus diversen bekannten Zombie-Aids-Filmen zusammengeschrieben. Diverse Schockmomente kann man schon zehn Kilometer gegen den Wind riechen und eigentlich ist mir nach dieser abstrusen Mischung zwischen den unterschiedlichen Diversitäten aus Zombie-Aids-Filmen und Exorzisten-Filmen mehr nach gelangweilten Aufbrechen meiner Knabbersnacks, als nach Weiterschauen.

… Da schau an, ein weiterer „Besessener“ stirbt und fällt durchs Treppenhaus gen Fliesenboden. Ein lächerlicher Versuch, dem Film etwas mehr Dramatik zu verleihen flimmert über die Mattscheibe, als eine Teenagergruppe im Haus auftaucht, denen _EIN_ S.W.A.T. Mitglied nachläuft. Wir erleben eine Reunion unserer Lady in Rosa aus dem ersten Teil, die gerade zum gefühlten 27. Male stirbt. (Oh, ich vergaß zu erwähnen, warum sich die S.W.A.T.-Truppe um den Honolulu-Priester eigentlich so lange im Haus aufhält. Eine originale Blutprobe von Medeiros muss gefunden werden, um aus dem Blut des Wirtes ein Gegenmittel herzustellen *gähn*)
Neue Gastschauspieler sollen also die Story aufpeppen. Die „Besessenen“ sprechen nun im Unterbewusstsein von unseren schießwütigen Freunden (warum das nun wieder?) und Regan MacNeil’s Zimmer befindet sich scheinbar auch in diesem Haus mit den unzähligen Stockwerken. Schade, dass Zombie-Satan-Aids-Kotze Kameras zerstört, weil mitten im Film die Kamera unserer mutigen Rettungstruppe versagt. Ein Glück, dass es die Gruppe Jugendlicher gibt, die, dank ihrer mitgeführten Kamera für einen Wechsel der Blickwinkel sorgt. Zumindest kurzfristig. Okay, ich gebe zu, ich musste durchaus recht herzhaft lachen, als einer “Besessenen“ der Kopf mit einer Silvesterrakete weggeblasen wurde.

Wir spulen wieder ein wenig vor und stoppen an dem Punkt, an dem etwas Hektik weiter unten im unendlich hohen Gebäude entsteht und (*Tusch*) unsere tapfere Reporterin Ángela aus einem der unzähligen Räume erscheint. Sie hat ihre Kamera in der Hand und erscheint gerade zufällig als alle anderen Kameras den Geist aufgegeben haben. (Das Leben schreibt schon komische Geschichten…) Wo auch immer Ángela war, zwischen dem ersten und zweiten Teil, sie hatte scheinbar genügend Zeit, um die Kamera wieder zum Laufen zu bringen, weil aus “nur-Nachtbild-Aufnahmen-möglich“ wurde mysteriöser Weise “Ich-filme-wo-ich-lustig-bin“. Egal – nach dem folgenden Exorzismus an einem der Jugendlichen finden die tapferen Überbleibsel heraus, wo sie Medeiros zu suchen haben: „In der F@!%& deiner Mutter…!“ also bitte! Fäkalsprache und diese auch noch aus dem Exorzisten geklaut… Jetzt rumpelt es aber im Geäst, oder so.
Ektoplasma sei Dank, kann Medeiros nur durch die Nachtsicht der Kamera erkannt werden. JU-HU! Einen stupideren Grund um Dunkelheit und Beklemmungszustände (vom unterdrücken des Brechreizes) bei den Zuschauern herbeizuführen ist Balagueró und / oder Plaza also nicht eingefallen. Ein wenig Rumpel und Gepumpel durch dunkle Räume, gefolgt von Rangeleien und Morbiditäten folgt zusammenhang- und emotionslos das Ende – Gott sei Dank. Noch mehr Stupiditäten und mein Kopf wäre implodiert.

Was bleibt zu sagen über „[REC]“ und „[REC²]“?
Nicht wirklich viel. Aber zu dem klugen Mann, der die Empfehlung aussprach, Fortsetzungen seien immer gut. Eben jenen Mann möchte ich lynch… äh… möchte ich danken, für diese Empfehlung und die damit verbundene Vergeu…süßung von insgesamt 160 Minuten Lebenszeit. Ich hätte mir diese 160 Minuten wirklich nicht schöner vorstellen können. Eventuell hätte ein weißes Einhorn, welches über eine grüne Wiese galoppiert und dabei Regenbögen erbricht dieser Fortsetzungstragödie noch das Wasser reichen können. Viel verhundsbeuteltere Dinge kann ich mir im Moment ernsthaft nicht mehr vorstellen. Obwohl… Ob bitte jemand eine Fortsetzung von Sucker-Punch drehen könnte?
Gerüchten zu Folge wird 2012 nach geraumer Verspätung das dritte Sequel mit dem faden Beinamen „Génesis“ erscheinen und Ende 2012/Anfang 2013 der vierte Anhänger mit dem Namen „Apocalypse“, um die Quadrillogie zu komplettieren. Abermals frohlocke ich mit einem dreifach kräftigen JU-HU! und freue mich auf diese Tage wie ein Schnitzel…
Sind [REC] und [REC]² gute Filme
Oh ja, sie sind sooooo schön, ich könnte Regenbögen brechen!
Werde ich mir „[REC]“ oder „[REC²]“ nochmals ansehen?


































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