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[REC I+II] (2007, 2009, Castelao Producciones, Jaume Balagueró, Paco Plaza) by bartWichtel PART II

Warning: Explicit Content! This article may be not suitable for people younger than 18 years. Parental Advisory is recommended. Read at your own risk!

[Zu Part I]

Der zweite Teil steigt ungefähr dort ein, wo der Erste sein Ende fand. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt keine hysterische Reporterin mit ihrem leibeigenen Kameramann für den geneigten Zuschauer unterwegs ist, sondern ein, bis unter die Zähne bewaffnetes S.W.A.T.-Team, das offensichtlich auch genügend Durchsetzungsvermögen hat, nicht ständig gegen Leute anlaufen zu müssen, die Ihnen vorschreiben, die Kamera aus zu machen. Diese harten Jungs filmen sich lieber gegenseitig und freuen sich einen Ast, endlich irgendwelchen hochgradig infizierten Hausbewohnern den Allerwertesten aufzureißen.
Das S.W.A.T.-Team betritt also das 85-stöckige Haus zusammen mit einem… nun ja… speziell ausgebildeten Honolulu-Mediziner, der nachdem er die erstbeste Blutlache begrabbelt hat direkt beurteilen kann, dass das Virus definitiv nie nicht niemals über die Luft, sondern nur durch Speichel übertragen werden kann. Dem versierten Zuschauer war dies, selbst ohne den ersten Teil gesehen zu haben, natürlich schon klar, schließlich lernt man aus Filmen wie 28 Days Later / 28 Weeks Later (oh wartet… eine Fortsetzungsgeschichte…) oder Breakout, dass diese Tatsache STÄNDIG der Fall ist.

Nach exakt 13 Minuten und 40 Sekunden stirbt dann endlich der erste unserer mutigen Kamera-S.W.A.T.‘ler. Nicht im Dachgeschosskabuff, wo Teil eins endete, sondern in der Wohnung darunter (hat eigentlich jemand mitgezählt, wie viele Stockwerke dieses Gebäude hat?), um dann 20 Sekunden später seine Rookie-Kollegen anzufallen. Zum ersten Mal tritt Verwirrung bei mir auf, weil der anwesende Honolulu-Mediziner anfängt, Gebete zu sprechen, auf die der „Infizierte“ reagiert. Das ist definitiv neu! Die Erklärung folgt prompt von der wandelnden Symbiose aus Mediziner und Priester: Wir haben es mit einer neuen Gattung von Zombie-Aids zu tun. Zombie-Aids gepaart mit (*beliebigen dramatischen Soundeffekt einfügen*) SAAAAAATAAAAAAN! Ein weiteres Mal frohlocke ich: JU-HU! Gerne hätte ich mir eine ähnliche Reaktion wie die, des S.W.A.T.‘lers gewünscht. Einer der Guten lacht den Honolulu-Priester geschmeidig aus, als dieser erklärt, es handle sich um „Besessene“. Mir konnte diese Feststellung leider nur ein leichtes Nase-rümpfen entlocken.

Die folgenden Ereignisse fasse kurz und schmerzlos zusammen: Diverse Schießereien, diverse Zombies mit Zombie-Satan-Aids kommen und gehen (manche mehr, manche weniger blutig), diverse S.W.A.T.-Mitglieder segnen das Zeitliche und generell wirkt das Drehbuch wieder Mal, als wäre es aus diversen bekannten Zombie-Aids-Filmen zusammengeschrieben. Diverse Schockmomente kann man schon zehn Kilometer gegen den Wind riechen und eigentlich ist mir nach dieser abstrusen Mischung zwischen den unterschiedlichen Diversitäten aus Zombie-Aids-Filmen und Exorzisten-Filmen mehr nach gelangweilten Aufbrechen meiner Knabbersnacks, als nach Weiterschauen.

… Da schau an, ein weiterer „Besessener“ stirbt und fällt durchs Treppenhaus gen Fliesenboden. Ein lächerlicher Versuch, dem Film etwas mehr Dramatik zu verleihen flimmert über die Mattscheibe, als eine Teenagergruppe im Haus auftaucht, denen _EIN_ S.W.A.T. Mitglied nachläuft. Wir erleben eine Reunion unserer Lady in Rosa aus dem ersten Teil, die gerade zum gefühlten 27. Male stirbt. (Oh, ich vergaß zu erwähnen, warum sich die S.W.A.T.-Truppe um den Honolulu-Priester eigentlich so lange im Haus aufhält. Eine originale Blutprobe von Medeiros muss gefunden werden, um aus dem Blut des Wirtes ein Gegenmittel herzustellen *gähn*)

Neue Gastschauspieler sollen also die Story aufpeppen. Die „Besessenen“ sprechen nun im Unterbewusstsein von unseren schießwütigen Freunden (warum das nun wieder?) und Regan MacNeil’s Zimmer befindet sich scheinbar auch in diesem Haus mit den unzähligen Stockwerken. Schade, dass Zombie-Satan-Aids-Kotze Kameras zerstört, weil mitten im Film die Kamera unserer mutigen Rettungstruppe versagt. Ein Glück, dass es die Gruppe Jugendlicher gibt, die, dank ihrer mitgeführten Kamera für einen Wechsel der Blickwinkel sorgt. Zumindest kurzfristig. Okay, ich gebe zu, ich musste durchaus recht herzhaft lachen, als einer “Besessenen“ der Kopf mit einer Silvesterrakete weggeblasen wurde.

Wir spulen wieder ein wenig vor und stoppen an dem Punkt, an dem etwas Hektik weiter unten im unendlich hohen Gebäude entsteht und (*Tusch*) unsere tapfere Reporterin Ángela aus einem der unzähligen Räume erscheint. Sie hat ihre Kamera in der Hand und erscheint gerade zufällig als alle anderen Kameras den Geist aufgegeben haben. (Das Leben schreibt schon komische Geschichten…) Wo auch immer Ángela war, zwischen dem ersten und zweiten Teil, sie hatte scheinbar genügend Zeit, um die Kamera wieder zum Laufen zu bringen, weil aus “nur-Nachtbild-Aufnahmen-möglich“ wurde mysteriöser Weise “Ich-filme-wo-ich-lustig-bin“. Egal – nach dem folgenden Exorzismus an einem der Jugendlichen finden die tapferen Überbleibsel heraus, wo sie Medeiros zu suchen haben: „In der F@!%& deiner Mutter…!“ also bitte! Fäkalsprache und diese auch noch aus dem Exorzisten geklaut… Jetzt rumpelt es aber im Geäst, oder so.

Ektoplasma sei Dank, kann Medeiros nur durch die Nachtsicht der Kamera erkannt werden. JU-HU! Einen stupideren Grund um Dunkelheit und Beklemmungszustände (vom unterdrücken des Brechreizes) bei den Zuschauern herbeizuführen ist Balagueró und / oder Plaza also nicht eingefallen. Ein wenig Rumpel und Gepumpel durch dunkle Räume, gefolgt von Rangeleien und Morbiditäten folgt zusammenhang- und emotionslos das Ende – Gott sei Dank. Noch mehr Stupiditäten und mein Kopf wäre implodiert.

Was bleibt zu sagen über „[REC]“ und „[REC²]“?

Nicht wirklich viel. Aber zu dem klugen Mann, der die Empfehlung aussprach, Fortsetzungen seien immer gut. Eben jenen Mann möchte ich lynch… äh… möchte ich danken, für diese Empfehlung und die damit verbundene Vergeu…süßung von insgesamt 160 Minuten Lebenszeit. Ich hätte mir diese 160 Minuten wirklich nicht schöner vorstellen können. Eventuell hätte ein weißes Einhorn, welches über eine grüne Wiese galoppiert und dabei Regenbögen erbricht dieser Fortsetzungstragödie noch das Wasser reichen können. Viel verhundsbeuteltere Dinge kann ich mir im Moment ernsthaft nicht mehr vorstellen. Obwohl… Ob bitte jemand eine Fortsetzung von Sucker-Punch drehen könnte?

Gerüchten zu Folge wird 2012 nach geraumer Verspätung das dritte Sequel mit dem faden Beinamen „Génesis“ erscheinen und Ende 2012/Anfang 2013 der vierte Anhänger mit dem Namen „Apocalypse“, um die Quadrillogie zu komplettieren. Abermals frohlocke ich mit einem dreifach kräftigen JU-HU! und freue mich auf diese Tage wie ein Schnitzel…

Sind [REC] und [REC]² gute Filme

Oh ja, sie sind sooooo schön, ich könnte Regenbögen brechen!

Werde ich mir „[REC]“ oder „[REC²]“ nochmals ansehen?

Oli on Februar 23rd, 2012 | File Under Reviews | 2 Comments -

Splatterday Night Fever – Olaf Ittenbachs “Legend of Hell” – Premiere

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Gestern war es endlich soweit. Nach drei langen Jahren Wartezeit wurde, pünktlich zu meines Bruders 24. Geburtstag, “Legend of Hell” der Welt und allen voran dem Saarland vorgestellt. Schon seit Wochen habe ich mit meinem Bruder diesem Tag mit Spannung und großer Vorfreude entgegengefiebert und als wir uns gestern Abend bei -13 Grad ins Auto begaben, um die 100 Kilometer nach St. Ingbert ins Regina-Kino zurück zu legen, fühlte ich mich wieder wie ein kleines Kind an Heiligabend.

Trotz arktischer Verhältnisse kamen wir gesund und pünktlich an und bereits 90 Minuten nachdem wir das Auto starteten, Schritt der Meister, Olaf Ittenbach himself, mit einem freundlichen “Hallo Leute” an uns und der wartenden Menge vorbei. Er war viel größer, als wir ihn uns vorgestellt hatten und seit “Familienradgeber II” hatte er wieder einige Pfunde von den Rippen verloren. Sichtlich gut gelaunt und reichlich angetrunken folgten ihm einige Darsteller und Crewmitglieder, die sich eigentlich kaum von der wartenden Menge abzeichneten. Einzig Martina Ittenbach und Wayne Darrin (No Reason, Familienradgeber II) stachen uns sofort ins Auge, da wir die beiden bereits aus anderen Ittenbachstreifen kannten (und Martina so oder so immer ein auffälliger Hingucker ist).

Der Einlass wurde endlich ausgerufen und wir betraten einen kleinen, aber gemütlichen Kinosaal, der eine überraschend große Leinwand zu bieten hatte. Es dauerte nicht lange bis sich Olaf, die Schauspieler und einige Crewmitglieder zu einer kleinen Ansprache vor der Leinwand aufgebaut hatten. Dabei kam nichts allzu Spektakuläres herum außer dem üblichen Gedanke, Geklatsche und Gefreue, das bei solchen Anlässen gepflogen ist. Zu bemerken sei lediglich, dass Olaf uns vorwarnte, dass der Film erst am Tag zuvor zu Ende gestellt worden sei und es deshalb noch einige Probleme mit dem Sound geben würde (ohja, die gab es) und dass Wayne besoffen-sentimental den Bruce Darnell zum Besten gab. (Die Freude ein volles Haus zu sehen, gepaart mit 5 Litern Sekt würde wahrscheinlich sogar ein Flusspferd zum Weinen bringen…) Nach Waynes Beteuerung, dass er eben nicht anfangen würde zu weinen, und Olafs Einladung aller Anwesenden zur Aftershowparty, lief der Film dann endgültig an.

Ausnahmsweise werde ich an dieser Stelle einmal darauf verzichten, den Film in voller Länge und im Detail zu besprechen, da ich zu dem wirklich kleinen Kreis derer gehöre, die schon die Ehre hatten diesen Streifen in seiner Gänze zu erleben und ich niemandem das Erlebnis des ersten Schauens verderben will.

Es sei nur soviel verraten, dass der Film grandios war. Olaf zieht wieder alle Register und kann diesmal sogar mit ausgefeilten Sets, CGI-Effekten, ansehnlichen Kostümen und einem epischen Soundtrack aufwarten. Wie gewohnt muss man natürlich bei den schauspielerischen Leistungen einige Schwächen in Kauf nehmen, aber auch auf dieser Ebene habe ich bereits wesentlich schwächere Streifen (nicht nur von Olaf) gesehen. Selbstverständlich gab es auch das ein oder andere Handlungsloch oder den ein oder anderen Anschlussfehler, aber sind wir doch mal alle ehrlich, das gehört im B-Movie Genre ja schon fast zum guten Ton und wenn ein Film Spass macht, interessiert das doch auch eigentlich überhaupt nicht mehr. Und Spass liefert Legend of Hell in großen Fäßern voller Kunstblut aus. Wer sich wie ich schon seit langem einen weiteren Film im Stile von “Premutos” gewünscht hat, wird endlich glücklich werden. Legend of Hell ist meiner Meinung nach der würdige Nachfolger von “Premutos” und wird einen ähnlichen Kultstatus erlangen. Olaf hat sich in diesem Streifen wieder mehr auf Massensplatter mit humoristischen Gewalteskapaden der Marke “Braindead” konzentriert, als auf ausufernde minutenlange Folter-/ Mord-/ Verstümmelungsszenen der besonders ekligen Art und sich dabei selbst übertroffen. Das ganze Splattergeschehen wird dann noch in eine obskure Fantasy/Horrorgeschichte gepackt, es wird munter durch die Dimensionen gereist und “Voilà”, fertig ist der meiner Meinung nach beste Ittenbachstreifen der letzten 15 Jahre. Außerdem wurde die längste Kettensäge präsentiert, die ich jeh gesehen habe. (Das alleine war es bereits wert!)

Sobald die DVD erhältlich ist, kann ich nur jedem Freund des gepflegten Splatters, jedem Unterstützer der ehrlichen Independence oder einfach nur jedem Filmfreund wärmstens empfehlen, sich diese Perle ins Haus zu holen!

Nach dem Film suchten mein Bruder und ich noch die Aftershowparty in einer örtlichen Gaststätte auf, um vielleicht noch ein paar Worte mit Olaf zu wechseln. Wie zu erwarten war Olaf auch hier sehr freundlich, geradezu liebenswürdig, und nahm sich Zeit für jeden, der gekommen war, um ihn noch einmal zu sehen, sich die Lieblings-DVDs signieren zu lassen oder ein Foto mit dem Star des Abends zu schießen. Wärend wir in der Schlage warteten fragte ein aufgeregter Gast des Lokals, wer denn die Person da vorne sei, zu der wir alle wollten. Der Name Olaf Ittenbach sagte ihm wohl nichts, aber nachdem wir ihm ein strenges “Ein deutscher Regisseur” entgegen raunten, setzte er sich zufrieden zurück auf seinen Platz. Als ich an der Reihe war, bat er mich kurz zu warten, da er seine Kehle anfeuchten musste, dann stand er auf, legte seinen Arm um meine Schulter und wir grinsten beide dämlich in die Kamera meines Bruders.

Bevor er sich wieder setze fragte er mich: “Und wie war es?” “Super, wirklich ein super Film, mach weiter so” antwortete ich und mit Olafs abschließenden Worten “Das freut mich, wenn es euch gefallen hat, denn nur dafür machen wir es ja” endete für meinen Bruder und mich diese Filmpremiere.

Oli on Februar 5th, 2012 | File Under Allgemein, Reviews | No Comments -

[REC I+II] (2007, 2009, Castelao Producciones, Jaume Balagueró, Paco Plaza) by bartWichtel PART I

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Ein kluger Mann sagte einst zu mir: „Fortsetzungen sind immer gut…“ Ist das so? Ich als Nicht-ständig-B-Movie-Schauer stehe solchen Aussagen immer recht skeptisch gegenüber. So war für mich persönlich Matrix ein guter Film, der durch seine Fortsetzungen kaputt gemacht wurde, nur um ein weitläufig bekanntes Beispiel zu nennen. Wie dem auch sei, es galt, dieser Aussage auf den Zahn zu fühlen und diesen klugen Mann zu bestätigen, oder ihn zu fragen, ob er ferm einen am Helm hat.
Nun – welcher Film (inklusive seiner Fortsetzung natürlich) könnte für dieses Vorhaben geeignet sein? Eben dieser kluge Mann, empfahl mir [REC] inklusive seiner Erweiterung [REC]² … (JU-HU! Fand ich doch den ersten Teil schon zum Brechen großartig.)
Okay, ich muss gestehen, den ersten Teil der beiden spanischen Joint Ventures aus dem Hause Balagueró / Plaza habe ich mir schon vor etwas längerer Zeit angesehen, unter der Vorankündigung, er sei einer DER Must-See Horror-Movies. Soweit ich weiss, wurde dies auch vor geraumer Zeit von „The Blair Witch Project“ behauptet. Ich persönlich teile diese Meinung nicht – dementsprechend hoch war meine Motivation, mir den ersten Part nochmals anzuschauen, um mein Gedächtnis aufzufrischen und nahtlos zum zweiten übergehen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass die Review schlussendlich doch noch zu Stande kam, konnte ich mich offensichtlich dazu durchringen, es zu tun.
Da das Hauptaugenmerk dieser Review auf dem zweiten Teil liegt, möchte ich die Geschichte des ersten Teils nur kurz zusammenfassen. In beiden Filmen wird die Kameraführung übrigens von semiprofessionellen Kameramännern übernommen, die ins Geschehen eingebunden sind. Dies soll dem Zuschauer vermitteln, er sei mittendrin, statt nur dabei. (JU-HU! Blair Witch Project lässt grüßen.)


Einen wunderschönen guten Abend, ich bin Ángela Vidal. Heute zeigen wir in der Sendung „Während Sie schlafen“ eine Feuerwehrmannschaft und diese begleiten wir auf ihrem nächtlichen Einsatz… Ich hab den Faden verloren…

Irgendwie verspüre ich jetzt schon den Drang, mit diesem Moosgummi-Mikrofon-Pömpel dieses Perlweiß-Grinsen abzudecken…
Die Einleitung ist geschafft, fassen wir im Schnelldurchlauf zusammen:
Eine alte Frau (, die in ein hübsches rosa Nachthemd gehüllt ist, fällt inmitten eines hysterischen Anfalls (hysterischer Anfall, soso) einen Polizisten an, amputiert ihm oral fünf Pfund Fleisch aus dem Nackenbereich und wirft einen Feuerwehrmann gefühlte 38 Stockwerke durchs Treppenhaus des Hauses. (Ich agiere übrigens genau so, wenn ich wegen eines schlechten Filmes einen Anfall bekomme…). Zu allem Übel taucht nun der örtliche ABC-Schutzverein auf und stellt das gesamte Haus unter Quarantäne (JU-HU! – Seitenhieb. Vgl. Triple-Feature [REC] – Quarantine – [REC]²). Verständlicherweise schürt das ein wenig den Unmut der versammelten Mietergemeinschaft – die Ereignisse überschlagen sich.
Menschen laufen in Hysterie wild durch die Gegend (ohne Menschen umherzuwerfen), Zombies erwachen zum Leben (Menschen… umherwerfen), unbescholtene Mieter, die lediglich ihre Ruhe haben wollen, werden zerfleischt und prinzipiell wird dem geneigten Zuschauer recht schnell klar, dass hier eine weitere abgekaute Story á la 28 Days Later / 28 Weeks Later / Resident Evil und deren Vorreiter über den Bildschirm flimmert. Ursache für den Ausbruch des Zombie-Aids ist der Hund eines kleinen Mädchens, der den Einsatz der örtlich ansässigen ABC-Schutztruppe zu verantworten hat. So der O-Ton eines Mitglieds der Schutztruppe, welches mutiger weise ins Haus gekommen ist, um Blutproben aller Beteiligten zu nehmen. Unterwegs stolpert der Zuschauer ein paar Mal über unsere alte Dame in rosa, die partout nicht sterben möchte.

Spult man noch etwas weiter vor, bleiben am Ende lediglich nur noch einer der Feuerwehrmänner, Ángela und ihr Kameramann übrig. Von einem Bewohner des 54-stöckigen Hochhauses erfahren die drei, dass es im Dachgeschoss einen Ausgang geben soll (natürlich – Polizisten und eine komplette ABC-Schutztruppe vor der Tür schrecken ab, aber 768 Zombie-Aids Zombies die nach Blut lechzen sind ein kalkulierbares Risiko… ein Klacks für einen Hauch von Freiheit…)
Auf dem Weg dorthin fällt der Feuerwehrmann auch noch der Quote zum Opfer und Ángela und Pablo erreichen nur noch zu zweit die Dachwohnung. In dieser befindet sich allerhand merkwürdiges Zeug: Zeitungsausschnitte, Bilder, Tonbandmitschnitte und ein Chemiebaukasten für Fortgeschrittene. Nach Sichtung des Materials stellt sich heraus, dass von einem bestimmten Mädchen, Medeiros, immer wieder die Rede ist. Dieses Mädchen wurde als besessen oder infiziert abgestempelt und in mehreren Stätten erfolglos „behandelt“. Der Besitzer der Wohnung scheint einen großen Fehler begangen zu haben, weil Ángela und Pablo in Panik ausbrechen und feststellen, dass Medeiros sich im Dachgeschosskabuff über der Wohnung befinden muss um von dort aus vermutlich die rosa Dame angefallen hat (Hasso wurde also zu Unrecht eingeschläfert?). Nachdem die Lampe an der Kamera zu Bruch geht, gipfelt der Höhepunkt des Films darin, dass man mittels Nachtsichtaufnahmen den Tod von Pablo mit verfolgen kann und Ángela ins unendliche Dunkel des 73-stöckigen Hochhauses geschleppt wird.

[To be continued...]

Oli on Februar 1st, 2012 | File Under Reviews | No Comments -

Die Klasse von 1984 (1982, AWP, Mark L. Lester)

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Erinnert Ihr euch noch an eure Schulzeit? (Ich gehe einfach mal davon aus, dass der durchschnittliche Leser dieses Blogs schon seit ein paar Jährchen mit der Schule fertig ist)

Ich für meinen Teil erinnere mich noch sehr gut:

Es war eine chaotische Zeit damals in den 90ern. Punks soweit das Auge reichte, Heroin, Schutzgeld, Zuhälterei und Waffengeschäfte waren zumindest an meiner Schule in Downtown-Trier an der Tagesordnung. Da wurden Autos gesprengt, Lehrer erpresst und Schüler unterdrückt, dass es ein Grauen war. Am schlimmsten war noch daMaze, der crackabhängige Nuttenschläger, der eines Tages wärend einer Schulaufführung die Aula der Schule mit selbstgebasteltem Plastiksprengstoff in die Luft sprengte, um damit ein Zeichen gegen das Rauchverbot auf dem Schulhof und die Sparmaßnahmen an den belegten Käsebrötchen zu setzen. (Zwei Scheiben Gouda sind einfach zu wenig für heranwachsende Schwerverbrecher!)

Kommt euch diese Geschichte bekannt vor?

Nein?

Nun, mir auch nicht.

In den 1980er Jahren dachte man wohl allerdings, dass so die Zukunft in den Klassenzimmern aussehen würde und drehte merkwürdige Exploitationfilme wie “Die Klasse von 1984″. Der Streifen wurde im Jahre 1982 von Mark L. Lester in Canada realisiert und stellt eine dystopische Darstellung amerikanischer Jugendlicher und des amerikanischen Schulsystems dar. Prinzipiell ist gegen eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit kontroversen Themen und sozialen Problemen überhaupt nichts einzuwenden, aber leider übermittelt “Die Klasse von 1984″ hier eine mehr als fragwürdige Botschaft und lässt dadurch tief in die Moralvorstellungen und politischen Einstellungen der Macher blicken.

Aber, eins nach dem anderen.

Werfen wir zunächst einen genaueren Blick, auf den Film, der einen Bösewicht aufweist, der wie ein junger Michael Dudikoff aussieht, es aber nicht ist und sich sogar noch Michael Fox leisten konnte. ( Für das J. war er wohl noch zu a) arm, b) unbekannt c) jung…oder d) alle drei Antworten richtig)

Der Film beginnt an einer Interpretation einer typischen Schule in Tromaville Amerika, der “Lincoln High”. Wir lernen den neuen Musiklehrer Andrew Norris kennen, der wohl aus weit behüteteren Gefilden an diese Schule versetz wurde und mit dem Blick auf Punks und Metalldetektoren (ok, wenigstens hier hat Lester mit seiner Vision recht, solche sollen ja an amerikanischen Schulen heutzutage alltäglich sein…) etwas überfordert wirkt.

Nach etwas 30 Minuten relativ dröger Einführung ist klar:

  •  Es gibt eine böse Punkergang an der Schule, die von einem nach außen wie ein Milchbrötchen wirkenden Oberfiesewicht namens  Peter Stegman geführt wird
  •  Alle Lehrer sind total überfordert und teilweise schon reif für die Klappse
  •  Michael J. Fox spielt einen absoluten Jammerknilch
  •  Unser Protagonist wird versuchen dem Terrorregime der Stegmangang durch eine Schulaufführung ein Ende zu setzen

 

Nachdem Lester also die Welt praktischerweise wie ein Schachbrett in schwarz und weis aufgeteilt hat, beginnt sich die Handlungsspirale zu drehen. Stegman und seine Getreuen versuchen mit allen Mitteln Norris Bemühungen um einen normalen Unterricht zu unterwandern und betreiben nebenbei munter ihr kriminelles Spiel aus Drogenhandel, Zuhälterei, Vandalismus und Erpressung. (Hach ganz wie daMaze früher…) Lester zieht die Schlinge um Norris Hals immer weiter zu, in dem er Stegmans Gang mit ihren Übergriffen immer näher an Norris und tiefer in den Kreis seiner Vertrauten heranführt. Zunächst erwischt es Schüler, die Norris besonders am Herzen liegen, dann dreht sein befreundeter Kollege komplett durch, bedroht die Schüler mit einer Waffe und stirbt letztlich in einem von Stegman provozierten Autounfall. Getoppt wird das Ganze durch die Vergewaltigung und Entführung von Norris Frau am Abend der Schulaufführung. Hier nimmt der Film dann eine absolute Stilwendung und wird zu einem “Rape and Revenge Drama”. Norris metzelt auf der Suche nach seiner Frau jeden einzelnen der Stegmangang nieder, bis der Schüler im großen Finale im Zweikampf mit Norris durch die Glasdecke des Aufführungssaals bricht und sich vor den Augen des Schulaufführungspublikum an einem Deckentau (Ich hab keine Ahnung warum da Schiffstaue an der Decke hingen…) zu Tode stranguliert.

Der Film endet.

Was bleibt zu sagen über “Die klasse von 1984″?

Der Film macht es einem nicht wirklich leicht. Auf der einen Seite übt er berechtigte Kritik an der Gesellschaft, ist hervorragend besetzt und handwerklich ausgezeichnet umgesetzt. Auf der anderen Seite jedoch komme ich persönlich mit der Botschaft des Films absolut nicht klar. Wir haben einen Film, der als einzige Antwort auf Gewalt, Gewalt kennt. Einen Film der Drogendealer, Drogenkonsum und die Wirkung von Drogen so dämlich darstellt, dass in den betreffenden Szenen sofort klar wird, dass hier Nixons “War on Drugs” propagandiert werden sollte.
Also ernsthaft, wer glaubt den bitte noch, dass Kokain derartige Halluzinationen hervorruft, dass man sich einbildet man könne fliegen? Hier hat Lester definitiv Substanzen verwechselt und demonstriert eindrucksvoll, dass er keine Ahnung von der Materie hatte. Generell erscheint der Film wie eine große Werbeveranstalltung der konservativen Partei Amerikas. Slogans wie: “Auge um Auge, Zahn um Zahn”, “Die Jugend von heute ist verdorben” und “Wir brauchen schärfere Gesetze” poppen immer wieder vor dem geistigen Auge auf und hinterlassen einen üblen, faulen Nachgeschmack beim Schauen. (Außerdem wird immer wieder fleißig bei Kubricks “Clockwork Orange” geklaut…aber das nur am Rande)

Wäre der Film eine billige Exploitationproduktion, die sich einzig auf den Rachefeldzug Norris gegen die Gang fixirte, funktionierte er besser. Da er aber versucht eine tiefere Botschaft zu übermitteln und eine mehr als dubiose Lösung für ernsthafte gesellschaftliche Probleme der USA anbietet, kann ich nicht anders, als dem Film ein totales Versagen zu attestieren.

Ist “Die Klasse von 1984″ ein schlechter Film?

Er ist keine Wahnsinns Facepalm wert, aber trotz alledem nicht wirklich gut

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Könnte passieren.

 

Oli on Januar 16th, 2012 | File Under Reviews | 2 Comments -

No Reason (2010, IMAS Filmproduktion , Olaf Ittenbach) by “Da Maze”

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Charlotte Roches große Schwester Jennifer (Irene Holzfurtner) hat auch Probleme! Ja ehrlich!

Wie, Sie wussten gar nicht, dass Herr/Frau/Fräulein Roche eine große Schwester hat, die ebenfalls aus Udelfangen stammt und früher auf der Dorfkirmes immer mit den ganz absonderlichen Typen rumgehangen hat? Na dann passen Sie mal auf – an der folgen Geschichte werden Sie ihre helle Freude haben!


Jennifer hat Probleme der etwas anderen Art.

Statt sich wie ihre kleine, leidlich talentierte Schwester in Feuchtgebieten, die maximal bis zum Knöchel reichen, mit schlüpfrigen Belanglosigkeiten herumzuschlagen, watet die Protagonistin von Olaf Ittenbachs neuem Streifen quasi permanent bis zum Hals durch die Tomatensauce des Grauens.
In einem Psychogramm der etwas anderen Art zeigt uns der Meister des schlechten Geschmacks nicht nur ihr tragisches Leben, Wirken und Dahinscheiden, sondern erklärt auch noch ganz am Rande – völlig selbstlos und mit der Ambition eines ausgebrannten Pädagogen – den Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung. Hä??

Verstörende Einblicke in Ittenbachs Vorstellung von psychologischem Tiefgang, Katharsis und menschlichem Seelenleben stehen bei „No reason“ ebenfalls auf dem Lehrplan und werfen schon sehr bald die berechtigte Frage auf, was der ganze Kappes in Anbetracht des Filmtitels soll?! Wenn man schon „No reason“ drauf schreibt, wo auch ganz offensichtlich no reason drin ist, warum versucht man dann überhaupt auf Teufel komm raus und völlig vergeblich, Sinnhaftigkeit und Kohärenz zu suggerieren? Ittenbach stolpert mal wieder dermaßen munter durch sein eigenes Plot und saut dabei mit Hackfleisch, Blumenkohl und Handlungsbröckchen herum, dass einem die Augen übergehen, doch sollte man deswegen noch lange nicht der Versuchung erliegen, zu erwarten, dass hier irgend etwas tatsächlich Sinn ergibt.


Der Postbote ist ein Spaßvogel.

Zum Beispiel bleibt gänzlich ungeklärt, warum Jennifer in 90% aller Szenen nackt herumlaufen muss, das wäre doch eher ein Job für Charlotte gewesen? Doch das sind nur die kleinen, unbedeutenden Spitzen gewaltiger Eisberge. Vielleicht kann Jennifer ja im Gegenzug gescheite Bücher schreiben?!

Aber genug der einleitenden Worte, kommen wir nun zum Inhalt und der erneut zentralen Frage, ob man mit „No reason“ schon wieder 70 Minuten Lebenszeit die Toilette runtergespült hat?

Ja!

Nein…?!

Vielleicht!

Was soll ich schreiben, der Olaf ist schon ne ganz eigene Marke: Nicht mehr ganz taufrisch, mittlerweile mit beiden Beinen fest im FX- und C bis F-Movie-Geschäft etabliert und dennoch nach wie vor meilenweit davon entfernt, alle Latten am Zaun zu haben, kombiniert er in vorliegendem Film munter – und mal wieder scheinbar völlig wahllos – Dinge, die er überhaupt nicht kann mit Dingen, die er meisterlich beherrscht.


Im Swingerclub geht die Luzi ab.

Zum Beispiel Tabus brechen: Lust auf Sadismus? Lust auf Folter, Strangulation und Amputation? Lust auf Kotze, Natursekt, Kindesmord, Postboten und vollgeschissene Toiletten? Auf Monstrositäten, abgetrennte Körperteile, kannibalische Naschereien, albtraumhafte Visionen von „hier unten“ und erstaunlich viele Besuche an der Wursttheke? Dann sind Sie bei „No reason“ goldrichtig!

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber Ittenbach toppt „Beyond the limits“ mit geradezu beängstigender Leichtigkeit und serviert ein Gratin des Ekels, das meinen bisherigen absoluten Zenit an Dingen darstellt, die ich am liebsten sofort wieder vergessen würde. Wer sich fragt, wie ich die vorliegenden 72 Minuten hinter mich gebracht habe, dem sei folgendes Bild zu Anschauungszwecken gereicht:

Wohlwollend nimmt der hartgesottene Splatterfreund im Verlauf von „No reason“ zur Kenntnis, dass die Effekte, angefangen vom Blut über diverse Körperprothesen bis hin zu surrealen Masken, die munter von Lovecraft bis Craven zusammen geklaut wurden, durchweg von hoher Qualität sind. Nie zuvor sah das muntere Aufteilen eines lebendigen Körpers in mundgerechte Häppchen so real aus, die Spielchen mit Messer, Gabel, Schere und Weißwurst …

- Stop! An dieser Stelle folgt ein dringender Aufruf: bitte Olaf, so etwas möchte ich NIE wieder sehen, ganz im Ernst! -

Also wo war ich? Achja … also die Spielchen mit Säge, Zange, Hammer, Zähnen, Peitsche, Stahlseil und sogar Eislöffel (!!) sehen durch die Bank weg real aus und zeigen, welches Handwerk Herr Ittenbach beherrscht. Dafür, ebenso wie für die am Budget gemessen ordentliche Sound- und Kameraarbeit, gebühren ihm Respekt.

Schimpf und Schande jedoch hat er sich für die Story verdient, die zu beschreiben ich mich nun seit bereits 646 Wörtern drücke!! Olaf, wozu versuchst du es überhaupt? Die ersten 10 Minuten gelingt deine Irreführung sogar halbwegs und man schaut dem Geschehen am Bildschirm zwar mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zu, aber wenigstens fragt man sich noch, was das ganze soll und wie es wohl weitergeht. Je weiter deine Geschichte jedoch fortschreitet, die Geschichte eines weiblichen Junkies aus Udelfangen, die geraubt und gemordet hat und dafür von ihrem nach Vergebung suchenden, abgespaltenen Persönlichkeitsanteil durch die sadistischsten Abgründe menschlicher Grausamkeit geführt wurde, um Läuterung zu erfahren, desto mehr drängen sich mir quälende Fragen auf. Fragen, die nach Antworten verlangen: Olaf, warum musstest du als Inspirationsquell unbedingt deine letzten zwei Weihnachtsgeschenke – ein Fremdwörterlexikon und ein Buch über Farbenlehre – herbei zerren, anstatt es einfach bei sinnfreiem Horromonsterkillerquark mit einer Prise Stacheldraht zu belassen? Warum hast du auch nur eine Sekunde an ein Drehbuch verschwendet, dass so absurd und nutzlos ist, dass man sich hinterher regelrecht ärgert, auch nur für einen kurzen Augenblick an dessen Sinnhaftigkeit geglaubt zu haben? Und am allerwichtigsten: wenn du schon glaubst, deine Therapiethemen filmisch verarbeiten zu müssen, warum hörst du in den Sitzungen nicht wenigstens zu??


Cthulhu höchstpersönlich kümmert sich um Jennifers Seelenheil.

Kurzum: die arme Jennifer wurde gar nicht verraten, betrogen, hintergangen und in das irre Treiben eines Psychokillers verwickelt, der all ihre Nachbarn und Freunde ermordet hat, nein, sie hat nur die Blutbahn voller Heroin, raubt gerne mal ne Bank aus oder schießt ihrer kleinen Tochter frontal in den Kopf, weil sie nervt. Der Psychokiller mit der aufgeschlitzten Kehle war auch in Wirklichkeit gar kein Killer, sondern wie zuvor angedeutet der personifizierte gute Teil von Jennifer, der sie bei der Hand nehmen wollte, um sie zu Läuterung zu führen. Doch Pech gehabt, am Ende wartet trotzdem die Hölle auf unsere Protagonistin – und übrigens nicht nur auf sie, sondern ebenso den Zuschauer, der die letzten, grottenschlechten Storymomente nebst Denglisch brabbelndem Gerichtsmediziner ertragen muss und vergeblich darauf wartet, dass sich doch noch ein Licht am Ende des Storytunnels zeigen möge.

Ist „No reason“ ein schlechter Film:

Olaf hat sich eine eigene Parallelwelt jenseits von gut und schlecht erschaffen, die zu beschreiben mir die Worte fehlen.

Würde ich ihn mir noch einmal ansehen:

Lassen Sie mich nachdenken … nein.

Oli on Januar 5th, 2012 | File Under Reviews | 1 Comment -

Bubba Ho-Tep (2004, Silver Sphere Corporation, Don Coscarelli)

Warning: Explicit Content! This article may be not suitable for people younger than 18 years. Parental Advisory is recommended. Read at your own risk!

Neulich saß ich so auf meiner braunen Couch und dachte darüber nach, welche Themen man eigentlich mal dringend in Form eines B-Movies der Welt näher bringen sollte. Und da überlegte ich, ob es nicht eine gute Idee währe, eine Geschichte über einen essgestörten Elvisimitator zu schreiben, der schon zu Elvis Lebenszeiten die Bühnen dieser Welt unsicher macht, mit Elvis die Plätze in der Gesellschaft tauscht und dann in seinem Namen letztlich an Herzverfettung draufgeht. Wenn man den Gedanken weiterspinnt könnte man auch auf die Idee kommen einen “Was wäre wenn Elvis noch leben würde?“-Film zu drehen und sich in diesem vielleicht sogar etwas über die Elvisfanatiker lustig zu machen, die in jedem feuchten Bierschiss gleich das Konterfei ihres Kings erkennen. Ich dachte bei mir, dass diese Streifen sicher ihre Zuschauer finden und einiges an Kohle in die Kassen der Produzenten spülen würden. Obwohl ich ein profitables Geschäft roch, schob ich meine Gedanken erst einmal beiseite und sah mir ein nettes unabhängiges Filmchen namens “Mary und Max“ an. Nach dem Genuss dieses herrlichen Animationsfilms, der sich auf einzigartige Weise mit der Thematik des Asperger-Syndroms auseinandersetzt, kam mir eine andere Idee. Könnte es nicht vielleicht auch interessant sein, einen Film zu produzieren, der sich auf liebevoll, satirische Art und Weise mit Altersenilität befasst und 90 Minuten zwei ältere Herren, die sich für Elvis und John F. Kennedy halten, in einem Altersheim begleitet? Um das ganze an Absurdität zu toppen würde ich sogar so weit gehen, die Rolle des alten John F. mit einem afroamerikanischen Schauspieler zu besetzen. In meiner Vorstellung konnte dieser Gag wirklich funktionieren.
Da es mittlerweile doch recht spät geworden war schaltete ich den Fernseher ab, beschloss am folgenden Tag weiter über Filmideen nachzudenken und begab mich in mein Bett zur Nachtruhe. In der Nacht hatte ich eine Vision im Traum. Ich träumte vom alten Ägypten, Pharaonen, Mumien, Cleopatra, Pyramiden und Brendan Fraser. Schweiß gebadet wachte ich auf. Vor meinem inneren Augen formten sich die Bilder und ich sah einen Film. Einen Film über Mumien. Aber keine einfache Mumien, sondern Mumien aus dem Trailerpark! Redneck-Cowboy-Hillbilly-Mumien, die die Seelen der Menschen aus dessen Arschlöchern saugen! DAS ist der Stoff aus dem feuchte B-Movieträume sind. Dazu packt man dann Bruce Campbell und eine Shotgun und der feucht fröhliche Filmeabend ist gerettet!

So oder so ähnlich muss es wohl auch Don Coscarelli gegangen sein bevor er Bubba Ho-Tep drehte. Allerdings ist dieser offenbar am nächsten Morgen aufgestanden und hat sich erstmal eine dreiviertel Flasche Meister Propper gemischt mit Haldol in den dicken Zeh gespritzt und sich danach 45 Minuten ein Frühstücksbrettchen auf die Fontanelle geschlagen, bis er der Meinung war es wäre eine brilliante Idee all diese Handlungen zu einem einzigen 90 minütigen Film zusammen zu fassen. Jawohl, liebe Leser in Bubba Ho-Tep spielt Bruce Campbell einen alten, senilen, impotenten Elvisimitator/Elvis, (es wird nie wirklich klar, ob er jetzt senil ist, oder wirklich Elvis, der vor vielen Jahren mit einem fresssüchtigen Doppelgänger ausgetauscht wurde) der irgendwo im amerikanischen Outback (also Texas, Georgia, Virginia…oder so ähnlich) ein elendes Dasein in einem Hillbilly-Altersheim fristet Er ist mit einem Schwarzen befreundet, der sich für JFK hält. Bewaffnet mit Rollator, Asthmaspray und Rollstuhl bekämpfen die beiden gemeinsam eine Redneck-Cowboy-Mumie, die den Altersheimbewohnern, des nachts, die Seelen aus den Ärschen saugt. (Falls ich mal viel zu viel Zeit haben sollte, werde ich mir die Kurzgeschichte von Joe R. Lansdale anschauen, um zu beurteilen ob es wirklich Coscarellis Schuld ist oder ob nicht schon die Vorlage total versagt, aber bis dahin mache ich Coscarelli persönlich für dieses Handlungsdebakel verantwortlich!)

Was soll man dazu noch sagen?

Wir haben es hier mit einer Handlung zu tun, die so überladen, grotesk und bescheuert ist, dass sie schon fast wieder wahr sein müsste. Aber, so voluminös und aufgeblasen die verschieden Rahmenhandlungsstränge auch sein mögen, so butterbrotpapierdünn ist dann die eigentlich Haupthandlung. Sie wird in zwei Sets ausgetragen und kann in Drei Teile, oder von mir aus auch Akte, unterteilt werden. Im ersten Teil des Films beschränkt sich die Handlung darauf die komplette Rahmenhandlung in wenigen, witzlosen Flashbacks zu erzählen. Im Mittelteil werden ein paar sehr, sehr unspektakuläre Todesfälle und etwas Ermittlungsarbeit der beiden senilen Torfnasen gezeigt und im Finale setzt Don Coscarelli dann den Welt langweiligsten “Rentner gegen Mumien Battle“ aller Zeiten in Szenen. Ende, das war es. Bubba Ho-Tep ist der erste Film, der mit unter die Augen gekommen ist, der trotz überladener Handlung an Handlungarmut krankt und letztlich stirbt!

Was in Himmels Namen hat Bruce Campbell dazu bewegt diese Rolle in diesem Film anzunehmen? In einem solchen Machwerk wirkt sein Schauspieltalent einfach wie Perlen, die man den Säuen zum Fraß vorwirft. Noch dazu war er zu Zeiten des Drehs gerade mal in seinen 40ern und musste somit mit knapp 300 Pfund Schminke auf alt getrimmt werden. Was nicht einmal funktioniert! Er sieht nicht aus wie ende 70 sondern wie 45 mit 35 Jahre alter Schminke im Gesicht. Wäre es nicht einfacher gewesen irgendjemanden zu casten, der älter als Bruce ist? Vielleicht wäre es auch eine gute Idee gewesen, jemanden auszusuchen, der auch nur eine geringfügige natürliche Ähnlichkeit zu Elvis aufweist, denn jeder, der schon mal Bruce Campbell gesehen hat, weiß dass er in keiner Weise Elvis Presley ähnelt. Ihm eine dämliche 70er Jahre Brille ins Gesicht zu kleben und ihn in einen Fatsuite im Elvisllook zu packen, macht es nicht besser sondern verwandelt Bruce Campbell in eine billige Lachplatte für die man sich nur noch fremdschämt!

Als ich mir vor einiger Zeit die Bruce Campbell Sammlerbox zugelegt habe, dachte ich, ich hätte mir eine nette kleine Box mit abnormen aber witzigen Filmchen zugelegt. Mittlerweile denke ich, dass selbst die stolzen sieben Euro, die ich dafür in Groß Britanien bezahlt habe, rausgeschmissenes Geld waren. “My Name is Bruce” war ein langweiliger, unausgegohrener Haufen Pferdemist, “Bubba Ho-Tep” ist ein einzige Handlungs- und Besetzungsdesaster, “Alien Apocalypse” (Ist noch nicht reviewed und wenn es einen Gott geben sollte, wird er mir diese Bürde auch nicht auferlegen) ist einfach nur peinlich und zu “The man with the screaming brain” fehlen mir einfach nur gänzlich die Worte. (Ich denke der Titel allein, sagt ohnehin alles und eine Review ist hier nicht nötig…)

Was bleibt zu sagen über Bubba Ho-Tep?

Warum? Warum musste dieser Film so versaut werden? Man hätte sich einen der verschiedenen Handlungsansätze rauspicken sollen, diesen vernünftig ausarbeiten, richtig besetzen und einen guten Film anstelle dieser Zelluloidverschwendung erschaffen können. Die Ideen sind wirklich interessant, lustig und innovativ aber deren Ausarbeitung gestaltet sich als völlig mangelhaft. Wobei der Film ansonsten handwerklich gut gemacht ist: Die Kameraarbeit ist einwandfrei, die Bildqualität völlig in Ordnung und Anschluss- sowie Kontinuitätsfehler fallen auch keine auf. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg in Ordnung und der Film kann einen stimmungsvollen Sountrack vorweisen. Es ist eine Schande, dass diese wirklich günstigen Rahmenbedingungen zu keinem besseren Film geführt haben und Bruce Campbell wieder mal in einem billigen, schlechten B-Movie verheizt wurde. Da schaue ich mir lieber ein paar folgen “Burn Notice“ an und genieße es Campbell in schönen Sets, an schönen Schauplätzen und in einer angemessenen Produktion erleben zu können.

Ist Bubba Ho-Tep ein schlechter Film?

Eigentlich sogar drei oder mehr…

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Naja, ich habe die Box gekauft, was bleibt mir da schon übrig?

Oli on Dezember 1st, 2011 | File Under Reviews | 2 Comments -

Rejected! – Vier Filme, die es nicht an den Rand des Wahnsinns geschafft haben

Warning: Explicit Content! This article may be not suitable for people younger than 18 years. Parental Advisory is recommended. Read at your own risk!

Es war ein traumhafter Sommer für Cineasten wie mich. Regen, Wolken, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, kurz gesagt: Perfekte Rahmenbedingungen, um Zeit mit wundervollen Filmen der unabhängigen Filmindustrie tot zu schlagen, oder, in diesem Fall, zu enthaupten, vierzuteilen und auszuweiden. Ich begab mich auf eine Reise, von den noch stummen Lichtspielhäusern der frühen 1920er Jahre, über die großen Klassiker der 30er Jahre in die Exploitationkinos der 70er und 80er, um dann letztlich im Independentwohnzimmer der Neuzeit anzukommen. Ich verlebte viele vergnügliche Stunden, die ich in der nun startenden dritten Saison dieses kleinen Blogs besprechen werde.

Wie wir aber nun alle wissen, erlebt man beim Genuss derartigen Filmgutes nicht immer nur ausschließlich positive Dinge. Nein, man erlebte oftmals auch herbe Enttäuschungen: Filme, so schlecht, dass sich das menschliche Auge kräuselt, der Magen sich durch das Nasenloch zu verdünnisieren versucht und das Gehirn als wabernder Brei aus dem Ohr tropft.

In einem solchen Fall hilft nur eins: Alka-Seltzer, Aspirin und Abschalten!

Aber was soll man nun mit der vertanen Zeit anfangen? Auch wenn man die Filme meistens nicht mal zu Ende schaut (oder wenigstens bis zur Mitte…oder länger als 20 Minuten), hat man damit schon soviel Schmerz in Kauf genommen, dass es mehr als schwer fällt diese Zeit einfach als verloren abzustempeln.

Da mir alerdings die Möglichkeit gegeben ist, den gesehenen Wahnsinn in regelmäßigen Portionen anderen Leuten mit Hilfe des Internets über den Schädel zu ziehen und geteilter Schmerz bekannter Weise halber Schmerz ist, fragte ich mich,warum ich dann immer über die in voller Länge erträglichen Filme schreiben sollte? (Außerdem ist es eine gute Möglichkeit einfach noch einmal Reste zu verwerten, wie ich es schon einmal 2010 in einem Top 5 Ranking getan habe) Somit präsentiere ich heute zum Start der dritten Staffel des Wahnsinns feierlich eine Auswahl der Filme, die es eigentlich nicht auf diesen Blog geschafft haben. (Tusch, Konfetti, Applaus, Jauchzen und Juckreiz!)

Transmorphers (2007, The Asylum, Leigh Scott)

Wer „The Asylum“ schaut muss immer mit allem rechnen. Aber auch von der Schmiede der sogenannten “Mockbuster“ gibt es ab und zu erträgliche, oder zumindest bis zum Ende anschaubare, Filme zu sehen. “Transmorphers“ ist definitv keiner dieser Filme. Die Handlung setzt sich vage aus Transformers und Terminator zusammen, legt aber ihren Schwerpunkt auf den „Krieg der Maschinen gegen die Menschen“- Teil der Terminator Saga. Die Umsetzung ist hierbei unglaublich schlecht geraten:

  • Man hat den Eindruck es gäbe nur zwei unterschiedliche Sets

  • Ständig plappern die Charaktere irgendein unsinniges Zeug

  • Es gibt dreizillionenvierhundertsechsundachtzig verschiedene Charaktere und man kann und will sich mit keinem einzigen identifizieren, da keiner tiefer gezeichnet wird als „irgendwie der menschlichen Rasse zugehörig“

  • Man wäre froh die Schauspieler spielten wenigstens auf Seifenoperniveau

  • Von den Spezialeffekten hatte ich beinahe einen Grand-Mal-Anfall (Nein, ein Stroboskop liefert kein überzeugendes Gewitter!)

  • Die CGI sind in indiskutablen 1997er Quakestandard! (Gott, hätte ich nur Quake gespielt und nicht diesen Film geschaut)

  • Das Drehbuch wirkt als wäre es beim Dreh geschrieben worden, von einer Szene zur nächsten, ohne das auch nur ein einziger Schauspieler einen flüchtigen Blick in dieses riskieren konnte

  • Schon die ersten 20 Minuten des Streifens sind so langweilig, das sie wie 200 erscheinen

Positiv zu bemerken ist lediglich, dass die Syncronstimmen so behämmert und schlecht gewählt sind, dass man in den kurzen 20 Minuten, die man es durchschnittlich schafft diesen Film zu sehen bevor man seinen Lebenswillen verliert, hier und da lachen muss. „Transmorphers“, ein Film, den man defintiv nicht gesehen haben muss!

Frank Henenlotter’s Bad Biology (2008, Bad Biology, Frank Henelotter)

Frankenhooker hatte ja einen gewissen Charme und war nicht völlig daneben. Frank Henelotter war mir somit kein gänzlich unbekannter Name als ich Bad Biology in Händen hielt. Ich dachte, dass dieser vielleicht von ähnlich durchschnittlicher B-Moviequalität sein könnte wie Henelotter’s 1990er Sleazefilmkomödie. Immerhin liegen zwischen beiden Streifen stolze 18 Jahre – Viel Zeit zur Weiterentwicklung will man meinen.

Um „Bad Biology“ zu beschreiben, gebe ich einfach nur die Information, dass der Film von einer Frau handelt, die mit sieben (jawohl SIEBEN!) Kitzlern geboren wurde und von daher natürlich einen unglaublichen Drang nach sexueller Betätigung verspürt. (verständlich…)

Desweiteren erzähle ich einfach was sich in den ersten 10 Minuten (länger habe ich auch nicht geschafft durchzuhalten) dieses Filmchens zugetragen hat.

Man sieht eine blonde Frau auf der Suche nach einem Mann. Sie wird fündig und hat mit ihm in der nächsten Szene bereits zügellosen Sex auf dem Fußboden. Während des Aktes tötet sie den Mann dadurch, dass sie seinen Kopf immer wieder in Ekstase auf den Fußboden schlägt.

Sichtlich unberührt geht sie danach ins Badezimmer und gebärt sofort ein Kind in der Badewanne, welches sie im selben Augenblick tötet. Sie zieht sich an, verlässt die Wohnung

und ich schalte den Film ab.

Was soll ich dazu noch sagen? Die Szene war nicht mal wirklich schockierend, sie war einfach unnötig und verärgernd. Es stellt sich wohl im Verlauf des Films raus dass auch diese Blitzgeburten zu ihrer Mutation gehören, sie noch einen ähnlich entarteten Mann mit drogensüchtigem Megagenital trifft und das Ganze zu einer herben Lovestoryparodie aufblüht, aber ganz ehrlich, wenn ein film gleich mit einer derartig unnötigen Szenerie beginnt vergeht mir schon die Lust am schauen. “Bad Biology“ ein Film, den man zu Recht in so gut wie keinem DVD Regal finden kann.

 

Violent Shit (1989, Real Gore Productions, Andreas Schnaas)

Oh ja, auch Andreas Schnaases “Meisterwerk“ deutscher Gore- und Splatterkunst hat es nicht an den Rand des Wahnsinns geschafft. Bei diesem Streifen musste ich leider nach wenigen Minuten das Handtuch werfen. Nicht dass ich ein Problem mit ausufernd brutalen Metzelszenen hätte, (Nein Nein, ganz im Gegenteil), aber “Violent Shit“ ist einfach zu flach. Es reicht nicht irgendeinem Hampelmann, den man abends in der Kneipe kennengelernt hat, eine Maske aufzusetzen, ihn Karl zu nennen und ihn dann zusammenhangslos irgendwelche anderen Leute abschlachten zu lassen. Handlung? – Fehlanzeige. Violent Shit ist einfach nur eine Aneinaderreihung billiger Splatterszenen ohne Sinn und Verstand, hier wird keine Geschichte erzählt, hier kommen keinen Emotionen auf, hier wird kein Interesse am Geschehen geweckt. Ich denke, der Film soll einfach nur schockieren und abstoßen. Aber, wer soll sich bitte bei rot gemaltem Pappmaschee, Wasserfarbkastenblut und den schlechtesten Körperteil-Dummies aller Zeiten ekeln? Ittenbachs rot gemalter Blumenkohl wirkt dagegen nahezu fotorealistisch!

Positiv zu bemerken ist lediglich, dass alle Darsteller im Film extrem attraktiv sind, was zu einem nicht unerheblichen Teil den traditionell ansprechenden Vokuhila-Frisuren geschuldet ist. Ansonsten ist es, glaube ich, interessanter dreijährigen zuzusehen, wie sie im Matsch plantschen. „Violent Shit“ – brutal scheiße, brutale Scheiße, brutaler Schiss – sucht’s euch aus!

Eine Jungfrau in den Klauen von Zombies (1973, Brux International Pictures,Jesus Franco, Jean Rollin und Pierre Quérut)

Bei diesem Streifen fasse ich mich sehr kurz: Der Film hatte weder Jungfrauen noch Zombies, dafür sehr, sehr viele Seerosen.

Nun, da diese Streifen es nicht auf den Blog geschafft haben, müssen die, die es in die dritte Staffel geschafft haben folglich blankes B-Movie Gold sein. Natürlich wird es genauso sein. Auch in der dritten Staffel werde ich keine Scheu kennen und mich an allerlei abgefahrenes krankes Filmgut der letzten 90 Jahre wagen. Freuen wir uns also gemeinsam auf Filme wie “Hobo with a shotgun“, “Little Shop of Horrors“, “Run bitch run!“, “White Zombie“, “Bitch Slap“, „Nosferatu – Symphonie des Grauens“, “Russ Meyer’s Up!“ und viele, viele andere wunderbare Titel.

Mit besten Grüßen,

Euer wahnsinniger B-Movie Kritiker

Oli on November 14th, 2011 | File Under Reviews | 6 Comments -

The Rocky Horror Picture Show (1975, Twentieth Century Fox Film Corporation, Jim Sharman)

Warning: Explicit Content! This article may be not suitable for people younger than 18 years. Parental Advisory is recommended. Read at your own risk!

Um Himmelswillen! “Am Rand des Wahnsinns“ wird jetzt kulturell anspruchsvoll! (*Booooooring!*) Nach Wochen und Monaten des intellektuellen Tiefflugs, ist es jetzt endlich soweit, dass auch Kunstwissenschaftler, Musiklehrer und Sexualforscher endlich etwas am Rand des Wahnsinns für sich entdecken können. Richard o’ Brians Musicalhommage an das klassische B-Movie beweist, dass es schon vor Troma und Terror Firmer möglich war sich grotesk und anarchistisch zum Thema Sex und Transsexualität zu äußern, ohne dabei auf guten Geschmack zu achten, dies aber dann sogar einer breiten Masse zugänglich zu machen! (Eine Leistung, die Troma bis heute allerdings nicht geschafft hat) “The Rocky Horror Show“ und der dazugehörige Streifen “The Rocky Horror Picture Show“ stehen für Anarchie auf der Musicalbühne, lassen das klassische B-Movie hochleben und bewegen sich weit abseits dessen was am Broadway zur damaligen Zeit angebracht und schick war. Was also spräche dagegen, dieses wunderbare Machwerk auch hier am Rand des Wahnsinns zu besprechen? (nichts, natürlich) Also packt die Rock ’n’Roll Gitarren aus, zieht euch Strapse an und stellt einmal mehr eure eigene Sexualität in Frage, wenn es heißt:

“I wanna go, oh-oh, to the late night double feature picture show.
By RKO, oh-oh, at the late night double feature picture show.
In the back row at the late night double feature picture show.”

Da sich dieser Blog mit Filmen beschäftigt, wird sich diese Review auf die verfilmte Version des Musicals beziehen, die “Rocky Horror Picture Show”

Nachdem uns die verführerischen Lippen Patricia Quinns, mit der Stimme von Richard o’ Brian “Science Fiction Double Feature“ entgegen hauchten, beginnt die Show auf einer Hochzeit (*Reis werf*) und wir lernen Brad und Janet (*Weissssssss*) kennen. Ein verliebtes, prüdes Pärchen, welches dort zu Gast ist und den freudigen Anlass einer Hochzeit gleich ausnutzt, um sich auf einer anschließend abgehaltenen Beerdigung zu verloben. (Herrlich, nichts mag man lieber, als wenn Fremde einem auf einer Beerdigung vor Freude singend und tanzend zwischen Grab und Sarg herumspringen…nicht wahr?)

Zur Feier dieser Entscheidung entschließen sich die beiden ihren alten Lehrer Dr. Scott (*wooooooooooo*) zu besuchen. (Richard o’ Brian hat sich wirklich Mühe gegeben die beiden Torfnasen so lahm wie möglich zu zeichnen. Mal ernsthaft, den ehemaligen Lehrer? Gut, wer sich auf Beerdigungen dermaßen daneben benimmt hat sicher wenig Freunde aber den beiden bleibt nur noch ein ehemaliger Lehrer? – traurig, traurig)
In einer gewitterigen Nacht (*Wasserpistole zück*) bricht man also auf und hat prompt eine Reifenpanne. Auf der Suche nach einem Telefon und Hilfe entdecken die beiden ein düster anmutendes Schloss und zu den Klängen von “Over at the Frankensteins Place“ (*Feuerzeug anzünd*) wird der Zuschauer zum Anwesen geführt. Nachdem der (nur gaaaaanz) leicht an Bela Lugosis Igor angelehnten Butler Riff Raff (Richard o’ Brian) den beiden Einlass gewährte, wird dem Zuschauer die ebenso morbide wie feierfreudige Schlossgesellschaft präsentiert, die mit ihrem wilden Treiben das prüde Pärchen, insbesondere Janet (*Weissssssss*), verschrecken. (*Timewarp tanz*) Der Höhepunkt dieses grotesken Schauspiels ist der Auftritt von Tim Curry, der in Highheels, Strapsen und Mieder als Dr. Frank N. Furter die Leinwand betritt.

Der “Sweet Transvestite“ aus “Transsexual Transilvania“ stellt sich in seinem Eröffnungslied mit viel Tamtam und dramatischen Pausen (*Say it!*) vor, lässt Brad und Janet (*Weissssssss*) entkleiden und läd die beiden anschließend in sein Labor ein, um seine Arbeit zu präsentieren.

Ganz wie man es als Zuschauer von dieser Verbeugung vor Marie Shelleys “Dr. Frankenstein“ erwarten würde, hat Dr. Frank N. Furter natürlich einen künstlichen Mann erschaffen. Allerdings scheint Frank N. Furters Motivation etwas anders gelagert, denn ihm war wohl mehr daran gelegen mit Rocky den perfekten Liebhaber fürs eigene Vergnügen zu erschaffen, als den Schlüssel zu ewigem Leben zu entdecken. Der vollständig bandagierte Rocky wird zum Leben erweckt und ausgewickelt. (*Klopapier werf*) Es wird gesungen und getanzt, bis plötzlich die Szenerie jäh von Meat Loaf unterbrochen wird, der aus einem Gefrierschrank, auf einem Motorrad, gefahren kommt und als Eddie(*schhhh*) “Hot Patootie“ zum Besten gibt. (Was, wer warum? – Man weiß es nicht…) Nach Eddies (*schhh*) kleinem musikalischen Amoklauf wird dieser dann von Frank N. Furter mit einem Eispickel abgestochen. (Was, wer warum? – Man weiß es nicht…) Nach diesem völlig sinnbefreiten und verwirrendem Zwischenspiel endet der Tag im Schloss und man begibt sich zu Bett. Brat und Janet (*Weissssssss*) werden in separate Zimmer gebracht, während Frank und Rocky sich in der Hochzeitssuite vergnügen. In der Nacht besucht Frank dann sowohl Janet (*Weissssssss*) als auch Brad jeweils in Verkleidung des Anderen und verführt beide. (soso, Tim Curry verführt also in der Gestalt von Susan Sarandon…..hmmmm schwer vorstellbar, aber gut, irgendwie passt das schon.)

Riff Raff und seine Freundin Magenta treiben derweil einigen Unfug mit dem armen Rocky, der daraufhin aus seiner Kammer ausbricht und verängstigt im Haus umher irrt.
Janet ist nach dem Sexualakt mit Frank total verwirrt und hat ein schlechtes Gewissen. Auch sie irrt im Schloss umher, bis sie auf den total verstörten Rocky trifft. Natürlich landet sie auch mit ihm in der Kiste auf dem Tisch, wird dabei von Magenta und Columbia (ein weiteres Hausmädchen und anscheinend die Freundin von Meat Loaf) bespannt und beschließt nun ihr prüdes Leben ein für allemal hinter sich zu lassen. (*Slut!*)

Plötzlich kommt auch Dr. Everett von Scott (*woooooooo*) am Schloss an, denn er sucht nach seinem Neffen Eddie (*schhh*) (Aha! So langsam ergibt es Sinn, wobei man sich immer noch fragt, warum dieser eingefroren, vernarbt und so schlimm von Frank verhasst war…) Frank erwischt Rocky und Janet (*Weisssssss*), bevor er aber wirklich reagieren kann ruft Magenta alle zum Essen. (War es nicht eigentlich mitten in der Nacht? Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es mitten in der Nacht sein müsste…naja…egal Wen kümmern an diesem Punkt noch Anschlussfehler? ) Serviert wird im Übrigen der tote Eddie (*shhh*) und als Frank N. Furter die Nerven aus Eifersucht doch noch gänzlich verliert, kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd durch das Schloss, die mit der Versteinerung von Brad, Janet (*Weissssss*), Rocky, Columbia und Dr. Scott (*woooooooo*) endet. Es stellt sich heraus, dass Eddie (*schhh*) wohl ursprünglich Franks Geliebter war, sich dann aber in Columbia verliebt hat. Daraufhin hat Frank ihm kurzerhand das halbe Hirn entnommen, dieses in Rocky implantiert und Eddie auf Eis gelegt.

Interessanterweise hat sich die Handlung jetzt weitestgehend erschöpft, es bleiben aber noch gut 35 Minuten Spielzeit übrig, die eigentlich zu 90% mit genialen Songs und Tanzeinlagen gefüllt werden. Die versteinerten Protagonisten werden auf eine Bühne gehievt, in Reizwäsche gepackt und wieder zu Fleisch und Blut transformiert.

Es wird gesungen, es wird getanzt und wieder gesungen und getanzt bis plötzlich Riff-Raff und Magenta in Raumanzügen erscheinen und Frank absetzen wollen. Frank und Columbia werden getötet und als Rocky in einer großartigen Hommage an “King Kong“ den R.K.O. Radiotower erklimmt, stürzt auch dieser in den Tod.

Dr. Scott (*woooooooo*), Brad und Janet (*Weissssss*) fliehen aus dem Schloss, welches kurz darauf zum Planeten Transsexual abfliegt. Der Film endet mit einer erneuten Version des
Großartigen Liedes “Science Fiction – Double Feature“

Was bleibt zu sagen über “The Rocky Horror Picture Show“?

Aus meiner Sicht sind sowohl der Film als auch das Bühnenstück, die besten Musicals, die ich jemals gesehen habe. Natürlich bin ich als wahnsinniger B-Movie Kritiker auch an Anarchie, Chaos und Randale auf der Mattscheibe gewöhnt und mein Urteil kann von daher nur positiv ausfallen. Ich würde aus diesem Grund einfach jedem, der dieses fantastische Stück Popkultur des letzten Jahrhunderts noch nicht gesehen hat raten, sich einfach mal ein eigenes Bild zu machen. Einen Grundzugang zu sexueller Freizügigkeit und heißer Rock ’n’ Roll Musik sei beim Schauen allerdings ebenso vorausgesetzt wie die Abwesenheit jeglicher Homophobien. Ansonsten kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der Film/ das Musical wirklich genossen werden kann.

In diesem Sinne: „Don`t dream it, be it…“

Ist “The Rocky Horror Picture Show“ ein schlechter Film?

Absolut nicht!

Werde ich sie mir noch einmal ansehen?

Zu 100% !

Oli on Mai 30th, 2011 | File Under Reviews | No Comments -

Sucker Punch (2011, Warner Bros GmbH, Zack Snyder)

Warning: Explicit Content! This article may be not suitable for people younger than 18 years. Parental Advisory is recommended. Read at your own risk!

Am Wochenende war ich mal wieder im Kino. Mit einem guten Freund wollte ich einen Film namens “Sucker Punch“ anschauen. Mehreren Wochen zuvor fragte er mich bereits, ob ich Interesse an diesem Streifen hätte und nach kurzer Recherche war ich dem Film auch in der Tat nicht abgeneigt. Zack Snyder hatte mich in der Vergangenheit bereits mit “Dawn of the Dead“ und “300“ überzeugt und der Trailer von “Sucker Punch“ erinnerte mich stark an ein, von mir sehr geschätztes, Videospiel namens “Onechanbara – Bikini Zombie Slayers“. Es schien also, als spräche nichts gegen diesen Film und ich willigte zum Filmvergnügen großleinwandiger Art ein. Eine kleine Stimme der Weisheit versuchte mich allerdings noch zu warnen. Bartwichtels Worte, voll Abscheu und Qual, waren es die ich im Hinterkopf behielt als ich zum hiesigen Cinemaxx aufbrach. Doch sollte sein Versuch der Warnung vergebens bleiben, denn Kritiker hatten meinem Begleiter bereits mit Lügen und falschen Versprechungen den Kopf verdreht und somit wurden Bartwichtels wohlgemeinte Worte, die ich meinem Kumpel vortrug, leider ignoriert. Wir kauften unsere Eintrittskarten, nahmen in der Loge platz und gaben uns erst einmal der dreißigminütigen Trailerbelästigung hin, die man im Kino nun mal standardmäßig aufgenötigt bekommt. Die Qualität der gebotenen Trailer war bereits so unsäglich, dass wir schon da begannen, ein leichtes Gefühl von Unbehagen und übler Vorahnung zu verspüren. Ich nahm einen tiefen Schluck aus meinem überdimensional großen Colabecher, der nebenbei der heimliche Höhepunkt dieses Abends werden sollte, als der Saal sich verdunkelte, die Gespräche verstummten, die Leinwand in voller Breite freigelegt wurde und “Sucker Punch“ begann.

Zu Beginn macht “Sucker Punch“ gar keine schlechte Figur. Der Zuschauer wird Zeuge, wie der noch unbekannten Hauptdarstellerin, durch einen widerlichen, bösen Menschen furchtbares Unrecht angetan wird.

Er tötet ihre kleine Schwester und lässt das Geschehene so aussehen, als sei die Hauptdarstellerin die Mörderin. Die ganze Szene wirkt extrem surreal, die Kameraführung ist wirklich außergewöhnlich und das Geschehen wird stimmungsvoll mit einer Coverversion von Eurythmics “Sweet Dreams“ unterlegt. (für das Original hat es wohl lizenztechnisch nicht mehr gereicht…) Man fühlt sich ein wenig an Videosequenzen aus dem Spiel “Silent Hill“ erinnert und ein ähnliches Gefühl von Grusel kommt auf.

Nach dem Titelbildschirm wechselt das Geschehen in ein Irrenhaus und von da an geht es mit dem Film nur noch bergab. Es stellt sich heraus, dass der fiese Bösewicht der Stiefvater unserer blonden Hauptdarstellerin ist und natürlich kein Interesse daran hat, dass irgendwann die wahre Geschichte ans Licht kommt. Aus diesem Grund wird “Babydoll“ (Ernsthaft?) in diese Nervenanstalt eingewiesen und ihr Vater besticht einen Arzt/Pfleger/was auch immer eine Lobotomie an seiner Stieftochter durchführen zu lassen. (Ich kann also davon ausgehen, dass der Film in den 1960er Jahren spielt?) Es bleiben Babydoll noch fünf Tage, bis der Arzt, der solche Eingriffe durchführen kann mal wieder auf Station sein wird.

Nach einem Zeitsprung sehen wir Babydoll gefesselt auf einem Stuhl. Ein Arzte setzt zur Lobotomie an, der Film hält an, die Farben des Films wechseln in ein etwas wärmeres Schema und die Szenerie in ein Striplokal/Hurenhaus/was auch immer. Natürlich ist es zu 100% offensichtlich, dass wir uns in einer alternativen, erdachten Fluchtrealität von “Babydoll“ befinden. Wir lernen vier weitere junge Damen kennen, deren Namen bedeutungslos sind. Anzumerken sei lediglich die schwarzhaarige Frau, die treffenderweise auf den Namen “Blondie“ hört. (…Tusch…) Alle Mädchen in diesem Haus sind Waisen oder sonst irgendwie allein gelassen und werden gegen Kost und Logis sexuell ausgebeutet. Sie müssen für die Gäste des Etablissements tanzen und eventuell auch weiter gehen. Es wird nicht explizit gesagt aber man kann es sich ja denken. “Babydoll“ soll nun vortanzen und versetzt sich im Geist in eine weitere Traumrealität, die diesmal zu 100% von einer Xbox 360, die in einen Pelikan-Farbkasten gefallen ist, gerendert wurde. In dieser Welt begegnet ihr ein David Caradine für Arme, der ihr erklärt, dass sie um zu entkommen (von wo?) fünf Dinge benötigt: Eine Karte, ein Feuerzeug, ein Messer, einen Schlüssel und ein Rätsel(???). (Aja, man brauch eine Karte um aus dem Irrenhaus zu kommen, einen Schlüssel für die Türen, ein Messer als Waffe und ein Feuerchen dient wohl zur Ablenkung, wow das war so subtil, ein dreijähriger hätte das sicher nicht erraten. Chapeau, Zack Snyder, Chapeau…) “Poor Mans David“ gibt “Babydoll“ eine Knarre und ein Katana und dem CGI Metzelfest der besonders stumpfsinnigen Sorte steht nichts mehr im Weg.

Ab diesem Punkt ist der Film eigentlich gelaufen. Die Mädels versuchen jetzt nach und nach diese Dinge zu besorgen und es geschieht immer wieder in diesen quietschbunten CGI Welten, deren Grafik bestenfalls mittelmäßig ist. Es wird kaum noch gesprochen, die Charaktere entwickeln sich keinen Millimeter mehr und der ganze Streifen fühlt sich an, als ob man irgendjemandem bei einem besonders dämlichen Hack`n`Slay Videospiel zu sieht. Es kommt keinerlei Spannung auf, die Bilder sind weit jenseits von beeindruckend und die Kampfsequenzen, die ab diesem Punkt 99% des Films ausmachen, viel zu lange, mit viel zu vielen Slowmotionteilen durchsetzte Computeranimationen der besonders sterilen Sorte. Man baut absolut keine Beziehung zu den Charakteren auf und als dann nach 80 Minuten irgendetwas schief geht und drei der fünf Hauptdarstellerinnen sterben, ist es dem Zuschauer eigentlich gerade mal völlig egal. Der Handlung macht das im Übrigen auch nicht viel aus, denn der Plan, der auf fünf Leute zugeschnitten war, wird dann einfach von den verbleibenden beiden Mädchen zu Ende geführt. Am Ende erfährt man dann noch was das Rätsel war, aber dieser Punkt ist mehr als schwammig und unschlüssig. Eine der Mädels kommt am Ende frei und darf zurück zu ihrer Familie. “Babydoll“ hingegen wird lobotomiert. (Na warum soll es ihr besser gehen als mir nach “Genuss“ dieses Filmes?)

Was bleibt zu sagen über “Sucker Punch“?

Es bleibt festzustellen, warum dieser Streifen hier am Rand des Wahnsinns besprochen wird. “Sucker Punch“ ist ein Paradigma für mieses Hollywoodkino und ein herrvorragender Grund sich in Zukunft nur noch B-Movies anzuschauen. Hier wurde mit einem Budget, von dem Lloyd Kaufmann, Roger Corman, Jack Arnold und die komplette unabhängige Filmindustrie nur Träumen können, ein pupslangweiliger, unschlüssiger, Film der bestenfalls als halbwegs patenter Videospiel-Trailer durch gehen könnte, erschaffen. Wofür wurde dieser Streifen bitte in den meisten Kritiken gelobt? Für CGI auf XBOX Niveau oder etwa für die Handlung, die es an Komplexität nicht ganz schafft eine Samson und Tiffy Episode der Sesamstraße zu übertrumpfen?

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Das Publikum wird mit farbenfrohen Bildern erst ins Kino gelockt und dann um 100 Minuten Lebenszeit und bis zu 13 Euro Eintrittsgeld betrogen. Leider ist diese Praxis heute Gang und Gäbe und “Sucker Punch“ befindet sich in bester Gesellschaft mit Filme wie “Transformers“, “The Fast and the Furious Teil 1- 200304“, “Prince of Persia“, “Kampf der Titanen 2009“ und viel zu vielen anderen Streifen, gleichem oder ähnlichem Niveaus.

In meiner Vergangenheit habe ich viele richtig schlechte Filme gesehen, aber nichts hat mich derartig ärgerlich gemacht wie immer wieder von den großen Hollywoodstudios derbe abgezockt zu werden. Wenn ich Filme wie “Hard Rock Zombies“, “Poultrygeist“ oder “Frankenhooker“ anschaue bekomme ich natürlich auch kein intellektuell anspruchsvollen Meisterwerke serviert, natürlich nicht. Ich bekomme Filme, deren Story weit abseits dessen ist, was ein durchschnittlicher Cineast auch nur als “normal“ bezeichnen würde. Ich bekomme Filmfehler, schlechte Dialoge und Masken, die jeglicher Beschreibung spotten. Aber ich bekomme oft auch, Ideen, Innovationen und Experimente zu Gesicht, die weit interessanter, provokativer und tiefgängiger sind als alles, was Hollywood dem Zuschauer für teuer Geld vor die Füße kotzt.

Ist “Sucker Punch“ ein schlechter Film?

Ich schaue seit 15 Jahren passioniert B-Movies und habe wirklich viele fürchterliche und niveaulose Filme gesehen, aber die Hochglanzproduktion “Sucker Punch“ sprengt den Rahmen dessen, was ich noch als “nur“ schlecht bezeichnen kann. Man könnte mir natürlich vorwerfen, dass ich als B-Moviefan nicht objektiv über eine Hollywoodproduktion urteilen kann und läge damit wahrscheinlich noch nicht einmal ganz falsch. Da dieser Streifen allerdings derartig katastrophal geraten ist, dass ich nicht zulassen kann, dass durch eventuelle Glaubwürdigkeitsdefizite meiner Person, irgendjemand entgegen meiner Warnung in sein nächstgelegene Lichtspielhaus zieht, um sich diesen Abfall anzutun, wird es an dieser Stelle zum ersten Mal in der Geschichte des Rand des Wahnsinns eine zweite Meinung zu einem Film in einer Review geben. Liebe Leser, hört nicht auf mich, hört was Bartwichtel zu “Sucker Punch ” zu sagen hat:

“Tjoa, was bleibt zu sagen zu Sucker Punch? Der Film suckt so dermaßen, dass es einem vorkommt wie ein punch in the face. Dieses, im Niveau schon sehr niedrig angesetzte, Wortspiel darf sogar copyrightfrei verwendet werden. Denn: Wann immer ihr jemanden davor bewahren könnt, sich diesen Film anzusehen… Zögert nicht! Ansonsten wird euch der abgrundtiefe Hass dieser Person auf ewig gewiss sein…”

Werde ich ihn mir nochmal ansehen?

Niemals! Nicht einmal unter Zwang.

* Die Sesamstraße (1973-Heute, Children’s Television Workshop (CTW)/ Norddeutscher Rundfunk (NDR))

Oli on April 28th, 2011 | File Under Reviews | 5 Comments -

Tokyo Gore Police (2008, Tokyo Shock, Yoshihiro Nishimura) by “Bartwichtel”

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Heute wollen wir uns, wieder einmal, mit einem Gore-Streifen aus dem Asia-Genre befassen. Nach „The Machine Girl“ kommt mit „Tokyo Gore Police“ ein weiterer Film, in dem Yoshihiro Nishimura seine blutigen Finger im Spiel hat, was sich an ziemlich ähnlich wirkenden Splatter-Effekten erkennen lässt. Angesichts einer Spieldauer von 110 Minuten habe ich mir überlegt, ich könnte einfach meine Gedanken zum Film der Reihe nach aufschreiben, wie sie mir gerade während dem Anschauen des Films in den Sinn kommen. Mit Sicherheit würde es für Euch, die Leser dieser Review, keinen großen Unterschied machen. Außer, dass die auftauchende Frage „Was zum … ?!“ vermutlich etwas eher fallen würde. Trotz allem habe ich mich dazu entschlossen, es zumindest zu versuchen, einen zusammenhängenden Text aus alledem zu formulieren.

Wie üblich fängt der Film mit einem kleinen Vorgeschmack auf das, was den Betrachter erwarten wird, an. In diesem Fall sieht man den sterbenden Vater der Hauptdarstellerin Ruka, einer mustergültigen Polizistin in Tokyo. Ein merkwürdiges Ritual ihrerseits, die sich den halben Arm vor einem Polizeieinsatz ritzt, anscheinend ein Volkssport in Japan (die vorhandenen Narben lassen auf eine Abwandlung des guten alten Kerbholzes schließen), eine Sturmtruppe der Tokyoer Polizei, welche von einer sog. Maschine zerhackstückelt wird und einem, in Perfektion durchgeführten Rocketjump, gefolgt von einer kleinen aber ansehnlichen Metzelorgie.

Um etwas Hintergrund zu schaffen sei erwähnt, dass es sich bei diesen „Maschinen“ nicht um maschinenbautechnische Meisterwerke handelt, sondern eher um blutrünstige, genmanipulierte Menschen (oder das, was von ihnen übrig ist), die einen seltsamen Tumor implantiert haben, der sämtliche abfallenden Gliedmaßen auf mysteriöse Art und Weise in Form von todbringenden Waffen wieder erscheinen lässt.

„Wir sind eine Spezialeinheit! Unser heiliger Auftrag ist es, die Bürger von Tokyo zu beschützen! Nicht ein Verbrecher, der uns entgehen wird! Wir kennen keine Gnade! Tokyo wird von diesen Verbrechern gesäubert werden! – Das Gesetz zur Verhütung von Verbrechen hilft uns dabei!“

Jahre zuvor wurde die Polizei in Tokyo privatisiert, was ihnen, aufgrund fehlender autoritärer Weisungsbefugnis definitiv Privilegien zu Gute kommen lässt, von denen die mittlerweile wieder verstaatlichte Polizei Tokyo’s nur träumen dürfte. Ob es ein Privileg ist, schusssichere Uniformen zu tragen, zu denen ein Helm gehört, der seitliche Bierdosenhalter montiert hat, bleibt der Entscheidungsvielfalt des Betrachters gänzlich überlassen. Mmmmh Bier… Angesichts des unbekannten Trunkenheitsstadiums von Regisseur Nishimura, hätte Bier vermutlich geholfen, die szenenhaften Gedanken- und Storysprünge zu verstehen, von denen „Tokyo Gore Police“ geprägt ist. Ein gänzlich anderes Privileg sind auf jeden Fall die einfliegenden Werbeclips für gänzlich unbrauchbares Zeug und natürlich für die Polizei von Tokyo, die schon zu Zeiten von „Starship Troopers“ händeringend Nachwuchs gesucht hat für ihre Konföderation.

„Aber dann habe ich gedacht, was bringt es jetzt, Harakiri zu begehen? Ich hätte doch „„nein““ sagen sollen. Ich bin doch wichtiger als meine Arbeit. – HARAKIRI ist auch Selbstmord! Stoppt HARAKIRI!“

Diese im Film betitelten Maschinen sind, wie zuvor bereits erwähnt, genmanipulierte Menschen, denen ein seltsamer Tumor vom Godfather aller „Maschinen“ implantiert wurde. Diese Tumore sehen aus wie eitrige, verkrustete Schlüssel, die auf seltsame Weise ein Schloss in berührte Haut formen, um sie beim Drehen des Schlüssels aufplatzen zu lassen, bis das Furunkel hineingelegt wurde. Um eine verwandelte Maschine zu töten, muss das Körperteil, welches den Schlüssel enthält abgetrennt werden, da sonst aus den Verstümmelungen immer weiter, bis zum Bersten, die seltsamsten Waffen heraus wuchern. Und ja, eine Krokodilschnauze als Bein zählt auch als Waffe. Anhand Ruka’s anschaulicher Erklärung lernt der Betrachter, dass es auf jeden Fall notwendig ist, das gesamte Gegenüber zu zerhackstückeln um an den Tumorschlüssel zu gelangen, unabhängig davon, ob man weiss wo er sich befindet, oder nicht.

„Wenn wir die Polizei privatisieren, wird es sicherer auf unseren Straßen!“

Wie das Schicksal (eins der gemeinsten und hinterlistigsten überhaupt) oftmals so spielt, wird Ruka durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auch zu einem … „Machine-Girl“ (war es vermessen, dies so zu betiteln?).

Es folgt ein fieser Gedankensprung in ein Bordell, welches körperlich verbastelte Maschinen-Dirnen an den Höchstbietenden versteigert. (Man muss nicht speziell erwähnen, dass die Preise exponentiell zum Verunstaltungsgrad ansteigen und hier eine neue Form des Bizarre-Fetisch geschaffen wird.) Zunächst erschloss sich mich kein logischer Sinn hinter diesem „Einwurf“, da man auf den Dreh kommen könnte, der Film mutiert nun munter zu einer Art Speckfilmchen, natürlich nicht, ohne den Gore-Effekt gänzlich aus den Augen zu verlieren. Ladies and Gentlemen, I like to introduce to you: Mr. Mutanten-Schwengel! – Ein bis dato kleiner Polizeibeamter, der nun anscheinend die Rolle des Mobbingopfers hinter sich lassen mag. Mit welcher Art von Geschossen er seine Kollegen niederstreckt, tangiert mich nach diesen Szenen eigentlich nur noch sehr wenig, da man aus Angst, auf sein eigenes bizarres inneres Selbst zu treffen, eigentlich gar nicht so genau darüber nachdenken möchte. Dennoch gab es in diesem Abschnitt etwas, das ich positiv anmerken und erwähnen möchte: die Action-Cam. Ein sehr in den Hintergrund gedrängtes und für unwichtig empfundenes Detail, welches für mich persönlich während diesen Szenen das Highlight darstellte.

„Kennt ihr auch schon den neuen Ritzer? – Jaaa, die sind toll! Die sind ganz bunt! Damit kann man tolle Muster ritzen! Die sind echt cool! – Kauft sie euch! Es gibt sie in vielen schicken Farben!“

Gegen Ende des zweiten Drittels im Film erfährt man, wie und warum Ruka’s Vater gestorben ist. Er war der Anführer der Privatisierungsgegner. Es stellt sich heraus, dass der Vater des Machine-Man’s der Killer war. In kürze zusammengefasst erzählt der Machine-Man Ruka, wie und warum er die genetisch veränderten Machinen erschaffen hat und es wird beiläufig erwähnt, dass der Teufel persönlich ihm die Tumor-Schlüssel überreicht hat, mit denen er unschuldige Menschen in blutrünstige Killer verwandeln kann. Warum auch immer, aber jetzt erst fällt Ruka ein, dass ihr Stiefvater den Mord an ihrem leiblichen Vater in Auftrag gegeben hat. (Gibt der Film, durch die neu gewonnenen Erkenntnisse mehr Sinn? Vielleicht – eher nicht…)

„Nichts schneidet besser, schärfer, als ein japanisches KuKa-Schwert! Kaufen Sie jetzt!“

Aus unerfindlichen Gründen dreht die Polizei-(Bierdosen-)Armee nach dem Mord des Machine-Man’s am Rad und ermordet wahllos alles, was ihnen in die Quere kommt. Machinen bekämpfen sich untereinander und alle frohlocken, weil Blut so schön spritzt, Gedärme fliegen und Gliedmaßen bersten…


Angereichert mit „nervenaufreibender“ Musik, darf sich der Betrachter nun gefühlte 27 Minuten anschauen, wie halb Tokyo zu einem blutgetränkten Irrenhaus wird. Warum? Falls jemand eine Antwort auf diese Frage findet, möge er sie bitte in den Kommentaren niederschreiben. Mir blieb der Sinn dahinter verschlossen, aber prinzipiell sollte man bei dieser Art Film auch keinen Sinn suchen. Moment! Ruka’s gerade frisch gevierteilte Freundin schürt doch nicht etwa Hassgefühle und Rachegelüste? Welch Überraschung. Sie tut es wirklich. Mittlerweile wird auch für den aufmerksamen Betrachter, dem dieses Detail bislang entging, offensichtlich erkennbar, dass Ruka ein Machine-Girl, ist.

„Remote Control Exterminate (exclusive for Nintendo WII) – SO lernen SIE Selbstverteidigung!“

Ähnlich wie bei Machinegirl hat nun die Stunde der Bossfights geschlagen. Das Ablaufschema dieser dürfte Kennern des Genres nicht allzuviel Kopfschmerzen bereiten und ich denke, es ist offensichtlich, welcher Charakter als Endgegner auserkoren wurde. An dieser Stelle kristallisiert sich heraus, dass Ruka’s cholerischer Ziehvater ein wenig unter Bluthochdruck leiden muss. Falls mir zufällig jemand erklären kann, wie hoch der Blutdruck sein muss, damit man aus abgetrennten Gliedmaßen einen Jetpack bauen kann –> Kommentarfunktion.


Der Film endet ziemlich abrupt mit einigen Szenen, die darauf schließen lassen, dass Regisseur Yoshihiro Nishimura erwägt, eine Fortsetzung zu verfassen. Spätestens nach der Einblendung „More Gore Coming Soon“ überfällt mich der Wunsch, dass ich die Fortsetzung, falls es eine geben sollte, auf jeden Fall sehen muss… Oder auch nicht…

Was bleibt über „Tokyo Gore Police“ zu sagen?

Anhand des Gore-Faktors lässt sich die Handschrift Yoshihiro Nishimura’s sehr gut erkennen, da die Blutfontänen denen in „The Machine Girl“ doch recht deutlich ähneln. Betrachtet man allerdings die Lücken und Sprünge (hin und / oder her) in der Story, wird einem schnell klar, warum Nishimura in „The Machine Girl“ nur für die Spezialeffekte zuständig war. Eine schlüssige Story ergibt sich nur sehr schwer, da die teilweise zusammenhanglosen Sprünge inklusive der, durchaus witzig gestalteten, Flicks einen Roten Faden nur schwer erkennen lassen, auch wenn er in Form von verwucherten Dickdarmsträngen mit Sicherheit vorhanden war. Die Dialoge waren zwar etwas mehrsilbiger als für gewöhnlich üblich, dennoch halfen sie nur bedingt, die Storyline aufzupeppen und zu formulieren. Für den nicht allzu anspruchsvollen Zuschauer ist dieser Film eine kurzweilige Unterhaltung, über die durchaus das eine oder andere Mal gelacht werden darf oder, um ein ernsthafteres Thema anzuschlagen: Wie viel Blut kann ein Mensch verlieren, eher er an Blutarmut stirbt? – Es muss auf jeden Fall sehr viel sein.

Ist „Tokyo Gore Police“ ein schlechter Film?

Angesichts der Tatsache, dass „Tokyo Gore Police“ teilweise als sozial- und medienkritischer Film gehandelt wird, würde ich sagen: „Ja!“ Fasst man den Film aber eben nicht als solchen auf, besitzt er durchaus einen gewissen Unterhaltungsfaktor und lässt sich zusammen mit Kollegen und (auf jeden Fall) Bier gut ansehen und darüber schmunzeln.

Werde ich mir „Tokyo Gore Police“ noch einmal ansehen?

Wenn, dann nur mit einem Bierdosenhelm und gefüllten Dosen auf dem Kopf.

Oli on April 21st, 2011 | File Under Reviews | No Comments -