DAFUQ!?
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Dem aufmerksamen Leser dieses Blogs sollte in den letzten Wochen und Monaten aufgefallen sein, dass ich nicht gerade ein riesen Fan des „Rape and Revenge“- Genres bin. Die Faszination dieser Abart der Sexploitation hat mich nie packen können und ich gebe der regulären, augenzwinkernden Sexploitation jederzeit den Vorzug. Ich muss allerdings gestehen, dass sich meine Einstellung zu diesen Filmen in der Regel auf Werke der 1970er Jahre bezieht, da ich dazu neige mir eher originale als Remakes, kalte Aufgüsse und Fortsetzungen anzusehen.
Wie dem auch sei, Filme wie, „Im tiefen Tal der Superhexen“ oder auch „The Realm of Sense“, konnten mir weit mehr Freude bereiten als Streifen wie „The last house on the left“ oder „Ich spuck auf dein Grab“ (Ersterer brachte vor meinen Augen einen gestandenen Mann zum weinen…soll das wirklich unterhalten? …Ich zweifle…) Nichts desto trotz würde ich den beiden Filmen selbstverständlich einen gewissen kulturellen Wert nicht absprechen wollen. (Auch wenn man sich beim Schauen nichts sehnlicher wünscht als eine heiße Dusche…).
Die 1970er sind heute ja bereits ein paar Tage her und in der Weihnachtszeit letzten Jahres dachte so bei mir, dass es ja eigentlich keine schlechte Idee sei, mal zu sehen, was aus diesem Genre geworden ist. (Von den mannigfaltigen Remakes oben genannter Klassiker mal abgesehen) Ich besorgte mir also einen ganzen Stapel Filme, deren Namen bereits auf „Rape and Revenge“ oder Sexploitation hinweisen könnten und legte los. In meiner Auswahl befanden sich „Mistress Frankenstein“, „Run Bitch Run“, „I was a Teenage Strangler“, „Slaughtered vommit dolls“ und „Amateur Porn Star Killer“. Zwei dieser Filme sind schnell und harmlos abzuhandeln. “Mistress Frankenstein“ ist ein strunzdummer Sexfilm, der an Niveaulosigkeit kaum noch zu überbieten ist und dessen Erwähnung alleine sowohl meine als auch eure Zeit verschwendet.
“Run Bitch Run“ werde ich eventuell im laufe dieser dritten Staffel noch gesondert behandeln, aber es sei bereits soviel gesagt, dass das Filmchen ein ganz lau warmer Aufguss von „Ich spuck auf den Grab“ ist. Es wurden sogar die Charaktere eins zu eins kopiert, dazu ungefähr 10% Neuhandlung erschaffen und dann letztlich das Ganze für 25000$ mit Laiendarstellern abgedreht. (gähn)
Wirklich problematisch wird es dann allerdings bei den verbleibenden Filmen, die mich dazuveranlassten, den etwas ungewöhnlichen Titel für diesen Artikel zu wählen. Ich weiß gar nicht wie ich diese “Machwerke“, die mir da zur Ansicht vorlagen. überhaupt angemessen beschreiben soll. (Zumal oft nur der Schnellvorlauf ein drohendes Hirnaneurysma abwenden konnte)
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Der erste gesichtete Film war „Slaughtered Vommit Dolls“. DaMaze hatte sich zu einem Besuch eingefunden und wir konnten uns der Anziehungskraft des doch sehr romantisch anmutenden Titels nicht entziehen. Was sich unserem Auge dann aber darbot war so grotesk und widerlich, dass das Anschauen in körperliche Anstrengung ausuferte. Der Film ist eine Aneinaderreihung von mit einer wackligen Handkamera gefilmten und mit Bildeffekten überladener Scheußlichkeiten der besonders gestörten Art.
Teils realer, teils gestellter Natur, widert der Film mit bulimischen Kotzorgien, pornografischen Bildern und ausufernden Gewaltdarstellungen den Zuschauer an. Der Sinn dieses Filmes blieb uns verborgen, aber sollte der Regisseur, der hier offenbar seine eigenen Fetische und Kindheitstraumata in bewegte Bilder setzte, einfach nur schockieren wollen, hat er dies mit Bravour gemeistert. Dieser Film, der übrigens noch ZWEI Fortsetzungen mit gleichsam wohlklingenden Titeln (“Slow Torture Puke Chamber“, “ReGoregitated Sacrifice“) erfahren hat, war bis dato das krankeste, was ich je gesehen hatte.
Aber es bleiben ja noch zwei weitere Filme übrig und man will es nicht glauben, selbst “Slaughtered Vommit Dolls“ lässt noch Luft nach unten: „Amateur Porn Star Killer“

Was genau diese Filmreihe darzustellen versucht, bleibt mir völlig unklar. Dem geneigten Zuschauer wird hier eigentlich nichts anderes Serviert als ein übel gedrehter Heimporno, dessen Sexszenen frei nach dem Motto „Headshot statt Cumshot“ enden. Insofern liefert der Film, der ebenfalls ZWEI Fortsetzungen erfuhr genau das, was der Titel verspricht: Porno, Pseudosnuff, Vergewaltigung und Misshandlung von Frauen (Juchhu, der Filmeabend mit der Freundin/Ehefrau ist gerettet!) Exorbitant übel ist hierbei die Vermischung der realen Sexszenen mit den gestelltenMisshandlungen, Vergewaltigungen und Ermordungen der Frauen, sodass man sich immer wieder daran erinnern muss, dass das gezeigte nicht echt ist und wahrscheinlich alle lachend vom Set gegangen sind am Ende. Ganz ehrlich, dieser Film hat mir mehr als Bauchschmerzen bereitet und hat mich mal wieder zu einem gewissen Grad an der Menschheit zweifeln lassen. Gibt es für diesen Schrott wirklich soviel Abnehmer? Eine Recherche in der IMDB ergab dann, dass die Streifen durch die Bank weg gute Bewertungen von weiblichen Konsumenten erhielten, wohingegen Männer für die negativen Bewertungen verantwortlich waren. Ich lasse das jetzt mal kommentarlos im Raum stehen und versuche nicht weiter über diese Entdeckung
nachzudenken und rate auch jedem ab, dies zu tun. (WTF!?)
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Mit „I was a teenage strangler“ wird das Niveau der besprochenen Filme zum Ende dieses Artikels noch mal leicht über das von „Slaughtered Vommit dolls“ angehoben, kann sich aber immer noch nicht gegen den intellektuellen Anspruch und den pädagogischen Wert einer Folge „Frauentausch“ behaupten. Auch hier werden pornografische Szenen mit entarteten Gewaltdarstellungen gepaart, allerdings wirkt das Ganze durch die mehr als schlechten Effekte eher lächerlich als verstörend. (Es ist traurig, dass das hier zu Gunsten des Filmes ausgelegt werden muss) Den Machern muss entgangen sein, dass Traubensaft zu dünn ist, um als glaubhaftes Blut durchzugehen und Schokomüsli menschlichen Exkrementen nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Unterm Strich bleibt der Film harmlos, bietet aber weder Erotik, noch einen wenigstens rudimentären Unterhaltungswert.
Zeit für ein Fazit:
Die Sexploitation mit all ihren Spielarten hat in den 1970ern ihren absoluten Höhepunkt gehabt und hätte einfach in Frieden sterben sollen. Das was sich meinem Auge in den letzten Wochen bot war im besten Fall nur widerlich und in keiner Weise sehenswert. Was ist aus den guten, witzigen Sexploitation Filmen der 70er Jahre nur geworden? Wo sind die “Rape and Revenge“ Filme, die ein Zeichen GEGEN diese Art der Behandlung von Frauen setzt und sexuelle Gewallt nicht auch noch feiern geblieben? Ich kann nur jedem raten, sich die guten alten Streifen anzusehen und einen gigantischen Bogen um diese neuen Ausgeburten menschlicher Perversion zu schlagen. Um ein Zeichen zu setzen, werden die folgenden Wochen ganz der alten Schule der Sexploitation gewidmet sein, denn es gab auch mal eine Zeit, in der selbst Sexploitationfilme mehr zu bieten hatten als grenzdebile Dummheit in Dosen oder abartigen Pseudosnuff!
In diesem Sinne…
„Zur Hölle mit der Kunst, runter mit den Blusen!“
– Russ Meyer

* Slaughtered Vomit Dolls (2006, Kingdom of Hell Productions, Lucifer Valentine)
** Amateur Porn Star Killer 3 (2009. Alter Ego Cinema, Shane Ryan)



















