Demnächst…[REC I+II]“
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bartwichtels “Doublefeature”:
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Erinnert Ihr euch noch an eure Schulzeit? (Ich gehe einfach mal davon aus, dass der durchschnittliche Leser dieses Blogs schon seit ein paar Jährchen mit der Schule fertig ist)
Ich für meinen Teil erinnere mich noch sehr gut:
Es war eine chaotische Zeit damals in den 90ern. Punks soweit das Auge reichte, Heroin, Schutzgeld, Zuhälterei und Waffengeschäfte waren zumindest an meiner Schule in Downtown-Trier an der Tagesordnung. Da wurden Autos gesprengt, Lehrer erpresst und Schüler unterdrückt, dass es ein Grauen war. Am schlimmsten war noch daMaze, der crackabhängige Nuttenschläger, der eines Tages wärend einer Schulaufführung die Aula der Schule mit selbstgebasteltem Plastiksprengstoff in die Luft sprengte, um damit ein Zeichen gegen das Rauchverbot auf dem Schulhof und die Sparmaßnahmen an den belegten Käsebrötchen zu setzen. (Zwei Scheiben Gouda sind einfach zu wenig für heranwachsende Schwerverbrecher!)
Kommt euch diese Geschichte bekannt vor?
Nein?
Nun, mir auch nicht.
In den 1980er Jahren dachte man wohl allerdings, dass so die Zukunft in den Klassenzimmern aussehen würde und drehte merkwürdige Exploitationfilme wie “Die Klasse von 1984″. Der Streifen wurde im Jahre 1982 von Mark L. Lester in Canada realisiert und stellt eine dystopische Darstellung amerikanischer Jugendlicher und des amerikanischen Schulsystems dar. Prinzipiell ist gegen eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit kontroversen Themen und sozialen Problemen überhaupt nichts einzuwenden, aber leider übermittelt “Die Klasse von 1984″ hier eine mehr als fragwürdige Botschaft und lässt dadurch tief in die Moralvorstellungen und politischen Einstellungen der Macher blicken.
Aber, eins nach dem anderen.
Werfen wir zunächst einen genaueren Blick, auf den Film, der einen Bösewicht aufweist, der wie ein junger Michael Dudikoff aussieht, es aber nicht ist und sich sogar noch Michael Fox leisten konnte. ( Für das J. war er wohl noch zu a) arm, b) unbekannt c) jung…oder d) alle drei Antworten richtig)

Der Film beginnt an einer Interpretation einer typischen Schule in Tromaville Amerika, der “Lincoln High”. Wir lernen den neuen Musiklehrer Andrew Norris kennen, der wohl aus weit behüteteren Gefilden an diese Schule versetz wurde und mit dem Blick auf Punks und Metalldetektoren (ok, wenigstens hier hat Lester mit seiner Vision recht, solche sollen ja an amerikanischen Schulen heutzutage alltäglich sein…) etwas überfordert wirkt.

Nach etwas 30 Minuten relativ dröger Einführung ist klar:
Nachdem Lester also die Welt praktischerweise wie ein Schachbrett in schwarz und weis aufgeteilt hat, beginnt sich die Handlungsspirale zu drehen. Stegman und seine Getreuen versuchen mit allen Mitteln Norris Bemühungen um einen normalen Unterricht zu unterwandern und betreiben nebenbei munter ihr kriminelles Spiel aus Drogenhandel, Zuhälterei, Vandalismus und Erpressung. (Hach ganz wie daMaze früher…) Lester zieht die Schlinge um Norris Hals immer weiter zu, in dem er Stegmans Gang mit ihren Übergriffen immer näher an Norris und tiefer in den Kreis seiner Vertrauten heranführt. Zunächst erwischt es Schüler, die Norris besonders am Herzen liegen, dann dreht sein befreundeter Kollege komplett durch, bedroht die Schüler mit einer Waffe und stirbt letztlich in einem von Stegman provozierten Autounfall. Getoppt wird das Ganze durch die Vergewaltigung und Entführung von Norris Frau am Abend der Schulaufführung. Hier nimmt der Film dann eine absolute Stilwendung und wird zu einem “Rape and Revenge Drama”. Norris metzelt auf der Suche nach seiner Frau jeden einzelnen der Stegmangang nieder, bis der Schüler im großen Finale im Zweikampf mit Norris durch die Glasdecke des Aufführungssaals bricht und sich vor den Augen des Schulaufführungspublikum an einem Deckentau (Ich hab keine Ahnung warum da Schiffstaue an der Decke hingen…) zu Tode stranguliert.

Der Film endet.
Was bleibt zu sagen über “Die klasse von 1984″?
Der Film macht es einem nicht wirklich leicht. Auf der einen Seite übt er berechtigte Kritik an der Gesellschaft, ist hervorragend besetzt und handwerklich ausgezeichnet umgesetzt. Auf der anderen Seite jedoch komme ich persönlich mit der Botschaft des Films absolut nicht klar. Wir haben einen Film, der als einzige Antwort auf Gewalt, Gewalt kennt. Einen Film der Drogendealer, Drogenkonsum und die Wirkung von Drogen so dämlich darstellt, dass in den betreffenden Szenen sofort klar wird, dass hier Nixons “War on Drugs” propagandiert werden sollte.
Also ernsthaft, wer glaubt den bitte noch, dass Kokain derartige Halluzinationen hervorruft, dass man sich einbildet man könne fliegen? Hier hat Lester definitiv Substanzen verwechselt und demonstriert eindrucksvoll, dass er keine Ahnung von der Materie hatte. Generell erscheint der Film wie eine große Werbeveranstalltung der konservativen Partei Amerikas. Slogans wie: “Auge um Auge, Zahn um Zahn”, “Die Jugend von heute ist verdorben” und “Wir brauchen schärfere Gesetze” poppen immer wieder vor dem geistigen Auge auf und hinterlassen einen üblen, faulen Nachgeschmack beim Schauen. (Außerdem wird immer wieder fleißig bei Kubricks “Clockwork Orange” geklaut…aber das nur am Rande)
Wäre der Film eine billige Exploitationproduktion, die sich einzig auf den Rachefeldzug Norris gegen die Gang fixirte, funktionierte er besser. Da er aber versucht eine tiefere Botschaft zu übermitteln und eine mehr als dubiose Lösung für ernsthafte gesellschaftliche Probleme der USA anbietet, kann ich nicht anders, als dem Film ein totales Versagen zu attestieren.
Ist “Die Klasse von 1984″ ein schlechter Film?
Er ist keine Wahnsinns Facepalm wert, aber trotz alledem nicht wirklich gut
Werde ich ihn mir nochmal ansehen?
Könnte passieren.
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Charlotte Roches große Schwester Jennifer (Irene Holzfurtner) hat auch Probleme! Ja ehrlich!
Wie, Sie wussten gar nicht, dass Herr/Frau/Fräulein Roche eine große Schwester hat, die ebenfalls aus Udelfangen stammt und früher auf der Dorfkirmes immer mit den ganz absonderlichen Typen rumgehangen hat? Na dann passen Sie mal auf – an der folgen Geschichte werden Sie ihre helle Freude haben!

Jennifer hat Probleme der etwas anderen Art.
Statt sich wie ihre kleine, leidlich talentierte Schwester in Feuchtgebieten, die maximal bis zum Knöchel reichen, mit schlüpfrigen Belanglosigkeiten herumzuschlagen, watet die Protagonistin von Olaf Ittenbachs neuem Streifen quasi permanent bis zum Hals durch die Tomatensauce des Grauens.
In einem Psychogramm der etwas anderen Art zeigt uns der Meister des schlechten Geschmacks nicht nur ihr tragisches Leben, Wirken und Dahinscheiden, sondern erklärt auch noch ganz am Rande – völlig selbstlos und mit der Ambition eines ausgebrannten Pädagogen – den Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung. Hä??
Verstörende Einblicke in Ittenbachs Vorstellung von psychologischem Tiefgang, Katharsis und menschlichem Seelenleben stehen bei „No reason“ ebenfalls auf dem Lehrplan und werfen schon sehr bald die berechtigte Frage auf, was der ganze Kappes in Anbetracht des Filmtitels soll?! Wenn man schon „No reason“ drauf schreibt, wo auch ganz offensichtlich no reason drin ist, warum versucht man dann überhaupt auf Teufel komm raus und völlig vergeblich, Sinnhaftigkeit und Kohärenz zu suggerieren? Ittenbach stolpert mal wieder dermaßen munter durch sein eigenes Plot und saut dabei mit Hackfleisch, Blumenkohl und Handlungsbröckchen herum, dass einem die Augen übergehen, doch sollte man deswegen noch lange nicht der Versuchung erliegen, zu erwarten, dass hier irgend etwas tatsächlich Sinn ergibt.

Der Postbote ist ein Spaßvogel.
Zum Beispiel bleibt gänzlich ungeklärt, warum Jennifer in 90% aller Szenen nackt herumlaufen muss, das wäre doch eher ein Job für Charlotte gewesen? Doch das sind nur die kleinen, unbedeutenden Spitzen gewaltiger Eisberge. Vielleicht kann Jennifer ja im Gegenzug gescheite Bücher schreiben?!
Aber genug der einleitenden Worte, kommen wir nun zum Inhalt und der erneut zentralen Frage, ob man mit „No reason“ schon wieder 70 Minuten Lebenszeit die Toilette runtergespült hat?
Ja!
Nein…?!
Vielleicht!
Was soll ich schreiben, der Olaf ist schon ne ganz eigene Marke: Nicht mehr ganz taufrisch, mittlerweile mit beiden Beinen fest im FX- und C bis F-Movie-Geschäft etabliert und dennoch nach wie vor meilenweit davon entfernt, alle Latten am Zaun zu haben, kombiniert er in vorliegendem Film munter – und mal wieder scheinbar völlig wahllos – Dinge, die er überhaupt nicht kann mit Dingen, die er meisterlich beherrscht.

Im Swingerclub geht die Luzi ab.
Zum Beispiel Tabus brechen: Lust auf Sadismus? Lust auf Folter, Strangulation und Amputation? Lust auf Kotze, Natursekt, Kindesmord, Postboten und vollgeschissene Toiletten? Auf Monstrositäten, abgetrennte Körperteile, kannibalische Naschereien, albtraumhafte Visionen von „hier unten“ und erstaunlich viele Besuche an der Wursttheke? Dann sind Sie bei „No reason“ goldrichtig!
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber Ittenbach toppt „Beyond the limits“ mit geradezu beängstigender Leichtigkeit und serviert ein Gratin des Ekels, das meinen bisherigen absoluten Zenit an Dingen darstellt, die ich am liebsten sofort wieder vergessen würde. Wer sich fragt, wie ich die vorliegenden 72 Minuten hinter mich gebracht habe, dem sei folgendes Bild zu Anschauungszwecken gereicht:

Wohlwollend nimmt der hartgesottene Splatterfreund im Verlauf von „No reason“ zur Kenntnis, dass die Effekte, angefangen vom Blut über diverse Körperprothesen bis hin zu surrealen Masken, die munter von Lovecraft bis Craven zusammen geklaut wurden, durchweg von hoher Qualität sind. Nie zuvor sah das muntere Aufteilen eines lebendigen Körpers in mundgerechte Häppchen so real aus, die Spielchen mit Messer, Gabel, Schere und Weißwurst …
- Stop! An dieser Stelle folgt ein dringender Aufruf: bitte Olaf, so etwas möchte ich NIE wieder sehen, ganz im Ernst! -
Also wo war ich? Achja … also die Spielchen mit Säge, Zange, Hammer, Zähnen, Peitsche, Stahlseil und sogar Eislöffel (!!) sehen durch die Bank weg real aus und zeigen, welches Handwerk Herr Ittenbach beherrscht. Dafür, ebenso wie für die am Budget gemessen ordentliche Sound- und Kameraarbeit, gebühren ihm Respekt.
Schimpf und Schande jedoch hat er sich für die Story verdient, die zu beschreiben ich mich nun seit bereits 646 Wörtern drücke!! Olaf, wozu versuchst du es überhaupt? Die ersten 10 Minuten gelingt deine Irreführung sogar halbwegs und man schaut dem Geschehen am Bildschirm zwar mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zu, aber wenigstens fragt man sich noch, was das ganze soll und wie es wohl weitergeht. Je weiter deine Geschichte jedoch fortschreitet, die Geschichte eines weiblichen Junkies aus Udelfangen, die geraubt und gemordet hat und dafür von ihrem nach Vergebung suchenden, abgespaltenen Persönlichkeitsanteil durch die sadistischsten Abgründe menschlicher Grausamkeit geführt wurde, um Läuterung zu erfahren, desto mehr drängen sich mir quälende Fragen auf. Fragen, die nach Antworten verlangen: Olaf, warum musstest du als Inspirationsquell unbedingt deine letzten zwei Weihnachtsgeschenke – ein Fremdwörterlexikon und ein Buch über Farbenlehre – herbei zerren, anstatt es einfach bei sinnfreiem Horromonsterkillerquark mit einer Prise Stacheldraht zu belassen? Warum hast du auch nur eine Sekunde an ein Drehbuch verschwendet, dass so absurd und nutzlos ist, dass man sich hinterher regelrecht ärgert, auch nur für einen kurzen Augenblick an dessen Sinnhaftigkeit geglaubt zu haben? Und am allerwichtigsten: wenn du schon glaubst, deine Therapiethemen filmisch verarbeiten zu müssen, warum hörst du in den Sitzungen nicht wenigstens zu??

Cthulhu höchstpersönlich kümmert sich um Jennifers Seelenheil.
Kurzum: die arme Jennifer wurde gar nicht verraten, betrogen, hintergangen und in das irre Treiben eines Psychokillers verwickelt, der all ihre Nachbarn und Freunde ermordet hat, nein, sie hat nur die Blutbahn voller Heroin, raubt gerne mal ne Bank aus oder schießt ihrer kleinen Tochter frontal in den Kopf, weil sie nervt. Der Psychokiller mit der aufgeschlitzten Kehle war auch in Wirklichkeit gar kein Killer, sondern wie zuvor angedeutet der personifizierte gute Teil von Jennifer, der sie bei der Hand nehmen wollte, um sie zu Läuterung zu führen. Doch Pech gehabt, am Ende wartet trotzdem die Hölle auf unsere Protagonistin – und übrigens nicht nur auf sie, sondern ebenso den Zuschauer, der die letzten, grottenschlechten Storymomente nebst Denglisch brabbelndem Gerichtsmediziner ertragen muss und vergeblich darauf wartet, dass sich doch noch ein Licht am Ende des Storytunnels zeigen möge.
Ist „No reason“ ein schlechter Film:
Olaf hat sich eine eigene Parallelwelt jenseits von gut und schlecht erschaffen, die zu beschreiben mir die Worte fehlen.
Würde ich ihn mir noch einmal ansehen:
Lassen Sie mich nachdenken … nein.
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DaMaze ist endlich zurück und präsentiert gleichmal den neusten Ittenbach aus dem Jahre 2010.
Vorsicht! Der Trailer ist nur für Hartgesottene gedacht und sollte wirklich AUSSCHLIEßLICH von Erwachsenen gesehen werden!
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Dieser Film scheint mir eine frühe Version von “Frankenhooker” zu sein…
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Neulich saß ich so auf meiner braunen Couch und dachte darüber nach, welche Themen man eigentlich mal dringend in Form eines B-Movies der Welt näher bringen sollte. Und da überlegte ich, ob es nicht eine gute Idee währe, eine Geschichte über einen essgestörten Elvisimitator zu schreiben, der schon zu Elvis Lebenszeiten die Bühnen dieser Welt unsicher macht, mit Elvis die Plätze in der Gesellschaft tauscht und dann in seinem Namen letztlich an Herzverfettung draufgeht. Wenn man den Gedanken weiterspinnt könnte man auch auf die Idee kommen einen “Was wäre wenn Elvis noch leben würde?“-Film zu drehen und sich in diesem vielleicht sogar etwas über die Elvisfanatiker lustig zu machen, die in jedem feuchten Bierschiss gleich das Konterfei ihres Kings erkennen. Ich dachte bei mir, dass diese Streifen sicher ihre Zuschauer finden und einiges an Kohle in die Kassen der Produzenten spülen würden. Obwohl ich ein profitables Geschäft roch, schob ich meine Gedanken erst einmal beiseite und sah mir ein nettes unabhängiges Filmchen namens “Mary und Max“ an. Nach dem Genuss dieses herrlichen Animationsfilms, der sich auf einzigartige Weise mit der Thematik des Asperger-Syndroms auseinandersetzt, kam mir eine andere Idee. Könnte es nicht vielleicht auch interessant sein, einen Film zu produzieren, der sich auf liebevoll, satirische Art und Weise mit Altersenilität befasst und 90 Minuten zwei ältere Herren, die sich für Elvis und John F. Kennedy halten, in einem Altersheim begleitet? Um das ganze an Absurdität zu toppen würde ich sogar so weit gehen, die Rolle des alten John F. mit einem afroamerikanischen Schauspieler zu besetzen. In meiner Vorstellung konnte dieser Gag wirklich funktionieren.
Da es mittlerweile doch recht spät geworden war schaltete ich den Fernseher ab, beschloss am folgenden Tag weiter über Filmideen nachzudenken und begab mich in mein Bett zur Nachtruhe. In der Nacht hatte ich eine Vision im Traum. Ich träumte vom alten Ägypten, Pharaonen, Mumien, Cleopatra, Pyramiden und Brendan Fraser. Schweiß gebadet wachte ich auf. Vor meinem inneren Augen formten sich die Bilder und ich sah einen Film. Einen Film über Mumien. Aber keine einfache Mumien, sondern Mumien aus dem Trailerpark! Redneck-Cowboy-Hillbilly-Mumien, die die Seelen der Menschen aus dessen Arschlöchern saugen! DAS ist der Stoff aus dem feuchte B-Movieträume sind. Dazu packt man dann Bruce Campbell und eine Shotgun und der feucht fröhliche Filmeabend ist gerettet!

So oder so ähnlich muss es wohl auch Don Coscarelli gegangen sein bevor er Bubba Ho-Tep drehte. Allerdings ist dieser offenbar am nächsten Morgen aufgestanden und hat sich erstmal eine dreiviertel Flasche Meister Propper gemischt mit Haldol in den dicken Zeh gespritzt und sich danach 45 Minuten ein Frühstücksbrettchen auf die Fontanelle geschlagen, bis er der Meinung war es wäre eine brilliante Idee all diese Handlungen zu einem einzigen 90 minütigen Film zusammen zu fassen. Jawohl, liebe Leser in Bubba Ho-Tep spielt Bruce Campbell einen alten, senilen, impotenten Elvisimitator/Elvis, (es wird nie wirklich klar, ob er jetzt senil ist, oder wirklich Elvis, der vor vielen Jahren mit einem fresssüchtigen Doppelgänger ausgetauscht wurde) der irgendwo im amerikanischen Outback (also Texas, Georgia, Virginia…oder so ähnlich) ein elendes Dasein in einem Hillbilly-Altersheim fristet Er ist mit einem Schwarzen befreundet, der sich für JFK hält. Bewaffnet mit Rollator, Asthmaspray und Rollstuhl bekämpfen die beiden gemeinsam eine Redneck-Cowboy-Mumie, die den Altersheimbewohnern, des nachts, die Seelen aus den Ärschen saugt. (Falls ich mal viel zu viel Zeit haben sollte, werde ich mir die Kurzgeschichte von Joe R. Lansdale anschauen, um zu beurteilen ob es wirklich Coscarellis Schuld ist oder ob nicht schon die Vorlage total versagt, aber bis dahin mache ich Coscarelli persönlich für dieses Handlungsdebakel verantwortlich!)
Was soll man dazu noch sagen?
Wir haben es hier mit einer Handlung zu tun, die so überladen, grotesk und bescheuert ist, dass sie schon fast wieder wahr sein müsste. Aber, so voluminös und aufgeblasen die verschieden Rahmenhandlungsstränge auch sein mögen, so butterbrotpapierdünn ist dann die eigentlich Haupthandlung. Sie wird in zwei Sets ausgetragen und kann in Drei Teile, oder von mir aus auch Akte, unterteilt werden. Im ersten Teil des Films beschränkt sich die Handlung darauf die komplette Rahmenhandlung in wenigen, witzlosen Flashbacks zu erzählen. Im Mittelteil werden ein paar sehr, sehr unspektakuläre Todesfälle und etwas Ermittlungsarbeit der beiden senilen Torfnasen gezeigt und im Finale setzt Don Coscarelli dann den Welt langweiligsten “Rentner gegen Mumien Battle“ aller Zeiten in Szenen. Ende, das war es. Bubba Ho-Tep ist der erste Film, der mit unter die Augen gekommen ist, der trotz überladener Handlung an Handlungarmut krankt und letztlich stirbt!

Was in Himmels Namen hat Bruce Campbell dazu bewegt diese Rolle in diesem Film anzunehmen? In einem solchen Machwerk wirkt sein Schauspieltalent einfach wie Perlen, die man den Säuen zum Fraß vorwirft. Noch dazu war er zu Zeiten des Drehs gerade mal in seinen 40ern und musste somit mit knapp 300 Pfund Schminke auf alt getrimmt werden. Was nicht einmal funktioniert! Er sieht nicht aus wie ende 70 sondern wie 45 mit 35 Jahre alter Schminke im Gesicht. Wäre es nicht einfacher gewesen irgendjemanden zu casten, der älter als Bruce ist? Vielleicht wäre es auch eine gute Idee gewesen, jemanden auszusuchen, der auch nur eine geringfügige natürliche Ähnlichkeit zu Elvis aufweist, denn jeder, der schon mal Bruce Campbell gesehen hat, weiß dass er in keiner Weise Elvis Presley ähnelt. Ihm eine dämliche 70er Jahre Brille ins Gesicht zu kleben und ihn in einen Fatsuite im Elvisllook zu packen, macht es nicht besser sondern verwandelt Bruce Campbell in eine billige Lachplatte für die man sich nur noch fremdschämt!
Als ich mir vor einiger Zeit die Bruce Campbell Sammlerbox zugelegt habe, dachte ich, ich hätte mir eine nette kleine Box mit abnormen aber witzigen Filmchen zugelegt. Mittlerweile denke ich, dass selbst die stolzen sieben Euro, die ich dafür in Groß Britanien bezahlt habe, rausgeschmissenes Geld waren. “My Name is Bruce” war ein langweiliger, unausgegohrener Haufen Pferdemist, “Bubba Ho-Tep” ist ein einzige Handlungs- und Besetzungsdesaster, “Alien Apocalypse” (Ist noch nicht reviewed und wenn es einen Gott geben sollte, wird er mir diese Bürde auch nicht auferlegen) ist einfach nur peinlich und zu “The man with the screaming brain” fehlen mir einfach nur gänzlich die Worte. (Ich denke der Titel allein, sagt ohnehin alles und eine Review ist hier nicht nötig…)

Was bleibt zu sagen über Bubba Ho-Tep?
Warum? Warum musste dieser Film so versaut werden? Man hätte sich einen der verschiedenen Handlungsansätze rauspicken sollen, diesen vernünftig ausarbeiten, richtig besetzen und einen guten Film anstelle dieser Zelluloidverschwendung erschaffen können. Die Ideen sind wirklich interessant, lustig und innovativ aber deren Ausarbeitung gestaltet sich als völlig mangelhaft. Wobei der Film ansonsten handwerklich gut gemacht ist: Die Kameraarbeit ist einwandfrei, die Bildqualität völlig in Ordnung und Anschluss- sowie Kontinuitätsfehler fallen auch keine auf. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg in Ordnung und der Film kann einen stimmungsvollen Sountrack vorweisen. Es ist eine Schande, dass diese wirklich günstigen Rahmenbedingungen zu keinem besseren Film geführt haben und Bruce Campbell wieder mal in einem billigen, schlechten B-Movie verheizt wurde. Da schaue ich mir lieber ein paar folgen “Burn Notice“ an und genieße es Campbell in schönen Sets, an schönen Schauplätzen und in einer angemessenen Produktion erleben zu können.
Ist Bubba Ho-Tep ein schlechter Film?
Eigentlich sogar drei oder mehr…
Werde ich ihn mir nochmal ansehen?
Naja, ich habe die Box gekauft, was bleibt mir da schon übrig?
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