Ed Wood by “ACE”

Soeben erreicht mich eine Mail eines jungen, talentierten Filmemachers und Ed Wood Fans namens “Ace” (ein Schelm wer dabei böses denkt…), der sich die Mühe gemacht hat, eine ausführliche Biographie Ed Woods zusammen zutragen und diese dem Rand des Wahnsinns zur Verfügung zu stellen.

Edward Davies Wood, jr. (* 10.10.1924 † 10.12.1978) war ein US-Amerikanischer Filmemacher und gilt als der schlechteste Regisseur der Welt.

Seine bekanntesten Filme sind “Glen or Glenda?” (1953), “Bride of the Monster” (1955) und “Plan 9 from outer space” (1959). Letzterer wurde 1979/80 zum schlechtesten Film aller Zeiten gekürt und genießt seitdem Kultstatus.

Vor den Dreharbeiten zu “Glen or Glenda?” – einen Film, der ein Aufruf zur Toleranz gegenüber Transvestismus sein sollte, lernte Wood den verarmten und Drogen-/Alkoholabhängigen 30er-Jahre-Star Bela Lugosi kennen. Diesen setze er in der Hoffnung auf Erfolg für den Film und in Zuversicht auf ein Comeback Lugosis als eine Art Erzähler ein, der in einem Laboratorium sitzt und “vor dem großen, grünen Drachen, der auf der Treppe sitzt” warnt. Eine wirklich sinnvolle Funktion für den Film trägt Lugosi somit nicht bei, vor allem in einer Szene, in der eine wilde Büffelherde über ihn eingeblendet ist. Auch eine luziferähnliche Figur, die mehrmals in surrealen Traumsequenzen zu sehen ist, wird nicht weiter erläutert. Ed Wood spielte die Hauptrolle selbst, während seine damalige Ehefrau Dolores Fuller die Gattin von Glen/Glenda mimte. Fuller bekam erst nach den Dreharbeiten mit, dass ihr Mann ein Transvestit ist.

Für “Bride of the Monster” (dt.: “Die Rache des Würgers”) zog Wood erneut Lugosi mit an Bord. Diesmal in einer Hauptrolle als Dr. Eric Vornoff. Dieser lebt mit seinem Diener namens Lobo (gespielt von dem Wrestler Tor Johnson) in einer dunklen Villa in einem Sumpf. Für die Aufnahmen einiger Tiere nutzte Wood Archivaufnahmen, welche völlig anders belichtet waren als das andere Filmmaterial. Außerdem hat eine provisorische Riesenkrake eine tragende Rolle, wobei Kraken nicht in Sümpfen leben können. Erstmals sprach auch der damalige Show-Hellseher Criswell die Einleitung in einem Wood-Film.

Vor Lugosis Tod filmte Wood noch ein paar Aufnahmen von ihm ab, als dieser dann starb wollte er jedoch nicht auf Lugosi verzichten und er entschied sich, dass er die Aufnahmen in einen anderen Film herein schneiden würde. Dies tat er dann bei “Plan 9 from outer space” (dt.: “Plan 9 aus dem Weltall”). Dort konnte er den Chiropraktiker Tom Mason als Double gewinnen, der zwar keine Ähnlichkeit mit Lugosi hatte, jedoch die ganze Zeit mit einem Cape vor dem Gesicht herumlief. Erneut sprach Criswell eine Einführung mit den Worten “Zukünftige Ereignisse wie diese werden unsere Zukunft beeinflussen”. Auch die damalige TV-Ansagerin Vampira spielte eine kleine Rolle als wiederbelebte Tote. Dieser Film strotzt zur Überraschung aller vor noch mehr Fehlern als die Vorgänger.

1994 erschien eine freie Verfilmung über Ed Woods Leben unter der Regie von Tim Burton. Entgegen des Films hat Wood jedoch nie eine Gummikrake in einem Studio geklaut, Orson Welles getroffen und auch seine Frau Dolores Fuller erfuhr, wie schon erwähnt, erst nach den Dreharbeiten zu “Glen or Glenda?” von der Neigung ihres Mannes zu Angorapullovern. Johnny Depp ist dort als Ed Wood zu sehen und Martin Landau als Lugosi zu bewundern. Außerdem spielen noch Jeffrey Jones, Vincent D’Onofrio, Bill Murray, Lisa Marie und Sarah Jessica Parker jeweils große Rollen. Einer der originalen Darsteller aus “Plan 9 from outer space” ist in einem kurzen Cameo-Auftritt zu sehen.

Ed Wood starb vereinsamt und verarmt als Alkoholkranker nach einem Herzinfarkt mit 54 Jahren in Hollywood. Er verdiente sich sein Geld mit Sexual-Aufklärungsfilmen, Hardcorepornos sowie schlechten Erotikromanen. Heute genießen seine Filme Kult- und Weltruhm. Er ist der bekannteste B-Filmer der Welt, sein “Plan 9 from outer space” wird auf einigen Filmfestivals noch immer ins Programm genommen und die Verfilmung über sein Leben gewann viele Preise. Sein Titel als schlechtester Regisseur brachte ihm posthum den Weltruhm ein, den er sich stets gewünscht hatte. Lediglich in einem anderen Kontext.

Filmographie:

* 1951: The Sun Was Setting (Fernsehfilm)
* 1953: Trick Shooting with Kenne Duncan
* 1953: Glen or Glenda
* 1953: Crossroad Avenger: The Adventures of the Tucson Kid (Fernsehfilm)
* 1953: Boots
* 1954: Jail Bait
* 1955: Die Rache des Würgers (Bride of the Monster)
* 1957: Final Curtain
* 1957: The Night the Banshee Cried
* 1959: Plan 9 from Outer Space
* 1959: Night of the Ghouls
* 1961: The Sinister Urge
* 1965: Orgy of the Dead
* 1970: Excited
* 1971: The Only House
* 1971: Necromania
* 1998: Ed Wood’s Der Tag, an dem ich starb (Nach Ed Wood’s Tod nach Original Drehbüchern gedreht.)


Youtubetrailer zu Aces “THE HESSISH BABBSACK MASSACRE”
Aces Zombieworld Homepage
Zur “Plan 9 from outer space” Review!

admin on August 26th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

Sendepause

Hallo liebe Freunde der B-Kunst,

leider bin ich auf eine wichtige Mission nach Tromaville gerufen worden und werde in den nächsten Wochen keine Zeit haben weitere B-Movies, Spiele oder was auch immer zu reviewen. Toxi braucht meine Hilfe! Die Zombiehühner bedrohen den Frieden Tromavilles und haben das radioaktive Rieseneichhörnchen und Lloyd Kaufman gekidnaped. Natürlich kann ich Toxi meine Hilfe bei dieser hochgefährlichen Befreiungsmission nicht verweigern.

Keine Sorge, nach meiner Rückkehr wird es wie gewohnt auf dieser Page weitergehen!

Ich wünsche euch eine gute Zeit und hoffe, dass wir uns bald wieder in diesem Theater sehen.

Grüße

Oli

“Greetings, my friends! We are all interested in the future, for that is where you and I are going to spend the rest of our lives. And remember my friends; future events such as these will affect you in the future. You are interested in the unknown, the mysterious, the unexplainable; that is why you are here. And now for the first time we are bringing to you the full story of what happened on that faithful day. We are giving you all the evidence, based only on the secret testimonies of the miserable souls who survived this terrifying ordeal. The incidents, the places, my friends, we can not keep this a secret any longer; let us punish the guilty, let us reward the innocent. My friends, can your heart stand the shocking facts about the grave robbers from outer space?”

admin on März 12th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

Ein Blick zurück…

Als Kind der 80er Jahre, wuchs ich mit relativ bizarren Heldenbildern auf. Stallone, Schwarzenegger, Van Damme, Dudikoff, Ferrigno und viele andere “Schauspieler” dieser oder ähnlicher Qualität, galten bei mir und meinen Freunden als das “non plus ultra“ der männlichen Filmunterhaltung. Ihre Charaktere, so eindimensional sie auch waren, entsprachen unserer Idealvorstellung eines perfekten Mannes. Die Filme, da häufig erst ab 18 freigegeben, wurden wie Gold gehandelt und man lud lieber seine Freunde alle zu einem VHS Nachmittag ein, als sie auch nur für einen einzigen Tag zu verleihen und sich dem Risiko eines Verlustes auszusetzen. An fernsehfreien Nachmittagen spielten wir gerne die Filme nach und dann war einer halt ein imaginäres Ebenbild zu “Rambo”, ein anderer der “Terminator” in klein und ein dritter eventuell “der Hulk”, nur ohne Muskeln, 10 Jahre alt und nicht grün.

Die riesigen, steroidgefütterten Muskeln beeindruckten uns weit mehr als die eher alltäglichen Figuren unserer Väter und somit stand ein “Terminator” oder “Universal Soldier” uns oftmals weit näher als unsere eigentlichen Erzeuger.

Schaut man heute auf viele der Filme, die man damals gesehen hat zurück, bleibt immer noch ein wohliges “hier bin ich zu Hause” Gefühl aber mit steigendem Alter stieg auch der Grad dessen, was ich hier gerne den “Fluch der Erkenntnis” nennen will.

Die Erkenntnis, dass nur die Naivität eines Kindes es ermöglichen konnte, diese Filme und diese Schauspieler in den Olymp der TV-Unterhaltung zu erheben. Schmerzhaft und bitter bleibt die Erkenntnis und unter Tränen lösten sich meine Kindheitsidole auf, als ich feststellte, dass meine Götzen nichts anderes als drittklassige möchtegern Schauspieler sind und die Filme, in denen sie ihre ach so wundervollen Rollen spielten, einfach nur ausgemachter Schwachsinn sind.

Die schlimmsten und billigsten dieser Meisterwerke möchte ich nun hier Am Rand des Wahnsinns in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und einen finalen Schlussstrich unter die schöne Zeit setzen, die wir  Kindheit nennen.

Es ist Zeit erwachsen zu werden und deshalb, gehen wir es an!

Muskelfilme:
Die Barbaren
Herkules in New York
Masters of the Universe
Sindbad – Herr der sieben Meere

admin on Februar 12th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

“Da Maze” nimmt die Herausforderung an!

Es gibt Tage, an denen muss man kämpfen. An diesen Tagen gibt es keinen Weg zurück. Es gibt keine Chance zur Flucht, kein Entkommen vor dem Bevorstehenden. Doch selbst solche Tage sind nicht gänzlich finster und nicht jeder Kampf ist von vorne herein verloren, sofern einem noch die Wahl des Ortes und der Waffen verbleibt…

„Bonesickness!“

Mit Schaudern erinnere ich mich an diesen Film.

Wenn der durchschnittliche Zombiefilm in die Kategorie des B-Movies einzuordnen ist, dann besetzt Bonesickness mutterseelenallein und gänzlich konkurrenzlos die Kategorie des Z-Movies. Grausige Dialoge, noch grausigere Szenen – mir fehlen schlicht die Worte, um dieses Desaster von einem Film zu beschreiben!

Dies soll also die Messlatte sein, die man mir gesetzt hat. Wie soll ich diesem cineastischen Tiefschlag begegnen? Wie sollte ich den bevorstehenden Gesichtsverlust – den Preis für mein großes Maul – verhindern? Ich zermarterte mir stundenlang das Hirn, verzichtete auf jeglichen Schlaf und durchlebte ein Stadium der völligen Askese – immer auf der Suche nach einem würdigen Kontrahenten.

Eins wurde mir schnell klar: Auf dem Feld des Zombiefilms hatte ich keine Chance. Zu abstrus die Handlung, zu schlecht sämtliche filmischen und schauspielerischen Aspekte, zu bizarr die Gewaltszenen, die der „Regisseur“ (nein, die Anführungszeichen sind kein Tippfehler!) von „Bonesickness“ dem unvorbereiteten Zuschauer um die Ohren kotzt.

Ich musste tief in mich gehen, um einen Film zu finden, der einerseits anders war, aber andererseits ähnlich weh tut. Einen Film, bei dessen bloßer Beschreibungen sich einem schon die Zehennägel hoch rollen.

Und dann kam die Eingebung…

Ich nehme deine Herausforderung an, oh Herr des schlechten Geschmacks! Großzügig warst du mit Beleidigungen, Beschimpfungen und Schmährufen und ebenso großzügig sollst du mit Schmerz belohnt werden. Ich werde dich leiden lassen! Die bloße Beschreibung der mir in Erinnerung gebliebenen Szenen sollte genügen, um dir Krämpfe und Schlimmeres zu bescheren!

Du wähltest deine Waffen und Schauplätze – ich habe meine gewählt.

Die Cannon Group wird wieder einmal beweisen müssen, dass sie zu Unrecht „nur“ als Independent-Label bekannt ist, welches sich teilweise auf B-Movies spezialisiert. Die Cannon Group zeigt sich verantwortlich für Filme, von denen ich behaupte, dass sie es mit dieser Abscheulichkeit von einem Film, mit dem man mich in die Knie zwingen will, locker aufnehmen können. Ich bin schon einmal in ihre Abgründe hinab gestiegen und habe mich Michael Dudikoff gestellt. Heute gehe ich noch viel weiter. Mit jedem Schritt fasse ich mehr Mut.

Wenn es jemand mit Bonesickness aufnehmen kann, dann ist es nur der Vater – nein, die Mutter – nein, der Gott! – aller Actionfilme von fragwürdigem Niveau. Vergesst J.C. van Damme. Lächelt müde über Steven Segal. Kommt zu der Erkenntnis, dass Michael Dudikoff eigentlich gar nicht so übel ist!

Ich nehme deine Herausforderung an.

Mit dem Schutz von Chuck Norris werde ich die „Feuerwalze“ über dich rollen lassen, um dich an deinen wahren Platz zu verweisen: kriechend zu meinen Füßen!

Möge der schlechtere Film gewinnen!


Zur Kampfansage!
Zur ersten Halbzeit!

admin on Februar 9th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

Offene Kampfansage an “da Maze”

Es gibt einen Film in meiner Sammlung, auf den ich nicht stolz bin.

Einen Film den ich am liebsten versiegeln und begraben würde.

Einen Film, den ich mir unter Schmerzen angesehen habe, zwei mal. Einmal als ich ihn bekommen habe und einmal um ihn “da Maze“ zu zeigen. Dieser Film ist der Bodensatz der Filmkunst und eigentlich hätte ich nie wieder gewagt, auch nur die DVD Hülle noch einmal zu berühren.

Aber dann kam dieser Blog.

Zuerst als kleine lustige Ecke für schlechte und/oder unterhaltsame B-Movies gedacht, wird er nun zu meinem persönlichen Everest. Nach jeder publizierten Review kam diese kleine nervige Stimme von “da Maze” auf, die mich forderte, dieses Ungetüm der Filmgeschichte zu reviewen. Mit hämischen Gelächter, Spott und Hohn wollte er mich immer wieder dazu bringen, diese fäkalomenale Zelluloidverschwendung zu reviewen.

Ich verteidigte mich, wies auf gesundheitliche Risiken hin und fragte, warum ER es denn nicht machen würde? – Eine Antwort blieb dieser Feigling mir immer schuldig und wechselte lieber das Thema. Jetzt, nach der 9. Review, bin ich es leid!

Ich fordere dich heraus “da Maze”! Um diesem Elend ein und für allemal ein Ende zu bereiten, werde ich den Film reviewen. Da DU ja offensichtlich nicht den Mumm in den Knochen hast einen solchen Männerfilm zu bearbeiten, nutze ich diese Gelegenheit um meine Alphamännchenstellung ein für allemal zu beweisen. Dass du ein “Lauwarmduscher” bist, konnte man ja bereits sehr gut an deiner Review zu “American Fighter“ sehen. Dieser Film war nicht hart, nein wirklich nicht, du bist zu weich! Ein Whimp!

Du könntest niemals auch nur eine Sekunde dem Wahnsinn ins Auge blicken, dem ich mir hier schon mehrfach für den Blog unterworfen habe.

Du willst, dass ich diesen Film reviewe?

Den Film, den wir Weihnachten 2008 im Schnellvorlauf sahen?

Du sollst es bekommen! Ich zeige dir wo der Ziegenbock den Honig hat! Ich werde dir eine Review verpassen, die dich dazu bringen wird vor mir auf die Knie zu fallen und deine Unwürdigkeit unter Tränen zu bekennen. Um deine Demütigung zu komplettieren, fordere ich von dir, dass du im Gegenzug den schlechtesten Film den du kennst reviewst. Kennst du überhaupt wirklich schlechte Filme? Welcher könnte es sein? “Arielle die Meerjungfrau”? Oder ist das schon zu wild für dich? Kannst du danach nicht mehr schlafen? Du bist doch noch gar nicht reif genug, einem wirklich schlechten Film ins Auge zu sehen. Unter den Augen der Leserschaft wirst du dich bis auf die Knochen blamieren, wenn du wieder so einen mittelmäßigen Kinderfilm reviewst und ich werde ein für allemal DEIN König sein. Küss meinen Ring “da Maze”!

Also rein in die Thermounterwäsche, mach dir eine warme Milch zum Matetee, schluck deine Testosteronpillen und zeig mal her was du hast!

Zur Kampfzusage!
Zur ersten Halbzeit!

admin on Februar 8th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

Etwas Ernstes in eigener Sache

Zensur findet in Deutschland nicht statt.

Wenn man sich länger mit B-Movies befasst, stellt man schnell fest, dass dieser Satz nur mit Vorsicht zu genießen ist. Wenn Zensur nicht stattfinden würde, wäre ich sicher nicht gezwungen die ein oder andere Review die ich mir vorgenommen habe, zu verwerfen. Ich musste bei meiner allgemeinen Recherche oft feststellen, dass Filme, die ich im Laufe des letzten Jahrzehnts gesehen habe, so in dieser Form gar nicht mehr in Dtl. existieren und, um das ganze zu toppen, man sich zu diesen Streifen in dieser Form noch nicht einmal wirklich äußern darf, da dieses sonst als “Werbung” oder “Anpreisen” verstanden werden könnte. Es ist mir also nicht nur verweigert, den Film nochmal anzusehen, ich darf noch nicht mal, aus meinem Gedächtnis heraus, eine Review auf dieser Seite publizieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin kein Gegner der FSK, auf keinen Fall. Sicher sollte nicht jede Altersgruppe auf alle Filme die es gibt Zugriff haben. Aber ich bin ein Gegner der Indizierung und der Beschlagnahmung. Ich glaube daran, dass man in einem freien Land, wenn man die Volljährigkeit erreicht hat, niemanden mehr braucht, der einem vorschreibt was man sehen darf und was nicht, solange das im Film dargestellte fiktional und keine echte Straftat ist. Außerdem verstehe ich nicht, warum eine Beschlagnahmung/Indizierung nicht widerrufen werden kann. Dass hierbei lächerliche bis unverständliche Dinge passieren ist vorprogrammiert. Nehmen wir ein Beispiel aus der Musik. “Die Ärzte” veröffentlichten 1986 eine LP die zwei Lieder enthielt an denen man sich damals störte. “Geschwisterliebe” und “Sweet, sweet Gwendoline”. Wie hier der einzelne zu diesen Liedern steht sei einfach mal egal, da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt. 1987 wurde dank dieser beiden Lieder die Platte indiziert. Nach heutigen Standards sind diese Lieder harmlos bis naja ein bisschen derbe, aber wenn man sich den durchschnittlichen Poptext eines aktuellen Machwerkes durchliest, versteht man nicht so ganz wieso diese 24 Jahre alten Lieder nur unter der Ladentheke verkauft werden dürfen. Auch bei “Poultrygeist” habe ich so meine Probleme. Keine der von mir beschriebenen Szenen ist in der deutschen KJ-Fassung enthalten. Um die ungeschnittene Version zu bekommen muss man sich schon Nachbarländern bedienen. Nun zumindest ist der Film nur indiziert und somit ist die Möglichkeit wenigstens noch vorhanden, den Film zu bekommen, anzusehen und sich darüber zu äußern. Aber mal ganz ehrlich, wo liegt denn hier bitte das Problem? Die gezeigten Bilder in “Poultrygeist sind sicher blutrünstig, ohne Frage, aber doch nicht ernst zu nehmen! Dieser Film ist als Komödie zu verstehen, als Schwachsinn, als Hommage an den schlechten Geschmack. Warum packt man hier also den Rotstift aus?
Und warum genau hat die Neuauflage von Dawn of the Dead, die 2004 erschienen ist, in der Uncut- Fassung “nur” keine Jugendfreigabe bekommen und kann somit frei in jedem Laden unter Vorlage des Ausweises bezogen werden. Die viel harmlosere und auch intelligentere Version aus den 70er Jahren ist in Deutschland verboten. Wieso, bleibt mir ein Rätsel. (Ich hoffe die Bezeichnungen “harmloser” und “intelligenter” werden hier nicht als Werbung angesehen, da diese ausdrücklich einfach nur meiner persönlichen Meinung entsprechen und sich auf eine Version beziehen, die ich 1998 frei in jeder Videothek für einige Zeit ausleihen konnte. Ich rate niemandem dazu diesen Film zu beziehen und/oder zu sehen.)

Um es kurz zu machen. Wenn ich in diesem Blog Filme bespreche und auf Szenen eingehe, die es eventuell hier in Dtl. so nicht zu sehen gibt, möchte ich es mir einfach ersparen, jedes mal dazu zu schreiben, dass ich den Film im Nachbarland gekauft habe oder vor einigen Jahren, als er in dieser Form noch in Deutschland zu sehen war, kennen lernte. Ich werde Niemandem Tipps geben wie man indizierte oder gar beschlagnahmte Filme erhalten kann, keine Kopien anfertigen und auch meine Bezugsquellen nicht preisgeben. Mein Blog versteht sich als eigenständiges, satirisches Werk und in keiner Weise als Werbung für die besprochenen Filme. Ebenfalls distanziere ich mich ausdrücklich vom Inhalt der besprochenen Filme und rate niemandem dazu, diese anzuschauen.

Oliver Baumann, Im Januar 2010

-edit-  Im Gegensatz zu einer Beschlagnahmung wird eine Indizierung nach 25 Jahren neu geprüft und gegebenenfalls aufgehoben.

Mit bestem Dank an den Leser, der mich darauf aufmerksam machte.  -edit-

Wetere Informationen hier!

admin on Januar 21st, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

Troma


Ich erinnere mich noch gut, als ich das erste mal einen Tromafilm gesehen habe. Ich saß damals in meiner kleinen Studentenbude, als es unvermittelt an meiner Tür klopfte. Ein Freund und Nachbar stand völlig in Ekstase vor meiner Tür und meinte, da ich ja auf B-Movies ein Auge geworfen habe, hätte er hier eine DVD von feinster B-Movie Qualität in Händen. Ich war skeptisch als er mir den Silberling präsentierte und ich den Titel “The class of Nuk’em High II – Subhumanoid Meltdown” las. Er wiegelte jedoch meine Bedenken schnell ab und meinte nur, der Film sei von Troma und deshalb MÜSSE ich diesen gesehen haben.

Zur Erklärung: Damals war das Internet noch nicht so weit verbreitet (d.h. Ich konnte mir noch keinen Zugang leisten ^^) und, für mich, bestand die einzige Möglichkeit etwas über B-Movie-Qualitäten (man will meinen diese Konstrukt sei ein Widerspruch in sich selbst) zu erfahren darin, in die ortsansässige Videothek zu gehen, mir das abstruseste Cover auszusuchen und “auf gut Glück” diesen Film dann auszuleihen. Ehrlich gesagt fand man so nur selten etwas wirklich “gutes” wie z.B. Premutos. Aber immerhin kann ich dadurch heute auf eine lange Liste an Bad-Movie-Experiences zurück blicken. (welch zweifelhaftes Glück).

Zwei kühle Blonde waren schnell geöffnet (und 10 weitere im Kühlschrank eingelagert) und wir hauten das Scheibchen mit dem klangvollen Namen in den Player. Mein Kumpel geriet bereits bei der tromatypischen Eröffnungssequenz ganz aus dem Häuschen und ein quietschiger Schrei der Vorfreude entwich, begleitet von wildem “ein-Mann-Applaus”, seiner Kehle.

Als die ersten “gefilmten” Bilder anliefen, musste ich erstmal einen tiefen Schluck nehmen und begann zu realisieren “Oh Mann, das werden harte 100 Minuten”. Mein Kollege hatte zu diesem Zeitpunkt ein seltsames, mildes bis friedliches Lächeln auf den Lippen. Ich fragte mich, ob Troma das neue Codewort für irgend eine schwer abgefahrene Droge sei. Da er aber noch auf äußere Reize wie Schubsen und Pieksen reagierte, schob ich meine Bedenken erst einmal zur Seite. (Jetzt weiß ich an wen er mich damals erinnerte, an die Mona Lisa…das war’s!) Ich hatte meine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen, mir die einzelnen Personen zu merken und jedes mal wenn eine nackte Brust auf dem Schirm erschien (was bei Troma sicher alles andere als selten passiert) war die vorangegangene Information ohnehin wieder vergessen. (wir waren noch jung….) Also fragte ich Mona Lisa (ernsthaft! So sah er aus!) immer wieder, was denn da gerade passiert sei und vor allem, wieso es passiert war. Dummerweise ging es meinem Kumpel auch nicht viel besser als mir und er erklärte, ich solle nicht soviel Wert auf die Handlung ansich legen, sondern eher jede einzelne Szene für sich genommen als kleines, groteskes Kunstwerk der Absurdität betrachten. Ich lies mich also auf diese Erfahrung ein, hörte auf Szenen zu hinterfragen, ignorierte jeglichen Sinn für Realität und Ästhetik, und was soll ich sagen? Es funktionierte! Troma hatte mich in seinen Bann gezogen und ich amüsierte mir 100 Minuten lang meinen Verstand wund. (rückblickend frage ich mich wie viel von diesem Amüsement den 10 kühlen Blonden, denen 10 weitere nicht mehr ganz so kühle folgten, geschuldet war)

Wie dem auch sei, Troma wusste zu gefallen und als dann am Ende des Films ein radioaktiv verseuchtes Rieseneichhörnchen ganz Tromaville nieder trampelte, lagen wir uns, vor Glück weinend, in den Armen.

Tromaville, immer wieder eine Reise wert. Schicken sie ihren Verstand auf Urlaub, öffnen sie sich ein kühles Bier und machen sie den aberwitzigsten Ritt ihres Lebens.

Mehr von Troma:
The Toxic Avenger
Poultrygeist – Night of the Chicken Dead

admin on Januar 14th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -

B-Movies

Das B-Genre ist ein Genre im Film, welches, vielleicht zu Recht, von vielen Menschen ignoriert bis verleugnet wird. Die bewegten Bilder werden selten bis nie beworben, haben ein minimales Budget und manchmal weiß man gar nicht so genau worum es in diesen Machwerken eigentlich geht. Schauspielerische Leistungen sind kaum vorhanden und Synchronisationen sind oft auf dem Niveau eines von 4 Jährigen auswendig vorgetragenen Gedichtes unter dem Weihnachtbaum. Die Hintergründe kann man nur mit viel gutem Willen überhaupt als Kulissen bezeichnen und die Regisseure tun ihr Bestes Uwe Boll wie einen zweiten Martin Scorsese ausehen zu lassen.

Man wundert sich also, wie diese Filme auf lange Sicht überhaupt bestehen konnten.

Eigentlich ist es ganz einfach, viele Menschen haben zu viel Zeit, keinen Geschmack oder leben in ihren eigenen anarchistischen Realitäten. Man ist gelangweilt von Hollywoods Einheitsbrei und großen Bildern. Man sehnt sich zurück zum puristischen Kern der Filmemacherei. Gewalt, Sex, Handlungsstränge, die sich selbst der überzeugteste LSD Junkie an einem wirklich harten Abend nicht zusammen fantasieren könnte, und eine Art von Humor die eigentlich nur betrunken zu ertragen ist, sind hier die Zutaten.

Spass für die ganze Familie also.

Kennen sie folgende Situation? Es ist 2 Uhr morgens, sie können nicht schlafen und zappen sich durch das Fernsehprogramm. Plötzlich halten sie inne und schauen auf den Bildschirm. Sie haben den Spätfilm auf Arte erreicht. Eine bosnische Produktion mit Untertiteln. Man starrt gebannt auf das was da passiert ohne auch nur im Ansatz zu verstehen worum es gerade geht. Eine merkwürdige Szene reiht sich an die nächste und es gipfelt im großen Finale wenn die Protagonsiten plötzlich nackt in einem Hausflur liegen und im Vordergrund ein Esel ein Telefon frisst.

Das Gefühl, das sie in diesem Moment spüren ist der B-Movie Thrill. Man taucht ein und hat die Ehre sich 70-90 Minuten am Stück genau so zu fühlen.

…und nun…viel Spass und viel Glück!

admin on Januar 5th, 2010 | File Under Allgemein | No Comments -