Ed Wood by “ACE”
Soeben erreicht mich eine Mail eines jungen, talentierten Filmemachers und Ed Wood Fans namens “Ace” (ein Schelm wer dabei böses denkt…), der sich die Mühe gemacht hat, eine ausführliche Biographie Ed Woods zusammen zutragen und diese dem Rand des Wahnsinns zur Verfügung zu stellen.
Edward Davies Wood, jr. (* 10.10.1924 † 10.12.1978) war ein US-Amerikanischer Filmemacher und gilt als der schlechteste Regisseur der Welt.
Seine bekanntesten Filme sind “Glen or Glenda?” (1953), “Bride of the Monster” (1955) und “Plan 9 from outer space” (1959). Letzterer wurde 1979/80 zum schlechtesten Film aller Zeiten gekürt und genießt seitdem Kultstatus.
Vor den Dreharbeiten zu “Glen or Glenda?” – einen Film, der ein Aufruf zur Toleranz gegenüber Transvestismus sein sollte, lernte Wood den verarmten und Drogen-/Alkoholabhängigen 30er-Jahre-Star Bela Lugosi kennen. Diesen setze er in der Hoffnung auf Erfolg für den Film und in Zuversicht auf ein Comeback Lugosis als eine Art Erzähler ein, der in einem Laboratorium sitzt und “vor dem großen, grünen Drachen, der auf der Treppe sitzt” warnt. Eine wirklich sinnvolle Funktion für den Film trägt Lugosi somit nicht bei, vor allem in einer Szene, in der eine wilde Büffelherde über ihn eingeblendet ist. Auch eine luziferähnliche Figur, die mehrmals in surrealen Traumsequenzen zu sehen ist, wird nicht weiter erläutert. Ed Wood spielte die Hauptrolle selbst, während seine damalige Ehefrau Dolores Fuller die Gattin von Glen/Glenda mimte. Fuller bekam erst nach den Dreharbeiten mit, dass ihr Mann ein Transvestit ist.
Für “Bride of the Monster” (dt.: “Die Rache des Würgers”) zog Wood erneut Lugosi mit an Bord. Diesmal in einer Hauptrolle als Dr. Eric Vornoff. Dieser lebt mit seinem Diener namens Lobo (gespielt von dem Wrestler Tor Johnson) in einer dunklen Villa in einem Sumpf. Für die Aufnahmen einiger Tiere nutzte Wood Archivaufnahmen, welche völlig anders belichtet waren als das andere Filmmaterial. Außerdem hat eine provisorische Riesenkrake eine tragende Rolle, wobei Kraken nicht in Sümpfen leben können. Erstmals sprach auch der damalige Show-Hellseher Criswell die Einleitung in einem Wood-Film.
Vor Lugosis Tod filmte Wood noch ein paar Aufnahmen von ihm ab, als dieser dann starb wollte er jedoch nicht auf Lugosi verzichten und er entschied sich, dass er die Aufnahmen in einen anderen Film herein schneiden würde. Dies tat er dann bei “Plan 9 from outer space” (dt.: “Plan 9 aus dem Weltall”). Dort konnte er den Chiropraktiker Tom Mason als Double gewinnen, der zwar keine Ähnlichkeit mit Lugosi hatte, jedoch die ganze Zeit mit einem Cape vor dem Gesicht herumlief. Erneut sprach Criswell eine Einführung mit den Worten “Zukünftige Ereignisse wie diese werden unsere Zukunft beeinflussen”. Auch die damalige TV-Ansagerin Vampira spielte eine kleine Rolle als wiederbelebte Tote. Dieser Film strotzt zur Überraschung aller vor noch mehr Fehlern als die Vorgänger.
1994 erschien eine freie Verfilmung über Ed Woods Leben unter der Regie von Tim Burton. Entgegen des Films hat Wood jedoch nie eine Gummikrake in einem Studio geklaut, Orson Welles getroffen und auch seine Frau Dolores Fuller erfuhr, wie schon erwähnt, erst nach den Dreharbeiten zu “Glen or Glenda?” von der Neigung ihres Mannes zu Angorapullovern. Johnny Depp ist dort als Ed Wood zu sehen und Martin Landau als Lugosi zu bewundern. Außerdem spielen noch Jeffrey Jones, Vincent D’Onofrio, Bill Murray, Lisa Marie und Sarah Jessica Parker jeweils große Rollen. Einer der originalen Darsteller aus “Plan 9 from outer space” ist in einem kurzen Cameo-Auftritt zu sehen.
Ed Wood starb vereinsamt und verarmt als Alkoholkranker nach einem Herzinfarkt mit 54 Jahren in Hollywood. Er verdiente sich sein Geld mit Sexual-Aufklärungsfilmen, Hardcorepornos sowie schlechten Erotikromanen. Heute genießen seine Filme Kult- und Weltruhm. Er ist der bekannteste B-Filmer der Welt, sein “Plan 9 from outer space” wird auf einigen Filmfestivals noch immer ins Programm genommen und die Verfilmung über sein Leben gewann viele Preise. Sein Titel als schlechtester Regisseur brachte ihm posthum den Weltruhm ein, den er sich stets gewünscht hatte. Lediglich in einem anderen Kontext.
Filmographie:
* 1951: The Sun Was Setting (Fernsehfilm)
* 1953: Trick Shooting with Kenne Duncan
* 1953: Glen or Glenda
* 1953: Crossroad Avenger: The Adventures of the Tucson Kid (Fernsehfilm)
* 1953: Boots
* 1954: Jail Bait
* 1955: Die Rache des Würgers (Bride of the Monster)
* 1957: Final Curtain
* 1957: The Night the Banshee Cried
* 1959: Plan 9 from Outer Space
* 1959: Night of the Ghouls
* 1961: The Sinister Urge
* 1965: Orgy of the Dead
* 1970: Excited
* 1971: The Only House
* 1971: Necromania
* 1998: Ed Wood’s Der Tag, an dem ich starb (Nach Ed Wood’s Tod nach Original Drehbüchern gedreht.)
Youtubetrailer zu Aces “THE HESSISH BABBSACK MASSACRE”
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